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Umland Garbsen Nachrichten IGS-Schüler geben sich gegenseitig Nachhilfe
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10:08 15.03.2018
Student Hasan Colpan (rechts) erklärt Hani Aufgaben zur Pluralbildung. Quelle: Linda Tonn
Garbsen-Mitte

 So wirklich klappen will es nicht mit Marvins Geschichte von dem Jungen, der die Welt retten will. „Hier, lies’ mal“, sagt der Zehnjährige und schiebt das Blatt zu Michelle rüber. Marvin ist in der fünften Klasse der Integrierten Gesamtschule (IGS) Garbsen, die 14-jährige Michelle besucht die neunte Klasse. Beide lernen voneinander. „Meine Noten sind schon besser geworden“, sagt Marvin, während er auf dem Stuhl hin- und herwippt. „Ich will Grundschullehrerin werden, da ist die Nachhilfe eine gute Übung“, sagt Michelle.

Lernkaskade“ nennt sich das Förderprojekt, an dem die beiden gemeinsam mit mehr als 50 weiteren IGS-Schülern teilnehmen. Seit Herbst 2017 wird die Nachhilfe der etwas anderen Art angeboten – auch die Realschule Misburg und die IGS Kronsberg nehmen daran teil. Der gemeinnützige Verein Chancenwerk aus Nordrhein-Westfalen stellt Material und Personal und hat das Projekt mittlerweile im gesamten Bundesgebiet etabliert. Das Besondere: Die Schüler der 9. und 10. Klasse geben Nachhilfe, können ihrerseits aber auch kostenlose Unterstützung von Lehramtstudenten in Anspruch nehmen. Die Studenten sind freie Mitarbeiter von Chancenwerk, die für die Praxis üben. Sie arbeiten auf Honorarbasis.

Lernen auf Augenhöhe

Das gemeinsame Lernen funktioniert gut. „Ich wollte bessere Noten schreiben und die Nachhilfe macht Spaß“, sagt der zehnjährige Justin und markiert Passagen in einem Märchen. „Die Schüler haben nicht das Gefühl, dass da ein Lehrer ist, der jeden kleinen Fehler bewertet. Sie lernen eher auf Augenhöhe“, sagt die pädagogische Koordinatorin von Chancenwerk, Songül Kavut. Ein Neuntklässler könnte einem Fünftklässler auch mal ins Gewissen reden: „Das wirkt für die Schüler authentischer.“

Es gibt noch freie Plätze

Seit das Projekt gestartet ist, haben sich bereits 29 Schüler aus der Unterstufe und 29 Neunt- und Zehntklässler der IGS angemeldet. Es gäbe auch noch mehr Plätze, sagt Jasmin Friedberg. „Manche Schüler bringen auch mal Freunde zum Schnuppern mit.“ Friedberg koordiniert die Nachhilfe an den Schulen, betreuut die Studenten, gibt Material aus. Wenn die Kleinen mal kleine Lust zum Arbeiten haben, hat die Studentin auch Rätselblöcke oder Spiele im Gepäck. 

Die Klosterkammer Hannover finanziert das Förderprojekt, in bei dem an der IGS die jüngeren Schüler an zwei Tagen, die älteren an einem Tag in der Woche betreuut werden. In drei Räume narbeiten die Teams an Mathehausaufgaben, bereiten Tests vor, lernen Vokabeln. „Manchmal muss ich mich erst in ein Thema einlesen“, sagt die 14-jährige Michelle. „Aber meistens kann ich mich noch daran erinnern.“ In einem Lerntagebuch notieren die Schüler, was zu tun ist. Der 22-jährige Hasan Colpan, Lehramtstudent für Politik und Physik, begleitet als Lernkoordinator die Nachhilfe-Teams und greift ein, wenn die Schüler während den 90 Minuten unruhig werden oder stören. Dem elfjährigen Hani legt er ein Übungsblatt zur Pluralbildung vor. „Fang erstmal an und wenn du Fragen hast, dann meldest du dich.“ 

Durch die Lernkaskade könne die IGS Förderung sowohl für benachteiligte als auch für überdurchschnittliche Schüler anbieten, sagt Christopher Nordmeyer, Fachbereichsleiter Ganztag. Das passe zu einer Schule, in der jeder auf den anderen achte. „Wir bieten die Nachhilfe für einen Mitgliedsbeitrag ab 20 Euro im Monat“, sagt Kavut. Eltern, die diesen Betrag nicht aufbringen könnten, erhielten Lernförderung. „Die Nachhilfe soll bildungsgleich und chancengerecht sein.“

Von Linda Tonn

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