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Umland Garbsen Nachrichten Kindergarten feiert 50 Jahre Miteinander
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00:16 24.05.2017
Eine 50 aus Schmetterlingen: Leiterin Ingrid Kamp (Mitte) nimmt Glückwünsche entgegen. 
Eine 50 aus Schmetterlingen: Leiterin Ingrid Kamp (Mitte) nimmt Glückwünsche entgegen.  Quelle: Gerko Naumann
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Auf der Horst

Auf dem Grill brutzeln die Würstchen, im Garten toben die Kinder, die Sonne strahlt. Und Ingrid Kamp auch. Die Leiterin des katholischen Kindergartens freut sich, dass so viele Gäste zu der Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens gekommen sind. Sie ist seit 28 Jahren dabei, war vorher schon zwölf Jahre bei St. Maria Regina in Berenbostel tätig. Viele Eltern kennt sie mit Vornamen, weil sie schon als Kinder hier betreut wurden.

In dieser Zeit ist eines immer gleich geblieben. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist nach wie vor hoch wie nirgendwo sonst im Stadtgebiet. 92 Prozent der Kinder stammen aus Familien, die ihre Wurzeln in einem anderen Land haben. Das bedeutet auch: Andere Religionen und andere Bräuche. Trotzdem entscheiden sich viele bewusst für den katholischen Kindergarten. Warum? "Weil wir nicht versuchen, die Kinder zum christlichen Glauben zu bekehren, sondern weil wir Tag für Tag unsere Werte hier vorleben", verrät Kamp das Erfolgsrezept aus ihrer Sicht.

Zu erleben ist das am Sonntag im Gottesdienst. Da sitzen Frauen mit Kopftüchern ganz selbstverständlich neben den Katholiken, die jeden Sonntag da sind. Pfarrer Christoph Lindner segnet jeden. "Segen bedeutet gute Wünsche für jeden Menschen. Und genau das ist ja auch immer das Konzept in St. Raphael gewesen", sagt er. Die Erziehung im Kindergarten basiere auf christlichen Werten wie Nächstenliebe, das sei auch allen muslimischen Eltern klar. "Sie bringen ihre Kinder gerade deswegen zu uns, weil sie merken, dass hier ein besonderer Geist herrscht", sagt der Geistliche.

Da stimmt ihm sein Vorgänger Benno Nolte zu, der 18 Jahre lang Pfarrer in St. Raphael war. Er erinnert sich noch an Zeiten, in denen das Zusammenleben der Religionen etwas komplizierter war. "Manche muslimische Eltern haben ihren Kindern vor Jahren noch verboten, an christlichen Festen teilzunehmen." Heute komme das fast gar nicht mehr vor. Das liege auch daran, dass der Kindergarten am Mirahof und seine Mitarbeiter sich einen sehr guten Ruf im Stadtteil erarbeitet haben.

Die Einrichtung wurde am 31. März 1967 eröffnet - nur kurz nach der Gründung des Stadtteils selbst. Anfangs wurden dort 60 Kinder betreut, heute sind es 134. Das Gebäude wurde 1987 um einen Bewegungs- und Schlafraum erweitert. Seit 2009 gibt es zudem auf Wunsch vieler Eltern eine Krippengruppe.

Fotostrecke Garbsen: Kindergarten feiert 50 Jahre Miteinander

Von Gerko Naumann