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Nachrichten Pflegedienst investiert in Mitarbeiter-Zufriedenheit
Umland Garbsen Nachrichten Pflegedienst investiert in Mitarbeiter-Zufriedenheit
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00:17 26.01.2018
Die Geschäftsführer David Buchholz (links) und René Biesenthal sowie Pflegedienstleiterin Nadine Buchholz hatten die Idee für den Fitnessraum. Quelle: Gerko Naumann
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Altgarbsen

 Die Pflegebranche bekommt den Fachkräftemangel derzeit besonders stark zu spüren. Ausgebildete Frauen und Männer werden dringend gesucht. Bei einem Arbeitgeber wie dem Garbsener Pflegedienst ist deshalb Kreativität gefragt. Die Geschäftsführer haben nach dem Umzug von Garbsen-Mitte ins Centrum Kohake nach Altgarbsen einen Fitnessraum für die Mitarbeiter eingerichtet und bieten dort künftig eine Betreuung für deren Kinder an – und das bei nur 15 Mitarbeitern.

Um Mitarbeiter zu halten und anzuwerben, richtet der Pflegedienst Garbsen einen Fitnessraum ein. Dafür gibt es Geld vom Land Niedersachsen.

Für die dafür notwendigen Anschaffungen und das zusätzliche Personal haben die Geschäftsführer David Buchholz und René Biesenthal 90.000 Euro Fördergeld bekommen. Es stammt aus den Mitteln des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie. „Wir hatten schon länger vor, etwas für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. Darum ging es in dem Programm, deshalb haben wir uns beworben“, berichtet Buchholz.

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Ziel: Junge Mütter entlasten

Vor allem die jungen Mütter, und davon arbeiten einige in dem vor eineinhalb Jahren gegründeten Betrieb, sollen entlastet werden. Zunächst hatte Buchholz die Idee, ein Ferienhaus an der Nordsee zu kaufen, das die Angetellten in ihrem Urlaub hätten nutzen können. Doch dann entschied er sich mit seinem Geschäftspartner dazu, etwas im Alltag zu verändern. Künftig passt eine Studentin, die auf 450-Euro-Basis beschäftigt ist, auf die Kinder der Mitarbeiter auf. „Später wollen wir dann eine Erzieherin mit Voll- oder Teilzeitstelle suchen“, kündigt Buchholz an.

Fitness stärkt Muskeln und Teamgeist

Der Raum neben der geplanten „Mini-Kita“ ist schon fertig, und wird von den Pflegekräften fleißig genutzt. Darin haben die Verantwortlichen ein voll ausgestattetes Fitnessstudio eingerichtet – inklusive Hantelbänken, Laufband, Boxsack und der Ausrüstung für das sogenannte Elektrostimulationstraining. Außerdem kommt regelmäßig eine ausgebildete Trainerin vorbei. „Hier können unsere Angestellten zwischen zwei Patiententerminen und in ihrer Freizeit trainieren“, sagt Buchholz. Das habe auch einen positiven Effekt auf den Zusammenhalt im Team, weil sich die Menschen dort regelmäßig treffen, die sich während der Arbeitszeit eher selten sehen.

Balance zwischen Arbeit und Freizeit

Ohnehin herrscht in der neuen 230 Quadratmeter großen Zentrale des Pflegedienstes keine typische Büro-Atmosphäre. Der große Aufenthaltsraum ist mit Sofas und einem großen Fernseher ausgestattet und erinnert an ein gemütliches Wohnzimmer. Bei der Gestaltung durften die Mitarbeiter mitbestimmen. „Gerade bei jungen Pflegekräften wird die Balance zwischen Arbeit und Freizeit immer wichtiger“, sagt Pflegedienstleiterin Nadine Buchholz.

Und um die müssen Arbeitgeber in der immer wichtiger werdenden Branche (Stichwort: alternde Gesellschaft) eben kämpfen, betont Biesenthal. „An Patienten mangelt es nicht, sondern an geeignetem Personal.“

Verfahren eingestellt: Auf den Kosten für den zerstörten Smart bleiben die Eigentümer sitzen. Quelle: Gerko Naumann

Smart umgeworfen: Polizei stellt Verfahren ein

Eine bittere Nachricht erreichte die Geschäftsführer des Garbsener Pflegedienstes am Montag dieser Woche. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen die Unbekannten eingestellt, die Anfang November einen Smart des Unternehmens umgeworfen und damit einen Totalschaden angerichtet haben. Die Eigentümer hatten eine Belohnung von 500 Euro auf Hinweise zu möglichen Tätern ausgelobt.

„Inklusive der Ausfallzeit und der Neuanschaffung hat uns das Ganze etwa 10.000 bis 13.000 Euro gekostet“, sagt René Biesenthal. Weil es sich bei der Tat um Vandalismus handelt, zahlt die Versicherung nicht und der Pflegedienst bleibt auf dem Schaden sitzen. Für ein kleines und junges Unternehmen sei das eine ernsthafte Belastung, sagt Biesenthal: „Das ist absolut ärgerlich.“

Von Gerko Naumann