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Umland Garbsen Nachrichten Inklusion ist ungerecht verteilt
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18:55 20.03.2015
Von Bernd Riedel
In Garbsen-Mitte gehen relativ viele Schüler mit Förderbedarf auf die Grundschule, in Horst und Schloß Ricklingen sind des weniger.
In Garbsen-Mitte gehen relativ viele Schüler mit Förderbedarf auf die Grundschule, in Horst und Schloß Ricklingen sind des weniger. Quelle: Holger Hollemann (Symbolbild)
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Garbsen

Es gibt fast durchweg gute Noten für die Garbsener Schullandschaft. Einige Dinge seien offenbar richtig gemacht worden, sagte Wolf Krämer-Mandeau von der Bonner Beratungsagentur Biregio bei einer Sondersitzung des Schulausschusses über die Schulentwicklungsplanung am Donnerstagabend.

Nach einer Präsentation der Ergebnisse einer Elternbefragung und der Entwicklungslinien in den Garbsener Schulen erkannte die Schuldezernentin Iris Metge zwei Kernaufgaben: Erstens müsse die Stadt die Wünsche der Eltern nach Ganztagsangeboten ernst nehmen und diese entsprechend ausbauen. Damit in Zusammenhang stehe die steigende Nachfrage nach Hortangeboten, auf die man reagieren müsse. Zweitens müsse im Grundschulbereich der inklusive Unterricht gleichmäßiger verteilt werden.

Letzteres hatte Krämer-Mandeau scharf herausgearbeitet: Die Anteile inklusiven Unterrichts seien an manchen Grundschulen überproportional stark, wie etwa bei der Grundschule Garbsen-Mitte. Dort beträgt der Anteil der Kinder mit Förderbedarf fast 11 Prozent, während er in den Grundschulen Horst und Schloß Ricklingen null betrage. Wenn Garbsen nicht aufpasse „werden Sie bald heimliche Förderschulen haben statt einer gerechten Verteilung der Verantwortung“, sagte Krämer-Mandeau. Zugleich gab es großes Lob: „Es gibt eine hohe Aufgeschlossenheit für die Inklusion“, sagte Anja Reinermann-Matatko von Biregio.

Die Gesamtzahl der Schüler steigt in den nächsten Jahren nicht signifikant - fällt aber auch nicht. Für Krämer-Mandeau ist das positiv: „Garbsen ist eine junge Stadt“, sagte er. Die Beliebtheit der IGS bleibt weiter hoch, während alle anderen Schulformen verlieren; die Gymnasien nicht so stark wie in anderen Städten. „Offenbar haben sie das Prinzip der IGS ,fordern und fördern‘ übernommen.“ Wenn man Hauptschulen und Realschulen zusammenlege, würde Raum für eine zweite IGS frei, wenn man sie wolle - ohne dass die Stadt bauen müsse.

Die Ergebnisse sollen in Arbeitsgruppen aufgearbeitet und interpretiert werden.

Bernd Riedel 20.03.2015
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