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Nachrichten Krippenplätze: Bedarf rechnerisch erfüllt
Umland Garbsen Nachrichten Krippenplätze: Bedarf rechnerisch erfüllt
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18:42 29.07.2013
Von Markus Holz
In Meyenfeld wird der Kindergartenanbau zum 1. April fertig. Handwerker richten den Dachstuhl. Quelle: Markus Holz
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Garbsen

In einer Berechnung der Region war Garbsen 2011 das Schlusslicht im Raum Hannover. Heute stehen 336 Krippenplätze zur Verfügung, weil die Bundesregierung mit dem Rechtsanspruch Druck auf die Kommunen ausgeübt hatte. 1449 Kinder unter drei Jahren waren bis Ende 2012 bei der Stadt angemeldet.  Weil nie alle Kinder angemeldet werden, haben Fachleute als Richtschnur für Städte wie Garbsen 35 bis 39 Prozent angegeben – das macht für Garbsen etwa 500 bis 560 Plätze. Die Stadt zählt nicht nur ihre Krippenplätze zum Betreuungsangebot, sondern auch altersübergreifende Gruppen und vor allem Tagesmütter. Macht zusammen 463 Plätze oder eine Versorgungsquote von 32 Prozent. Das klingt nach „zu wenig“; aber die Stadt ist eher vorsichtig was Schätzungen angeht.

Zum einen wird jetzt für weitere sechs Krippengruppen mit 91 Plätzen gebaut. Ist die letzte Krippe im April 2014 fertig, kommt die Stadt alles in allem auf 554 Plätze und könnte damit fast 40 Prozent der unter Dreijährigen versorgen. Zum zweiten hat die Stadt Reserven: 90 weitere Plätze wären innerhalb kurzer Zeit einzurichten, sofern sich dafür Bedarf abzeichnet. In allen 13 Ortsteilen Krippen zu schaffen kostet Geld: Zwölf Millionen Euro sind in neue Räume und Ausstattungen geflossen. Die Hälfte hat Garbsen aufgebracht, die andere Hälfte teilen sich Bund, Land und Region. Für das tägliche Geschäft gilt diese Aufteilung nicht: Die Betreuungskosten, abgesehen von Zuschüssen für Familien, teilen sich Stadt, Kindergartenträger und Eltern. Für die Stadt bedeutet dies einen Kostensprung von 3,87 Millionen (2006) auf 7,9 Millionen Euro (2014) Jahr für Jahr.

Krippenplätze

Millionen für die Aufholjagd

Mit einer Krippe und 13 Plätzen am Kreuzstein ist die Stadt 2005 in eine immense Aufholjagd gestartet. 191 Plätze waren es vor zwei Jahren, 336 sind es bis Anfang oder Mitte August; 427 werden es in neun Monaten sein. Rechnerisch ist das immer noch das Minimum; aber die Rechnung könnte aufgehen. Und es gibt Reserven. Verwaltung und Politik haben bei diesem Spurt an einem Strang gezogen, Millionen locker gemacht und anderes zurückgestellt. 25 Kindertagesstätten werden von unterschiedlichen Trägern in Garbsen betrieben, 20 haben bis 2014 mindestens eine Krippengruppe.

Markus Holz 31.07.2013
Markus Holz 28.07.2013