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Umland Garbsen Nachrichten Viertklässler lesen für den Löwen-Preis
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00:15 15.06.2017
Schön gelesen haben sie alle, aber Nick Sauerbrey (im Vordergrund von links), Wim Winternheimer und Tom Scheid haben die Jury besonders überzeugt.
Schön gelesen haben sie alle, aber Nick Sauerbrey (im Vordergrund von links), Wim Winternheimer und Tom Scheid haben die Jury besonders überzeugt. Quelle: Benjamin Behrens
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Garbsen-Mitte

"Essen ist fertig, erklang es aus der Küche. Erst jetzt bemerkte sie, wie lecker es roch", liest Nick Sauerbrey. Es ist eine Passage aus dem Kinderbuch "Tofu, der Superhund". Judith Allert hat es geschrieben, Nina Dullek illustriert. Nick haucht der Geschichte jetzt Leben ein. Die kleine Lea erbt plötzlich einen Hund, von der Erbschaft auf vier Pfoten sind ihre Eltern erst wenig begeistert. Doch Lea schließt schnell Freundschaft mit dem zotteligen Vierbeiner.

Zum 15. Mal wurde der Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs ausgetragen. Jedes Kind liest erst einen vorbereiteten Text, danach wird ein unbekannter Text vorgetragen. Jedes Kind liest einen neuen Abschnitt aus Allerts Buch, so ist auch wirklich keiner vorbereitet. Doch wie wählt man den Lesestoff überhaupt aus? "Es ist ein neues Buch, 2017 erschienen", sagt Bibliotheksmitarbeiterin Sigrid Fährmann-Tubbe. So ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ein Vielleser den Stoff bereits kennt.

Dann muss die Geschichte für Jungs und Mädchen gleichermaßen geeignet sein. Außerdem soll die Schrift möglichst einheitlich sein, um den Lesefluss nicht zu behindern. "Die Textteile müssen gleichwertig sein", sagt Fährmann-Tubbe. Dialoge seien schwerer zu lesen als beschreibende Teile, entsprechend müssen die Anteile stimmen. Und was ist mit Illustrationen? Schließlich hat das ausgewählte Buch einige niedliche Zeichnungen. "Aber die Bilder lenken nicht ab, stellen sie sich vor, das Kind muss  über Bild lachen", sagt Fährmann-Tubbe. Drei bis vier Bücher müsse man schon durchgehen, bis das richtige dabei sei.

Lachen musste keiner der kleinen Vorleser, dazu war die Anspannung zu groß. "Es war aufregend", sagt Leonhard Materi. "Ich bin sehr gespannt, wer der Sieger ist, alle haben super gelesen", lobt der Neunjährige. Das sieht auch die Jury so, die Entscheidung sei knapp gewesen, sagt Astrid Rodenwald von der Stadtbibliothek. Die drei besten Leser bekommen Siegerurkunden, und einen Büchergutschein über 10 Euro. Genaue Punktzahlen bleiben geheim, der Lesespaß soll im Vordergrund stehen. Außerdem gibt es Teilnehmerurkunden und Süßigkeiten für alle.

Am schönsten gelesen haben Tom Scheid, Wim Winternheimer und Nick Sauerbrey. "Ich habe erst mit meiner Mutter geübt", sagt Nick Sauerbrey. Für den Wettbewerb hat er den Klassiker "Die Abenteuer des Tom Sawyer" von Mark Twain gelesen. "Ich konnte sehr wenig üben", sagt Tom Scheid. Erst am vergangenen Wochenende hat er sich vorbereitet. Wim hingegen strotzt vor Vertrauen in seine Fähigkeiten - der Preis gibt ihm recht. "Das war einfach, ich hab kaum geübt."

Fotostrecke Garbsen: Viertklässler lesen für den Löwen-Preis

Von Benjamin Behrens

Bernd Riedel 15.06.2017
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