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Umland Garbsen Nachrichten Heimatmuseum zeigt Entdeckerausstellung
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08:04 26.04.2013
Von Sven Sokoll
Museumsvereinschef Hans-Dieter Stölting hält Holzschnitzereien aus der chinesischen Stadt Hangzhou in der Hand. Quelle: Thomas Lunitz
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Garbsen

Viel Vorlauf hatten die Macher nicht: Eigentlich wollte der Freundeskreis Garbsen jetzt bei einer Bürgerausstellung ebenfalls in die Ferne schweifen, aber mit Kunst aus aller Herren Länder, die in Garbsener Wohnzimmern steht. Wegen schwacher Resonanz vertagten die Partner dieses Projekt dann aber.

So schauten die Vorstandsmitglieder des Museumsvereins in ihre Bestände und entwickelten daraus eigene Beiträge zur Entdeckerausstellung. „Wir können natürlich nicht die gesamte Entdeckungsgeschichte zeigen“, sagt der Vorsitzende Hans-Dieter Stölting. Mit alten Büchern, Fotografien und Zeichnungen dokumentiert Manfred John die Bemühungen, Arktis und Antarktis zu erkunden und die Pole zu erreichen. Eva Hartmann beschäftigt sich mit Australien und zeigt dabei unter anderem, dass nicht nur Europäer, sondern auch die Chinesen als Entdecker aktiv waren. Die Geografin hat außerdem aufgereiht, wie sich die Darstellungen der bekannten Erdteile auf den Weltkarten von Ptolemäus im zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung bis heute gewandelt haben.

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Die Expeditionen vor allem von Heinrich Barth im 19. Jahrhundert stehen in einem Afrika-Teil im Mittelpunkt. Die Ausstellung zeigt Mitbringsel - Kunst und bizarre Sandrosen -, die der Garbsener Gottfried Hartmann um 1960 von Reisen in die Sahara mitgebracht hat.

Nicht jeder Entdecker erreichte das Ziel Hangzhou

Marco Polo hat im 13. Jahrhundert von ihr geschwärmt, Christoph Kolumbus wollte sie die deshalb rund 200 Jahre später auch erreichen – nur auf dem Seeweg: Die chinesische Hafenmetropole Hangzhou hat die europäischen Entdecker des späten Mittelalters angetrieben. Kolumbus kam auf dem Weg dorthin allerdings etwas dazwischen: Amerika. Museumsvereinschef Hans-Dieter Stölting, Elektrotechnik-Professor im Ruhestand, hat Hangzhou in den Jahren 1984 und 2000 besucht und macht die Stadt in der Ausstellung jetzt zum Thema. „Dort gibt es einen Westsee, der oft besungen wird. Die Anlagen sind auch mehrfach kopiert worden“, schildert er. Im Museum zeigt Stölting außer Dokumenten und Karten unter anderem eine Holzschnitzerei aus der Metropole, die er mitgebracht hat.

Sven Sokoll 25.04.2013
25.04.2013