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Umland Garbsen Nachrichten Eine Zukunft für die Feuerwehr
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00:15 28.08.2017
Von Bernd Riedel
Es wird bei der Feuerwehrbedarfsplanung um Fahrzeuge und Feuerwachen gehen, wo es manchmal eng wird, aber auch darum, wer künftig bei Einsätzen mitfährt, da Arbeitgeber sich immer häufiger sträuben, ihre Mitarbeiter bei Einsätzen freizustellen. Quelle: Riedel, Naumann
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Garbsen

Einen halben Bedarfsplan gibt es seit Jahren bereits: Die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen folgt einem festen Muster. Überalterte Fahrzeuge werden zügig ersetzt. Die Mittel können im Voraus in die Haushaltspläne eingearbeitet werden. Zurzeit sieht Liste bis zum Jahr 2021 Ausgaben von rund 300.000 Euro jährlich für Fahrzeugkäufe vor. Das ist aber nur die halbe Miete.

Das wissen Politik und Verwaltung schon länger. Bei der Neukonstituierung des  Rates im November vergangenen Jahres wurde auch die Einsetzung eines Feuerschutzausschusses beschlossen. Anfang dieses Jahres hatte die Feuerwehr selbst die Forderung nach Installierung einer Planungsgruppe erhoben. Dieser Schritt folgt nun.

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Gründe gibt es aus der Sicht der Verwaltung für diese Arbeitsgruppe reichlich: Es entstehen neue Herausforderungen durch die Entwicklung der Stadtmitte (Wohnbebauung, Stadtbahnverlängerung) und den Bau des Uni-Campus. Den technischen Neuerungen und größeren Fahrzeugen folgt der Aus- oder Neubau von Feuerwachen auf dem Fuße. Auch die Personalgewinnung, heißt es in der Beschlussvorlage zur Aufstellung des Bedarfsplans, "gestaltet sich heute erheblich schwieriger als in den früheren Jahren". Anhand des Bedarfsplans müsse die Sollstruktur der Feuerwehr je nach Standort und Einsatzzahlen ermittelt und mit dem Ist-Zustand verglichen werden, sagt die Verwaltung.

Fotostrecke Garbsen: Eine Zukunft für die Feuerwehr

Welche Wünsche hat die Feuerwehr? Es gehe bestimmt nicht um Wünsche, sagt Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker. Es gehe darum, das Notwendige systematisch vorzubereiten. Und da steht der Neubau einer Feuerwache Garbsen, in letzter Zeit schon leidenschaftlich diskutiert, nicht an oberster Stelle. "In der Feuerwache Frielingen haben wir massive Schwierigkeiten mit der Höhe", sagt Kreinacker, der Standort Heitlingen habe immer noch die alten Tore, und in Stelingen regne es  durch das Dach in die Halle. Da müsse über Neubauten nachgedacht werden.

Ein noch drängenderes Problem scheint der Personaleinsatz zu sein. "Wir haben immer mehr Aktive, die auswärts arbeiten", sagt Kreinacker, "und deren Arbeitgeber sich weigern, sie bei Alarmierung freizugeben." Das führe dazu, dass immer schon zwei oder sogar drei Ortsfeuerwehren alarmiert werden, "damit wir überhaupt die notwendige Personalstärke bei einem Einsatz erreichen." Das sei ein unhaltbarer Zustand.

Die Feuerwehr sieht eine Lösung darin, Verwaltungsmitarbeiter, die bei Garbsner oder auch den Feuerwehren anderer Städte aktiv sind, bei den Tagesalarmierungen einzubinden. "In Laatzen wird das schon praktiziert", sagt Kreinacker. Dort stehe das Feuerwehrfahrzeug morgens startbereit vor dem Rathaus. Notwendig geworden sind solche Überlegungen auch, weil die Einsatzzahlen seit 2013 kontinuierlich steigen. Seit 2016 sind Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben. Das führt auch zu vielen Fehlalarmierungen.

Schon Anfang des Jahres wies der Garbsener Ortsbrandmeister Thomas Cremer daraufhin, dass ein Gerätewagen für Logistik dringend angeschafft werden müsse. Kreinacker sieht außerdem die Notwendigkeit einer Gefährdungsanalyse in den jeweiligen Ortsteilen, etwa bei den Pflegeheimen.

Fahrzeuge, veraltete Feuerwachen, Personalstärke, Gefährdungsanalysen: Die Arbeitsgruppe, deren Einrichtung der Feuerschutzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 31. August, ab 18 Uhr in der Feuerwache Oberende beschließen will, hat also schon jetzt eine lange To-Do-Liste. Für die Arbeitsgruppe werden drei Fachkräfte aus der Verwaltung, darunter Kämmerer Walter Häfele, drei Mitglieder aus dem Feuerschutzausschuss und drei aus der Feuerwehr ernannt, darunter Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker und zwei weitere Vertreter aus dem Stadtkommando.

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