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Umland Garbsen Nachrichten Land gibt 90 Millionen für Uni-Campus
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07:29 04.04.2012
Von Juliane Kaune
Foto: Am Standort der Leibniz Universität in Garbsen entsteht ein neuer Campus für Maschinenbau.
Am Standort der Leibniz Universität in Garbsen entsteht ein neuer Campus für Maschinenbau. Quelle: Joos
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Hannover

Rund 90 Millionen Euro investiert das Land in den fast 21.000 Quadratmeter großen Komplex, der ab 2014 in Nachbarschaft zum Produktionstechnischen Zentrum (PZH) entsteht, in dem bereits sechs Uni-Maschinenbauinstitute in Zusammenarbeit mit Unternehmen an technischen Innovationen forschen. In den neuen Komplex ziehen elf weitere Institute der Fakultät ein – sie sind derzeit noch in der Nordstadt untergebracht. Unterm Strich werden künftig bis zu 5000 Studenten vor den Toren Hannovers lernen.

Schon seit Jahren wartet die Uni auf den Startschuss für das Projekt. Mehrfach hatte Präsident Erich Barke öffentlich über den Raummangel in den sanierungsbedürftigen Bauten auf dem Nordstadt-Campus geklagt – und immer wieder auf eine Finanzierungszusage des Landes für das in Garbsen geplante Forschungs- und Lehrgebäude gedrungen. Zuletzt hatte das Wissenschaftsministerium geprüft, ob der Komplex mithilfe eines privaten Investors gebaut werden soll, von dem das Land die Räume langfristig zurückgemietet hätte. Diese Variante wurde nun verworfen. Man habe alle Vor- und Nachteile abgewogen und sich am Ende entschieden, den Bau allein mit Geld aus dem Landesetat zu errichten, teilte das Ministerium mit.

Ministerin Wanka lobte ausdrücklich die Arbeit der Uni-Maschinenbauer: „Um die wissenschaftliche Exzellenz und den hohen Anteil industriefinanzierter Drittmittelforschung auch künftig zu gewährleisten, ist der Neubau dringend erforderlich.“ Barke war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. „Wir freuen uns natürlich riesig, dass es losgehen kann“, ließ Pressereferentin Andrea Wiese ausrichten.

Die Uni will in Kürze mit der detaillierten Bauplanung starten. Neben Versuchshallen und Laboren sind Hörsäle, Seminarräume, eine Mensa und ein Treffpunkt für Studenten vorgesehen. Ursprünglich waren für den Neubau 70 Millionen Euro veranschlagt. Nach Auskunft des Ministeriums hat sich die Raumbedarfsplanung aber noch einmal deutlich verändert, unter anderem weil ein weiteres Institut dazugekommen ist. Die Bauarbeiten, die 2014 beginnen sollen, werden drei bis vier Jahre dauern.

Auch bei der Region freut man sich über die Nachricht. „Wir wollen die Chance nutzen, rund um den neuen Campus in Garbsen und in Marienwerder ein Technologiecluster zu entwickeln, das zu einem Motor der wirtschaftlichen Entwicklung der Region in den nächsten zehn Jahren wird“, sagte Bildungs- und Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz. Um den Campus besser an den Nahverkehr anzubinden, hat die Region für Ende April alle Beteiligten zu einem ersten Planungstreffen eingeladen.

Die Räume, die in der Nordstadt frei werden, will die Uni für ihre naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik und Biologie nutzen.