Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Rinellas geben Liebeserklärung ab an den Jazz in der Klassik 
Umland Garbsen Nachrichten Rinellas geben Liebeserklärung ab an den Jazz in der Klassik 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:43 15.03.2018
Concerto d'amore: Hanna und Alessandro Rinella kredenzen ihre Mischung aus Jazz und Klassik.  Quelle: Markus Holz
Berenbostel

 „Mama, bitte koch mir ne Hühnersuppe.“ Mama Jursch hat in Berenbostel Hühnersuppe gekocht, und offenbar eine sehr gute: Tochter Hanna, Jazzsängerin und Partnerin des Tenors Alessandro Rinella, sollte am Sonntag ihr Premierenkonzert mit dem neuen Programm geben. Am Freitag drohte Hannas Stimme noch zu versagen, am Sonntag im Naturpavillon von Möbel Hesse war sie fast wieder brillant. Ein gefeiertes Konzert vor fast ausverkauftem Haus. Was die Zuhörer erlebt haben, war nicht weniger als „der Jazz im Mozart“.

Rinellas gehen mit ihrem Markenzeichen hohes Risiko. Sie legen Meisterwerke der Klassik und des Jazz übereinander. Sie verzahnen Piazzolla mit Chick Corea. Sie stellen die ergreifende Hommage an Caruso neben Steve Wonder und Leonhard Bernstein. Dafür brauchen die beiden Grenzgänger auch ein Grenzgänger-Publikum. Puristische Klassik- oder Jazzfreunde dürften wenig überzeugt sein vom Konzept, so lange sie nicht selbst erlebt haben, dass es Bernsteins Musik ohne Puccini nicht gäbe und Pat Metheny nicht ohne Händel oder Liszt. Genau das macht das Konzerterlebnis beim Concerto d’amore aus. 

Bewegende Momente unter der Holzkuppel des Naturpavillons: Hanna und Alessandro Rinella, Lutz Krajenski und Atilla Székely, Peter Schwebs und Timo Warnecke geben ihr Premierenkonzert bei Hesse in Garbsen.  

Hanna und Alessandro Rinella setzen mit der Wahl ihrer Musiker noch einen drauf: Der Klassik-Pianist Attila Székely liefert sich am Flügel ein atemberaubendes Paganini-Duell mit dem mutmaßlich besten Hammond-Orgel-Jazzpianisten Deutschlands, Lutz Krajenski. Und während Székely den leidenschaftlichen Tenor Alessandro Rinella in Rossinis La Danza begleitet, spielt Krajensky für Hanna Rinella Joy Spring von Clifford Brown. Während, nicht nacheinander oder abwechselnd. Die Fusion ist das neue Klangerlebnis, eine Rinella-Schöpfung von hohem musikalischen Wert.

Singen vor sich selbst als Kulisse: Hanna und Alessandro Rinella. Quelle: Markus Holz

Es war am Sonntag das dritte Concerto d’amore des Paares im gastgebenden Hause Hesse. Zwei Elemente sind seit der Geburt der Marke Rinella unverändert: Das manchmal  sehr authentisch wirkende Gezicke zwischen dem Tenor und der Jazzstimme, zwischen italienischem Macho und deutscher Emanze. Und die unbeschreibliche Harmonie, wenn beide die Sprache der Liebe singen, wenn sie Hand in Hand auf der Bühne höchste Qualität präsentieren und sich hinterher in den Armen liegen. Ergreifend, berührend, bewegend – so soll Kunst sein. Kompliment an alle Grenzgänger dieses Tages.

Von Markus Holz

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hilfe nehmen, Hilfe geben: Schüler der IGS Garbsen nehmen am Nachhilfeprojekt „Lernkaskade“ teil.  Dabei lernen Fünft- und Sechstklässler gemeinsam mit Neunt- und Zehntklässlern. Das soll das Miteinander stärken.

15.03.2018

Autofelgen, Wahlplakate und ein alter Badezimmerschrank: Die Sechstklässler der Hartwig-Claußen-Schule in Hannover haben bei der aha-Aktion Putzmunter eine Menge Müll an Garbsens Stadtgrenze gesammelt.

15.03.2018

In einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Venushof  im Stadtteil Auf der Horst ist am Sonnabend ein Tischgrill in Brand geraten. Die Feuerwehr Garbsen löschte den Brand und verhinderte das Übergreifen der Flammen.

12.03.2018