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Nachrichten Eventgottesdienst im Schulzentrum Planetenring
Umland Garbsen Nachrichten Eventgottesdienst im Schulzentrum Planetenring
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18:09 15.02.2010
Von Oliver Kühn
Markus Häckl und Heike Leibig
Markus Häckl und Heike Leibig spielen eine Szene aus dem hektischen Alltag eines Familienvaters und seiner Kollegin in der Ohneruhe GmbH. Wer würde sich nicht gern mal eine Auszeit vom Stress gönnen? Quelle: Oliver Kühn
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Nur etwa fünf Prozent der evangelischen Gemeindemitglieder besuchen in Deutschland noch den Sonntagsgottesdienst. Das will der Verein Evangelischer Aufbruch in Garbsen mit einer neuen Form, mit sogenannten übergemeindlichen Eventgottesdiensten, ändern. Rund 60 Gläubige aller Altersgruppen haben den Auftakt gestern in der Aula am Schulzentrum Planetenring mitgefeiert und gemeinsam gefrühstückt.

„Gönn dir eine Auszeit“: Angelehnt an die schöpferische Pause Gottes in der Bibel, nennt sich der zunächst auf fünf Jahre angelegte Versuch der Landeskirche, um zu sehen, ob sich Gemeinden auch anders finanzieren lassen. Denn nach dieser Zeit muss der Verein das Gehalt von Pastor Joachim Wiedenroth komplett selbst tragen. Wiedenroth, ein Pastor ohne Talar in Jeans und Jacket, war mit der Resonanz erst einmal zufrieden: „Es könnten mehr sein, aber wir werden wachsen.“ Die missionarische Note im Vereinsnamen will der 53-Jährige aber nicht falsch verstanden wissen: „Wir wollen niemanden vereinnahmen, sondern Kirche für andere machen.“

Dazu gehört, sich von den konventionellen Abläufen der Gottesdienste zu lösen. Nach dem Auftakt mit dem Silbermond-Hit „Gib mir etwas Sicherheit“ gibt es eine kurze Theaterszene über einen hektischen Büroalltag in der Ohneruhe GmbH. „Man muss mal aus dem Alltag raustreten“, sagt da Moderatorin Frauke Schäfer. „Und Kraft tanken, die von Gott kommt.“ Gebet, Amen. Danach moderne christliche, für viele unbekannte Lieder – erst zum Schluss wieder ein gemeinsames Gebet. Selbst Eltern können hier unbehelligt mitmachen, denn für ihre Kinder gibt es eigens eine Betreuung. Viele stehen auf, singen mit und recken ihre Arme leicht gen Himmel. „Das war schön ruhig, nicht überfrachtet und mal was Neues“, lobt Uwe Jorzig.

Das Motto Auszeit ist denn auch für das ganze Leben gedacht: Gegen schnelle Autos, schnelles Internet, schnelle Filmschnitte. Mit diesem Tempo komme die Seele nicht mit, sagt Wiedenroth. Manchmal müsse man einfach stehen bleiben, um wieder in den richtigen Rhythmus zu kommen: „Unser Seelenheil liegt in der Langsamkeit.“