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Umland Garbsen Nachrichten Hier wächst das Amazon-Sortierzentrum in Garbsen 
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00:30 17.05.2018
Die Richtkrone wird hochgezogen. Quelle: Linda Tonn
Schloß Ricklingen

 Im Herbst 2017 bekam Garbsens Bürgermeister Christian Grahl den entscheidenden Anruf. Am anderen Ende der Leitung war Gregor Baum, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Baum, der ihm vom Interesse des Internetgiganten Amazon an einer etwa 128.000 Quadratmeter großen Fläche an der Burgstraße in Schloß Ricklingen berichtete. Der Versandhändler will dort ein sogenanntes Sortierzentrum einrichten. Ab Herbst sollen hier die Pakete übers Band gehen.

Knapp 100 geladene Gästen haben im neuen Amazon-Sortierzentrum in Garbsen an der Burgstraße Richtfest gefeiert. Im Herbst soll die 30.000 Quadratmeter große Halle in Betrieb genommen werden.

Am Montagnachmittag, also nur wenige Monate später, stehen große Teile der Logistik-Halle bereits. Das feierten die Beteiligten mit dem traditionellen Richtfest –inklusive an der Fassade zerschlagenen Schnapsgläsern. Nach dem Anruf habe alles ganz schnell gehen müssen, sagte Grahl bei der Feierstunde: „Es stand fest, dass die baulichen und zeitlichen Herausforderungen fast nicht machbar waren.“

„Unbürokratisch, aber rechtlich exakt“

In enger Zusammenarbeit des Unternehmens Baum, der Stadt Garbsen, der Region Hannover und weiterer Planer sei es jedoch gelungen, die Vorstellungen des neuen Mieters Amazons zu erfüllen. „Unsere Leute in der Verwaltung haben dafür unbürokratisch, aber immer rechtlich exkat gearbeitet“, betonte Grahl. Und so entstand in den vergangenen Wochen die Hülle einer Halle, die in ihren Ausmaßen in Garbsen einzigartig sein dürfte. Sie ist mehr als 30.000 Quadratmeter groß. Dazu kommt eine Außenfläche von rund 64.000 Quadratmetern, auf der unter anderem die Parkplätze für die Mitarbeiter gebaut werden. Das Ganze kostet etwa 70 Millionen Euro. In dem Gebäude sollen künftig mindestens 700 Menschen arbeiten.

Stadt und Politik treiben Projekt voran

Angefangen hätte alles 2014, sagte Bauunternehmer Gregor Baum. Damals hatte sein Unternehmen die Ackergelände direkt gegenüber der A2-Abfahrt Garbsen aus der Insolvenzmasse des Internethändlers Netrada gekauft. Ernst wurde es aber erst nach der Anfrage von Amazon. In kürzester Zeit seien auch kritische Fragen – etwa zu den Themen Altlasten und Lärm – mit der Stadt Garbsen geklärt worden. „Die Stadt und die Politik haben dabei ihren Willen gezeigt, das Projekt voranzutreiben“, sagte Baum.

Halle wird schneller fertig als geplant

Bei dem Bau seien die Arbeiter sogar schneller als geplant, sagte Architekt Joachim Röstel, der bei Baum für den Bau des Sortierzentrums verantwortlich ist. „ Wir haben den Zeitplan bislang eine Woche unterboten. So etwas habe ich in 20 Jahren auch noch nicht erlebt.“

Das sei vor allem der guten Arbeit der Handwerker zu verdanken, lobte Oliver Aust. Der Architekt des ebenfalls beteiligten Bauunternehmens Max Bögl nannte ein paar Zahlen, die die immense Dimension des Baus unterstreichen: So seien etwa allein 11 Kilometer Rohre und Kanalleitungen verlegt worden. 8800 Quadratmeter der Fassaden seien zudem in den Farben des Unternehmens Amazon angestrichen worden. In den nächsten Wochen soll für ein Sortierzentrum nötigen Anlagen in die Halle gebracht werden. Der Betrieb könnte im Herbst beginnen – also kurz vor dem lukrativen Weihnachtsgeschäft. „Alle Päckchen des Versandhändlers für die Region werden dann durch dieses Gebäude wandern“, sagte Aust.  

So funktioniert ein Sortierzentrum

An der Burgstraße in Garbsen entsteht ein sogenanntes Sortierzentrum für den US-amerikanischen Onlinehändler Amazon. Der Standort ist kein Lager: Hier kommen Pakete aus ganz Europa an und werden sofort weiterverteilt. Ein Kunde bestellt eine Ware, die der Anbieter zunächst an ein Logistikzentrum verschickt. In Garbsen kommen Pakete aus den Logistikzentren in Bad Hersfeld, Leipzig, Werne und dem brandenburgischen Brieselang an. In der knapp 30.000 Quadratmeter großen Halle sortieren die Mitarbeiter die Pakete nach Auslieferungsgebieten. Im Anschluss laden sie diese wieder auf Lastwagen, die sie an Zusteller wie DHL, Hermes und Amazon Logistics weiterleiten. Erst dann erreichen die Lieferungen die Kunden in ganz Europa. Sortierzentren betreibt Amazon in den USA und in Europa. In Deutschland gibt es lediglich eins in Krefeld. Das Sortieren der Pakete erfolgt sowohl automatisiert als auch per Hand.

Von Gerko Naumann

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