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00:16 11.03.2016
Von Markus Holz
Ein Anfang ist gemacht: Auf dem Schulhof der Georg-Elser-Hauptschule steht schon eine neue Schaukel. Quelle: Markus Holz
Berenbostel

Der Schulhof ist eindeutig in die Jahre gekommen. Er ist reizlos und bietet einfach nur viel Platz. Betonplatten sind gebrochen, die große Fläche wirkt langweilig. So haben es Schüler bis vor drei Jahren empfunden und angefangen sich mit ihren Lehrern Gedanken zu machen: über Schaukeln, Parcours-Stationen, Trampolin, Ecken zum Chillen, über Farbe und Kunst.

Am Ende steht ein Konzept, das – würde man es umsetzen lassen – an der 100 000-Euro-Marke kratzen würde. Macht man es selbst und mit starken Partnern wie der Stadt, Stiftungen, der VWN-Belegschaft in Stöcken, mit Kindern, Lehrern und Eltern, wird es realistischer.

Die ersten Schritte sind getan: Kunst der fünften und sechsten Klassen auf Lkw-Plane am Eingang, eine grüne Ecke mit gemütlichen Sitzmöbeln am Rande des Schulhofes, eine große Schaukel. 8500 Euro hat die Schule aus einem Wettbewerb und von Sponsoren bisher gesammelt, sehr originell übrigens mit einem Video auf Youtube.

4500 Euro von VWN-Mitarbeitern fließen dieses Jahr in eine Nestschaukel. Für den ersten Schulgarten auf der Seite der Georgstraße legen alle Hand an. 
Facharchitektin Karen Wallbrecht und die Stadt arbeiten an jedem Schritt gemeinsam. In drei Jahren soll alles fertig sein.

Jugendliche gestalten ihre Schule. Sie lernen, dass von nichts auch nichts kommt, und sie sehen, dass ihre Ideen Wirklichkeit werden – das ist ein gutes Stück Bildung. So sieht es das Kollegium um Schulleiter Axel Dettmer. Lehrer Bernd Boeck: „Wir versuchen, unseren Plan zu kombinieren mit den Umbauten, die die Stadt Garbsen für die Inklusion ohnehin machen muss. Das funktioniert sehr gut.“ Und ja: Die Schule kann das ohne Sponsoren nicht schaffen – die Tür ist offen.

Schulen im Umbruch

Weder die Georg-Elser- noch die Realschule Berenbostel nebenan sind Ganztagsschulen. Beide wollen und müssen handeln: An der Hauptschule sind ein Drittel der Jugendlichen Inklusionsschüler oder kommen aus Flüchtlingsfamilien. Die Klassen sind größer, als es bei dieser Mischung Sinn macht, der Förderbedarf ist hoch. Die Realschule will auf sinkende Anmeldungen reagieren. Beide arbeiten derzeit intensiv und gemeinsam an einem Schulkonzept. „Die Form – IGS, Modell- oder Oberschule – ist letztlich nicht entscheidend“, sagt Hauptschulleiter Axel Dettmer, „wichtig ist das pädagogische Konzept und die Antwort auf die Frage: Wie bringen wir die Kinder zu einem möglichst guten Abschluss?“ Wann die neue Schule kommt, steht nicht fest. Nach den Osterferien soll eine Arbeitsgruppe eine Empfehlung im Schulausschuss des Rates abgeben.

Fotostrecke Garbsen: Schulhof fordert Kreativität heraus
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