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Nachrichten Garbsen will sein Image aufpolieren
Umland Garbsen Nachrichten Garbsen will sein Image aufpolieren
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20:32 19.05.2014
Von Sven Sokoll
Will sein Image verbessern: Die Stadt Garbsen - hier das Rathaus.
Will sein Image verbessern: Die Stadt Garbsen - hier das Rathaus.
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Garbsen

Diesen Vorschlag hatte die CDU/FDP-Gruppe im April gemacht, weil sie auch eine negative Wirkung auf mögliche Investitionen in der Stadt fürchtet. Die Verwaltung hat die Idee jetzt in eine Vorlage aufgenommen, in der es um die aktuelle Lage nach den Straftaten geht. Wenn der Rat zustimmt, bekommt die Verwaltung den Auftrag, bis zu den Haushaltsberatungen für das nächste Jahr Vorschläge zu sammeln, wie eine solche Kampagne für Garbsen aussehen könnte – und was sie kostet.

Sozialdezernentin Iris Metge berichtet in der Vorlage außerdem aus der jüngsten Sitzung der Lenkungsgruppe des Präventionsrates. Dieser habe die Arbeit im sogenannten Projekt X des Vereins „Die Gruppe Jugendhilfe“ mit den Jugendlichen vom Sperberhorst gelobt, wenn auch erst ein Anfang gemacht ist.

Ein klares Nein habe es aber auch aus dem Präventionsrat zu den Sicherheitsdiensten, der Videoüberwachung und privat organisierten Streifen gegeben. Die Runde will aber Initiativen unterstützen, mit denen Nachbarschaftsrunden ihr subjektives Sicherheitsgefühl verbessern wollen – etwa auch zum Thema Einbrüche.

Auf positive Resonanz stößt bei den Experten das Konzept der Nachtwanderer, die mit Jugendlichen an ihren abendlichen Treffpunkten ins Gespräch kommen. Diese könnten aber noch weitere Unterstützung von Freiwilligen gebrauchen. Deshalb soll weiter dafür geworben werden.

Kommentar von Sven Sokoll

Probleme nicht übertünchen

Man mag es bedauern, doch es ist so: Schlechte Nachrichten über eine Stadt verbreiten sich schnell und setzen sich für lange Zeit in den Köpfen fest. Wer Garbsen kennt, weiß aber: Hier gibt es zwar dringende Probleme, doch die Stadt hat auch viele gute Seiten. Deshalb sollten alle überzeugten Garbsener sich selbst zum Botschafter machen und das ganze Bild erklären, wenn sie andernorts nur auf die Klischees stoßen. Um einen Wandel zu befördern, lässt sich auch über eine professionelle Imagekampagne durchaus nachdenken.

Sie darf aber nicht nur ein Mittel sein, um Probleme zu übertünchen: Gleichzeitig muss die Stadt weiter hart daran arbeiten, den Ursachen der Brände an die Wurzeln zu gehen. Jeder Euro, der sich für dieses Ziel in sinnvolle Projekte investieren lässt, kann sich am Ende nämlich doppelt auszahlen: Nicht nur für den Frieden in der Stadt, sondern eben auch bei ihrem Bild nach außen.

Markus Holz 18.05.2014
Matthias Abromeit 18.05.2014
Sven Sokoll 18.05.2014