Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Hoppenstedt siegt in Garbsen knapp
Umland Garbsen Nachrichten Hoppenstedt siegt in Garbsen knapp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 28.09.2017
Von Markus Holz
"Daumendrücken, es könnte reichen": Hendrik Hoppenstedt (rechts) kommt zwei Stunden vor dem Endergebnis zur Garbsener CDU ins Rathaus. Bürgermeister Christian Grahl (Mitte) und der Ratsvorsitzende Hartmut Büttner begrüßen ihn.
"Daumendrücken, es könnte reichen": Hendrik Hoppenstedt (rechts) kommt zwei Stunden vor dem Endergebnis zur Garbsener CDU ins Rathaus. Bürgermeister Christian Grahl (Mitte) und der Ratsvorsitzende Hartmut Büttner begrüßen ihn. Quelle: Markus Holz
Anzeige
Garbsen

Niemand bei CDU und SPD hatte am Wahlabend so richtig Grund zur Freude. Beide Parteien haben Verluste eingefahren. Bei der CDU minus 6,4 Prozentpunkte gegenüber 2013, für die SPD sind es minus 6,2. Zwischen beiden Parteien liegen in Garbsen 1056 Zweitstimmen. Beide liegen aber über dem Bundesergebnis.

Das Ergebnis nach Zweitstimmen im Überblick: CDU 33,2; SPD 30; AfD 11,8; FDP 8,8; Grüne 6,5; Die Linke 6,0; Sonstige 3,6 Prozent.

Tröstet da das Erststimmenergebnis? Kaum. Wer die meisten Erststimmen gewinnt, zieht direkt in den Bundestag ein. 2017 ist das – wie 2013 – Hendrik Hoppenstedt (CDU). Er holt in Garbsen 36,7 Prozent. Caren Marks (SPD) liegt mit 35 Prozent fast gleichauf. Die beiden Kandidaten trennen 525 Stimmen. Beide ziehen wieder in den Bundestag ein.

Das Ergebnis nach Erststimmen im Überblick: Hoppenstedt 36,7; Caren Marks 35,0; Dietmar Friedhoff (AfD) 11,4; Eike Lengemann (Grüne) 5,2; Diether Dehm (Linke) 5,2; Grigorios Aggelidis (FDP), 5,0; Markus Moschner (Freie Wähler) 1,5 Prozent.

Hoppenstedt holt sein bestes Garbsener Ergebnis in der CDU-Hochburg Stelingen (40,8). Caren Marks kann da mithalten: Ihr bestes Ergebnis in einem Garbsener Stadtteil kommt von der Horst (40,7).

44909 Garbsener waren wahlberechtigt. 33024 machten von ihrem Grundrecht Gebrauch. Das ist eine Wahlbeteiligung von 73,5 Prozent, fast zwei Prozentpunkte mehr als 2013.

In drei Wochen ist Landtagswahl. Sind die Ergebnisse von Sonntag in den Augen der Garbsener Parteien ein Trend? "In der letzten Landtagswahl lag die SPD in Garbsen klar vorn, das gilt es zu festigen", sagt SPD-Landtagskandidat Rüdiger Kauroff, "ich sehe gute Chancen, den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Wir werden jetzt drei Wochen lang dafür kämpfen." Kauroff tritt zum zweiten Mal als Kandidat gegen Editha Lorberg (CDU) an. Lorberg hatte 2013 mit 41,5 Prozent direkt gewonnen. Kauroffs Ziel wird es sein, besonders in Garbsen Stimmen zu sammeln, um die starken konservativen Kräfte in der Wedemark übertrumpfen zu können. Die Wedemark hat nur halb so viele Wahlberechtige wie Garbsen.

Die CDU ist in Garbsen weiter knapp die stärkste Kraft. "Das ist aber kein Grund, sich zu freuen oder auszuruhen", schreibt CDU-Chef Björn Giesler. Die CDU werde um das Landtagsmandat von Editha Lorberg kämpfen. Mittelfristig sei es Aufgabe der CDU, die zur AfD abgewanderten Wähler zurückzugewinnen. "Wir müssen den Wählern nicht nur sagen, dass wir verstanden haben – wir müssen es zeigen. Das wird aber nicht bedeuten, dass wir auf platte Parolen einschwenken", schreibt Giesler.

Die AfD hat ihr Wahlergebnis gegenüber 2013 verdreifacht. 3848 Wähler gaben der Partei die Stimme (11,8 Prozent). Besonders in Meyenfeld, Teilen von Altgarbsen und auf der Horst lag sie deutlich über dem Gesamtergebnis.

Der Landtagskandidat der Grünen, Dirk Grahn, zeigte sich unzufrieden mit dem Ergebnis von 6,5 Prozent. "Zur Landtagswahl wollen wir wieder zweistellig werden. Dafür müssen wir jetzt massiv unsere Themen platzieren."