Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Zu wenig Raum, zu wenig Personal: GSG unter Druck
Umland Garbsen Nachrichten Zu wenig Raum, zu wenig Personal: GSG unter Druck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 07.08.2017
Jetzt geht der Unterricht wieder los, mit Hindernissen: Garbsener Schulleiter klagen darüber, dass Pädagogen an andere Schulen abberufen werden. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Garbsen

Diese neue Situation hat schmerzhafte Folgen: Kürzungen im Pflichtunterricht werden unumgänglich sein, die Unterrichtsversorgung an der Schule könnte unter 98 Prozent sinken, sagt Herholt.

Auch räumlich wird es nach den Worten des Schulleiters langsam knapp am GSG. Inklusion und die Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren (G9) haben Folgen für den Raumbedarf. Außerdem geht die Schule im Schuljahr 2017/18 erstmals fünfzügig an den Start. Dann besuchen insgesamt 828 Schüler das Gymnasium. "Wir freuen uns natürlich über den Zuspruch, doch räumlich stoßen wir langsam an unsere Grenzen", sagte Herholt.

Anzeige

Ein Kunstraum ist bereits in einen Unterrichtsraum umgewandelt worden. Die Fachbereiche Musik, Physik sowie die Oberstufe sind im Gebäude der James-Krüss-Grundschule untergebracht. Doch auch die hat Raumbedarf. "Wir sind mit der Stadt im Gespräch", sagte Herholt.

Besser, wenn auch unbefriedigend für die Schule, ist die Situation am Johannes-Kepler-Gymnasium im Stadtteil Auf der Horst. "Wir müssen sieben Stunden abordnen, wissen aber noch nicht, an welche Schule", sagte Schulleiter Dieter Schwandt. Das sei im Vergleich zu anderen Schulen relativ wenig, so Schwandt. Zwei Lehrer haben sich dazu bereit erklärt, an anderen Schulen zu unterrichten.

"Wir warten solange ab, bis die Behörde uns sagt, welche Schule das sein wird", sagte der Schulleiter. Er teilt die Auffassung seines Kollegen Herholt, dass die Informationen viel zu spät gekommen seien, weil die Pläne alle fertig waren. "Irgendwie werden wir das auffangen", sagte Schwandt.

Mit den Räumen komme die Schule "gerade so hin", ein Jahrgang mehr und es werde knapp. Aus einem alten Hörsaal würde sie gerne zwei Klassenräume machen, ansonsten gibt es im Gebäude keine Reserve. "Wir sind daher in Gesprächen mit der Stadt", sagte der Schulleiter.

Die IGS Garbsen hat bislang keine Aufforderung erhalten, Lehrer-Stunden abzugeben. "Im Vergleich zu anderen Schulen stehen wir momentan gut da", sagt Schulleiter Andreas Hadaschik. Die Unterrichtsversorgung werde voraussichtlich genau so hoch sein wie im vergangenen Jahr, also bei etwa 99 Prozent liegen.

Die Landesschulbehörde habe sogar zugesagt, Ausfälle durch Schwangerschaft und Krankheit durch zusätzliche Vertretungsstunden auszugleichen. Einziges Problem: In einigen Bereichen wie Physik, Biologie und Französisch ist "der Markt komplett leergefegt", wie Hadaschik sagt. Deshalb müssten sich einige Lehrer flexibel zeigen und kurzfristig in ihrem Zweitfach unterrichten, wenn Bedarf herrsche.

Von Anke Lütjens und Gerko Naumann

Anke Lütjens 07.08.2017
Bernd Riedel 06.08.2017
Markus Holz 06.08.2017