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Umland Garbsen Nachrichten Freiwillige leisten „Luxusarbeit“
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23:00 15.01.2015
Engagiert für den Nabu Garbsen: Fledermausexpertin Dagmar Strube setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt der geschützten Tiere ein. Quelle: Grätz
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Garbsen

Sie ist Fledermausexpertin, Schriftführerin im Vorstand, Schulkoordinatorin: Dagmar Strube ist das Gesicht des Nabu in Garbsen. Die 50-Jährige ist seit 2004 im Nabu aktiv, seit 2006 Schriftführerin des Stadtverbandes, seit 2009 amtlich registrierte Fledermausbetreuerin.

Einen besonderen Stellenwert nimmt ihr Engagement für Kinder und Jugendliche ein: Mit Kita-Kindern gestaltet sie Futterzapfen für Wintervögel, Grundschüler informiert sie zum Thema Winterfütterung und geht mit ihnen auf Exkursionen rund um den Berenbosteler See, um Bäume zu bestimmen. Im Projekt SMS (Sozial macht stark) kooperiert sie mit der Georg-Elser-Hauptschule. „Ich möchte Kinder und Jugendliche mit diesen Aktionen für die Natur sensibilisieren“, sagt sie. Mittlerweile mache sie keine Werbung mehr für die Aktionen: „Die Lehrer in Garbsen kennen mich.“

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Seit 2008 gehört ihre Leidenschaft den Fledermäusen. „Überzeugt hat mich eine Zwergfledermaus namens Kasimir, die ich von einem Finder erhielt“, erinnert sie sich. Als Fledermaus-Regionalbetreuerin ist sie der Ansprechpartner für Garbsen und seit Kurzem auch für Seelze, wenn es um Schutz und Erhalt der streng geschützten Tiere geht. In Zusammenarbeit mit der Stadt begleitete sie die Schaffung des denkmalgeschützten Ringofens im Stadtpark als Winterquartier für Fledermäuse. Und rettete auch schon eine Fledermaus aus einem Friseursalon.

Lisbeth Fischer reist jeden Mittwoch in die Vergangenheit: Die 78-Jährige aus Horst liest im Stadtarchiv alte Leine-Zeitungen aus den Jahren 1918 bis 1940. Jedoch nicht nur zum Spaß: Fischer sucht nach Artikeln, die Garbsen betreffen, und überträgt diese – von der Schriftart Fraktur in ihre gut leserliche Handschrift. Die Ausgaben bis 1938 hat sie seit 2009 schon durchgearbeitet und dabei mehr als 5000 dieser Fundstellen abgeschrieben. Ihre handschriftlichen Notizen gibt sie an Christa Steinmetz weiter, die die Daten im PC erfasst. Fischer ist am Donnerstag stellvertretend für ein Team von neun Ehrenamtlichen geehrt worden. Diese digitalisieren seit mehr als fünf Jahren alte Leine-Zeitung-Berichte aus den Jahren 1882 bis 1940, erfassen Personenstandsdaten für genealogische Nachforschungen und verschlagworten alte Protokollbücher. „Jedes Archiv – und jede Redaktion – würde uns beneiden“, sagt Stadtarchivleitern Rose Scholl. „Die Ehrenamtlichen leisten wahre ‚Luxusarbeit‘.“ „Die Ausflüge in die Ortsgeschichte sind spannend“, sagt Fischer. „In meiner Schulzeit erfuhren wir über diesen Teil der deutschen Geschichte nichts.“ Dabei sind die Fundstellen nicht immer so spektakulär wie ein Mord in Osterwald oder die Abgabe eines Schlüpfers mittlerer Größe in Notzeiten. Fischers Ehrung ist ein Stück Zufall: Die Freiwilligen haben gelost, wer die Gruppe bei der Region vertritt.

Saskia Döhner 15.01.2015
Bernd Riedel 18.01.2015
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