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Umland Garbsen Nachrichten Freiwillige nehmen Flüchtlinge an die Hand
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10:00 17.01.2015
Große Resonanz:  Zur Informationsveranstaltung der Stadt über Integrationslotsen kommen rund 60 Bürger in den Ratssaal. Quelle: Grätz
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Garbsen

Sie gehen mit den Einwanderern zum Arzt, unterstützen bei Behördengängen, organisieren Einkäufe oder Kinderbetreuung: Integrationslotsen leisten wertvolle Hilfe im Alltag. In Seelze läuft das Projekt mit Erfolg seit 2009 - wie in unserer Serie „Gut Angekommen?“ gestern vorgestellt. Auch der Garbsener Integrationsbeirat forderte im Oktober den Einsatz Freiwilliger.

Zwölf Bürger, die vorher ihr Interesse an der Tätigkeit bekundet hatten, hatte die Stadt eingeladen, mit der Bitte um Mundpropaganda - mehr als 60 Interessenten kamen, darunter Vertreter der Kirchengemeinden und des Integrationsbeirates. Sie ließen sich im Ratssaal über die Ausbildung zum Integrationslotsen informieren.

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Anbieter des 50-stündigen Trainings wird die VHS Hannover-Land sein. „Der Kursbeginn ist spätestens für April geplant,“ sagte VHS-Geschäftsführer Martin Kurth. Die Schulung soll auch für Berufstätige zeitlich möglich sein. Gesucht sind Menschen, möglichst mit einer eigenen Zuwanderungsgeschichte. Das ist aber keine Bedingung, jeder kann sich in der Integrationsarbeit engagieren.

Die Ausbildung zahlt das Land, den Eigenanteil von rund 20 Euro übernehmen in einigen Fällen die Gemeinden. „Die Lotsen sollen nicht noch Geld investieren“, signalisierte Sozialdezernentin Iris Metge. Die Lotsen leisten Alltagshilfe und seien keine Konkurrenz zu professionellen Integrationshelfern. Metge regte an, mit verschiedenen Einrichtungen ein Willkommensnetzwerk zu bilden. Ein zweites Treffen ist für Montag, 9. Februar, 17 Uhr, geplant.

Stadt rechnet bis September mit 260 Flüchtlingen

Die Stadt schließt Sammelunterkünfte für Flüchtlinge nicht mehr grundsätzlich aus. „Garbsen wird bis Ende September rund 260 Flüchtlinge aufnehmen“, sagt Sozialdezernentin Iris Metge. Gerechnet hatte die Stadt bis Juni mit 34 Menschen. Unmittelbar vor Weihnachten habe sich die Situation verschärft. Das Innenministerium hat neue Aufnahmequoten festgesetzt. Seit Oktober sind bereits 60 Personen aus Afghanistan, Irak, Syrien, Bosnien, Georgien und Palästina in Garbsen angekommen.

Die Stadt hatte seit Anfang 2013 rund 550 Menschen aufgenommen und zeitweise ihre Quote übererfüllt. „Wir wollen Flüchtlinge in Mietwohnungen unterbringen“, sagt Metge. Die Stadt sucht als Mieterin Wohnungen. „Wir werden aber nicht so stark in den Markt eingreifen, dass freie Wohnungen knapp werden.“ Sollten Mietwohnungen nicht ausreichen, seien Sammelunterkünfte nicht auszuschließen.

Markus Holz 16.01.2015
15.01.2015