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Umland Garbsen Nachrichten Das Handwerk modernisiert
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00:15 13.02.2015
Von Bernd Haase
Azubis tüfteln an einem Motor: Raven Janson (v. l.), Heiko Meyer und Felix Cieciolka. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Die Handwerkskammer Hannover ist bei dem, was ihr Präsident Karl-Wilhelm Steinmann als „Mammutaufgabe des Jahrzehnts“ bezeichnet, einen Schritt weitergekommen: Am Dienstag sind die modernisierten Werkstätten und Seminarräume für Kraftfahrzeug- und Elektrotechniker im Bildungszentrum in Garbsen-Berenbostel ihrer Bestimmung übergeben worden. Knapp 4,3 Millionen Euro sind in das Projekt geflossen. Davon stammen 1,36 Millionen Euro von der Kammer selbst, den Rest haben Bund und Land beigesteuert.

Die Werkstätten sind Teil eines Modernisierungskonzeptes für das aus den Siebzigerjahren stammende Zentrum. Mit seinen 70 Fachwerkstätten und Laboren auf 50.000 Quadratmetern ist es eines der größten Weiterbildungseinrichtungen in der Region. Jährlich nehmen dort nach Angaben von Leiter Volker Schmolz etwa 14.000 Personen an Bildungsmaßnahmen teil. Schwerpunkt ist Ausbildung von Lehrlingen aus 30 Berufen. In 20 Gewerken können sich angehende Meister auf ihre Prüfung vorbereiten. Mehr als 100 Ausbilder und Dozenten sind in Berenbostel beschäftigt.

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„Mit den Investitionen sorgen wir dafür, dass die Aus- und Weiterbildung von Handwerkern vom Lehrling bis zur Führungskraft auch in Zukunft auf hohem Niveau stattfinden kann“, erklärt Kammerpräsident Steinmann. Nach Angaben von Geschäftsführer Jans-Paul Ernsting ist die Modernisierung auch wirtschaftlich bedeutsam. Einnahmen erzielt das Zentrum vor allem durch Meisterkurse sowie Weiterbildungen und Seminare. In diesem Bereich konkurriert es aber im Gegensatz zur überbetrieblichen Ausbildung mit anderen Anbietern und muss sich entsprechend attraktiv präsentieren.

Modernisierung des Bildungszentrums Garbsen

Die umfassende Modernisierung des Förderungs- und Bildungszentrums der Handwerkskammer Hannover in Garbsen-Berenbostel begann bereits im Jahr 2008 mit dem Bau eines modernen Tagungszentrums für sieben Millionen Euro. Es bietet außer Seminar- und Kongressräumen auch ein Restaurant mit Sonnenterrasse.
Eine zwischenzeitlich gebaute neue Halle für die Bauberufe ist mittlerweile schon wieder zu klein und muss für eine Million Euro erweitert werden – „wir merken, dass die Branche boomt“, sagt Geschäftsführer Jans-Paul Ernsting. Ein ungleich größeres Projekt ist für die Jahre 2016 bis 2018 geplant. Für 14 Millionen Euro will die Kammer die Werkstätten und Unterrichtsräume für Tischler, das Sanitärhandwerk, Maler, Goldschmiede und Zahntechniker modernisieren.
Während sie das Tagungszentrum seinerzeit aus eigenen Mitteln finanziert hat, kann sie das für das nun anstehende Vorhaben nicht leisten. „Wir hoffen dafür wieder auf finanzielle Unterstützung durch Bund und Land“, erklärt Ernsting dazu.

Das Angebot im Kraftfahrzeug- und Elektrobereich wird von 7000 Männern, Frauen und Jugendlichen im Jahr frequentiert. Investiert worden ist in die energetische Modernisierung des Komplexes sowie in die Vergrößerung des sogenannten Kraftfahrzeug-Kompetenzzentrums. Es wurde aufgestockt und verfügt nun über zwei neue Seminar-, zusätzliche Büroräume sowie ein neues Foyer.

Im Eingangsbereich bietet sich den Besuchern von sofort an auch etwas für das Auge. Die Kammer hatte einen Wettbewerb „Kunst am Bau“ ausgeschrieben und immerhin 91 Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet erhalten. Die Jury einigte sich auf den Stuttgarter Fotograf und Lichtkünstler Kurt Laurent Theinert, dessen Fotocollage „Raum im Raum im Raum“ Foyer und Treppenhaus ziert. Theinert hat Auszubildende in den Werkstätten bei der Arbeit fotografiert, danach Teile der Motive auf Metallic-Folien gebracht und diese an die Wände geklebt. „Im Bildungszentrum eröffnen sich durch die künstlerische Umsetzung neue Horizonte“, sagt Steinmann.