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Umland Garbsen Nachrichten Im alten Rohrnetz versickert das Geld
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20:06 18.01.2013
Dreieinhalb Kilometer PVC-Rohr will der Verband pro Jahr legen. Quelle: Uwe Kreutzer
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Garbsen

Die Altschulden stehen schon in der Eröffnungsbilanz aus den sechziger Jahren, fielen bisher aber nicht ins Gewicht. Damals hatten Gemeinden mehr Schulden in das Unternehmen eingebracht, als ihr Leitungsnetz wert war. Der wahre Wert wurde nie geprüft, steht aber in den Büchern. Das Minus wird anteilig auf die Mitgliedskommunen aufgeteilt und muss in deren Büchern wieder auftauchen.

Auf Garbsen entfallen rund 900000 Euro, die die Stadt im Notfall zu zahlen hätte. Die Zahl wird als Risikofaktor in der Eröffnungsbilanz auftauchen. Das ist seit Einführung der neuen Haushaltsführung Pflicht; erst dadurch wird das Problem jetzt in allen Mitgliedsgemeinden bewusst. Übersteigt der Schuldenstand das Anlagevermögen, wäre ein privatwirtschaftliches Unternehmen nicht mehr kreditwürdig. „Wir sehen das Problem und wollen es lösen“, sagte Geschäftsführer Reinhard Niemeyer gestern, „aber wir wollen von den Gemeinden keine Umlage erheben, sondern das aus eigener Kraft schaffen.“

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Der Ende Januar neu zu wählende Vorstand wird ein zweites Problem angehen müssen: Der Verband muss in den nächsten 20 Jahren große Teile seines 885 Kilometer langen Netzes sanieren, vor allem in Garbsen. Finanziert wird das über Kredite. Der Verband wird Ende des Jahres rund 17 Millionen Euro Schulden haben. In fünf Jahren könnten es nach heutiger Kalkulation 24 Millionen Euro sein.

Der Verband zahlt heute jährlich 1,7 Millionen Euro als Zins und Tilgung. „Wir beobachten das mit großer Sorge“, sagt das Garbsener Vorstandsmitglied Gunther Koch (CDU). Niemeyer nennt die Verschuldung gemessen am Wert des Verbandes „angemessen, aber wir werden in einigen Jahren sicher auch über den Wasserpreis reden müssen“.