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Nachrichten DRK gehen die Altkleider aus
Umland Garbsen Nachrichten DRK gehen die Altkleider aus
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19:30 11.05.2015
Engagiert: Lilianna Szczeblewska leert den Altkleidercontainer am DRK-Standort Planetenring.
Engagiert: Lilianna Szczeblewska leert den Altkleidercontainer am DRK-Standort Planetenring. Quelle: Grätz
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Auf der Horst

„Seit Mitte April sind die Spenden um zwei Drittel zurückgegangen“, sagt der DRK-Vorsitzende Rolf Posor.

Seit dem 1. März hat der Abfallentsorger Aha die Verfügungsgewalt über zehn Wertstoffsammelplätze auf Grundstücken der Stadt. Aha schreibt die Plätze für Altkleiderboxen aus. „Wir haben nach einer Preisabfrage bei mehr als zehn Unternehmen den Bestbieter beauftragt“, sagt Aha-Sprecherin Anke Voigt. Über die Aufstellgebühr macht sie keine Angaben.

Das DRK sammelt Altkleider für zwei Zwecke: Unbrauchbare Textilien werden an Verwerter verkauft. Mit dem Geld unterhält das DRK seine Schnelleingreifgruppe. Brauchbares geht in die Kleiderkammer am Planetenring. Bedürftige, darunter auch die jetzt ankommenden Flüchtlinge, dürfen sich dort eindecken. 2014 wurden Besucher 2073-mal fündig. Sechs Ehrenamtliche leisteten 2014 fast 3000 Stunden Arbeit. Jetzt steckt das DRK in der Klemme: Die Sammlung ist karitativ, jeder Cent fließt in den gemeinnützigen Zweck. Aber bei den Gebühren für die Containerplätze kann das DRK nicht mithalten. Bürgermeister Christian Grahl hat Posor signalisiert, dass das DRK aus rechtlichen Gründen nicht bevorzugt werden darf. Das Rote Kreuz setzt jetzt auf private Flächen. Unternehmer Marco Langrehr hat auf eine Bitte sofort reagiert und einen DRK-Container am ehemaligen Aldi in Havelse aufstellen lassen. Andere Interessierte können sich an Posor unter Telefon (0 51 37) 7 60 90 wenden. Weitere DRK-Altkleiderboxen stehen am DRK-Zentrum, Planetenring 10, bei Real und an der Alten Ricklinger Straße.

Die Kleiderkammer speist sich übrigens nicht aus den beiden jährlichen Sammlungen in den Stadtteilen. Diese Bekleidung wird in auswärtigen Sortierstationen in brauchbar und unbrauchbar aufgeteilt. Tragbares wird in den DRK-Lagern für Katastrophenfälle wie aktuell in Nepal gesammelt. „Solche Ladungen könnten wir hier auch nicht verarbeiten“, sagt Posor. Darum wäre sein Traum: Ein Container in jedem Ortsteil auf privatem Grund und Boden.

Von Jutta Grätz

Altkleiderspender haben es in der Hand - Ein Kommentar vor Markus Holz

Genau hinsehen und gut überlegen: Das gilt jetzt auch für Altkleider. Getragenes ist ein Wirtschaftsgut, eine Ware wie Schrott, Altglas und Altpapier. Wer sichergehen will, dass gut erhaltene Kleidung, Schuhe, Bettwäsche nicht nur im Reißwolf landet und für viel Geld verkauft wird, sollte auf die Containeraufkleber achten.

Auf dem Sammelmarkt konkurrieren kommerzielle Unternehmen mit halbkommerziellen und karitativen.

Das Wettbewerbsrecht macht keinen Unterschied. Jeder Verwerter hat die potenzielle Chance auf einen Stellplatz, wenn er die Gebühr bezahlen kann. Das DRK kann das hier nicht. Wo aber ein Markt ist, hat der Kunde auch Macht. Er kann sich informieren und entscheiden, was mit seinen Altkleidern passieren soll.

Jeder, der Geld spendet, tut das. Altkleider sind Geld wert oder wie im Fall der DRK-Kleiderkammer: Man kann anderen damit Gutes tun.