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00:19 25.04.2014
Von Markus Holz
Wachsamer als andere: Renke Hudy versucht, einen privaten Streifendienst zu organisieren.
Wachsamer als andere: Renke Hudy versucht, einen privaten Streifendienst zu organisieren. Quelle: Markus Holz
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Garbsen

Ulrich Knappe, Leiter der Polizeiinspektion Garbsen, und Bürgermeister Alexander Heuer halten den privaten Streifendienst für „nicht hilfreich“ und raten zu Vorsicht. „Die Idee ist gut gemeint. Ich kann verstehen, dass der Wunsch groß ist, selbst etwas zu unternehmen. Bei der Wahl der Mittel sollten wir aber mit Bedacht vorgehen“, schrieb Heuer am Dienstag.

Knappe befürwortet die Idee offiziell nicht. „Wir können es nicht verbieten, aber wir sehen Gefahren“, sagte Knappe. Die Streifen könnten in Gefahr geraten oder übermotiviert zu Selbstjustiz greifen. In der aktuellen Lage sei jedermann aufgefordert, Kennzeichen, Automarken, Zeiten, Orte, Personen zu dokumentieren, wenn sich Ungewöhnliches abspiele und dies schnell zu melden. Er will Hudy zum Gespräch einladen. Streifendienst sei Aufgabe der Polizei. Ideen und Bürgerengagement seien aber willkommen.

Heuer bittet, sich mit Vorschlägen zuerst an das Präventionsteam der Polizei zu wenden. Dieses Team ist unter Telefon (0 51 31) 7 07 45 41 erreichbar.

Der Bericht der Leine-Zeitung am Dienstag war im Internet auf großes Interesse gestoßen. Hudy berichtet ähnliches über seine Facebook-Seite. „Viele loben die Idee, aber Mitmacher melden sich wenige“, sagt er. Am Dienstag hat er erfahren, dass es in Havelse seit etwa drei Wochen einen Kreis von Streifenfahrern gibt. „Damit verkleinert sich mein Gebiet, das ist gut“, sagt der 23-Jährige. „Ich will der Polizei nichts wegnehmen, ich möchte nur, dass wir mehr Leute werden, die etwas intensiver aufpassen.“

Dutzende Mal brannte es in den vergangenen vierzehn Tagen in den Garbsener Stadtteilen. Die Bürger sind besorgt und erinnern sich an die Brandserie vor einem Jahr: Ein Überblick in Bildern.
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