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Nachrichten Ehepaar vom Naturschutzbund ausgezeichnet
Umland Garbsen Nachrichten Ehepaar vom Naturschutzbund ausgezeichnet
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14:02 13.08.2014
Von Bernd Riedel
Im Haus Langrehr in Horst sind Schwalben schon lange heimisch. Das ist dem Naturschutzbund eine Auszeichnung wert (von links): Waldemar Wachtel vom Nabu, Daniela Langrehr und Fred Langrehr. Quelle: Bernd Riedel
Garbsen

Im Kuhstall sind es zwölf Rauchschwalbennester, im Schweinestall noch einmal zwei. „In manchen davon hat es schon die zweite Brut gegeben“, sagt Landwirtin Daniela Langrehr. Mitte April komme die erste Schwalbe an, Ende September machten sie sich alle aufs ins Winterquartier.

Ihr Mann Fred, der den Betrieb mit Milchvieh, Futter- und Getreideanbau 1981 von den Eltern übernommen hat, kennt es gar nicht anders: Seit er denken kann, gibt es Schwalben auf dem Hof. Als Mitte der siebziger Jahre der Kuhstall gebaut war, wurden es mehr. Sie nisten nicht nur in den Ecken, sondern auch auf den langen Leuchtstoffröhren an der Decke, die während des Sommers nicht angeschaltet werden.

„Das hier ist ein wunderbares Beispiel“, sagt Waldemar Wachtel vom Naturschutzbund, „wir freuen uns sehr, solche Höfe auszeichnen zu können.“ Der Nabu will mit seiner landesweiten Aktion auf das allmähliche Verschwinden der Rauch- und Mehlschwalben aufmerksam machen und bittet Hof- und Hausbesitzer aktiv daran mitzuwirken, dass Schwalben sich ansiedeln. Die Rauchschwalbe nistet in offenen Stallungen und auch Garagen, manchmal werden auch Carports angenommen. Die Mehlschwalbe geht mit ihren Nestern etwas höher an rauen Wänden direkt unters Dach.

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Dramatischer Populationsrückgang in den vergangenen zehn Jahren

Waldemar Wachtel, der Vorsitzenden des Naturschutzbundes Garbsen, im Interview

Wie groß sind die Schwalbenpopulationen in Garbsen und der Region?
Zahlen sind schwer zu erheben. Deshalb bittet der Nabu die Bevölkerung auch um Mithilfe: Melden Sie uns das Vorkommen und die Nistplätze von Schwalben. Man kann sagen, dass der Rückgang in den vergangenen zehn Jahren dramatisch war.

Was sind die Gründe für das Verschwinden?
Es gibt immer weniger Bauernhöfe mit offenen Ställen. Die zunehmende Versiegelung der Flächen macht es unmöglich, dass Lehmpfützen entstehen, wo Schwalben den Baustoff für ihre Nester finden. Obwohl Garbsen insgesamt eine ländliche Struktur hat, sind doch viel zu viele Flächen versiegelt.

Hausbesitzer scheuen oft den Schmutz, den Schwalben verursachen. Darf man die Nester entfernen?
Auf gar keinen Fall. Das ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz strafbar und kann geahndet werden. Wir geben Tipps auf der Internetseite des Nabu. Vor Verschmutzungen schützt zum Beispiel ein 30 Zentimeter breites Kotbrettchen.

Wer als Hausbesitzer den Schutz der Schwalben unterstützen möchte, was kann der tun?
Die Vögel brauchen offene Garagen, offene Stallungen, raue Wandflächen. In früheren Jahrhunderten sind sie oft durch Öffnungen im Giebel ein- und ausgeflogen, durch die der Rauch abzog – deshalb der Name Rauchschwalben. Als Nisthilfe genügt ein einfaches Brett. Wir haben auch Kunstnester im Angebot.

In meiner Kindheit gehörten Mehl- und Rauchschwalben zum Alltag. Kennen sich Kinder heutzutage noch aus?
Die Kinder heute wissen so gut wie nichts mehr. Sie erkennen vielleicht noch den Amselhahn, weil er schwarz ist. Darüber hinaus gibt es große Unwissenheit. Das ist nicht die Schuld der Kinder. Unsere Lebenswelt lässt Naturbeobachtung kaum noch zu. Wir sehen aber bei Exkursionen, die wir jährlich für rund 1000 Kinder organisieren: Nach wenigen Minuten beginnen die Kinder jeden Hinweis, jede Information gleichsam aufzusaugen. Sie zeigen sich sehr wissbegierig. Und das zu sehen, macht große Freude.

Mehr Informationen des Nabu finden Sie hier.

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