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Umland Garbsen Nachrichten Röther soll Kinokomplex gekauft haben
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00:16 19.06.2017
Von Markus Holz
Der Rathausplatz von oben: links der Kinokomplex mit dem Cinestar, in der Mitte der Schotterparkplatz und Wiesen bis zur Europaallee. Auf einem Großteil der Freiflächen entwickeln das Unternehmen Röther Modepark und die Stadtverwaltung gerade eine urbane Stadtmitte.
Der Rathausplatz von oben: links der Kinokomplex mit dem Cinestar, in der Mitte der Schotterparkplatz und Wiesen bis zur Europaallee. Auf einem Großteil der Freiflächen entwickeln das Unternehmen Röther Modepark und die Stadtverwaltung gerade eine urbane Stadtmitte. Quelle: Archiv/Christian Burkert
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Garbsen-Mitte

Den Verkauf der Immobilie hatte der bisherige Eigentümer, die Finanzgesellschaft Schroder Real Estate, am Montag in Branchenkreisen bekannt gegeben. Dass Röther der Käufer ist, wissen eingeweihte Kreise in Politik und Verwaltung.

Schroder hatte das Gebäude im Frühjahr 2005 für einen Spezialfonds erworben, eine reine Investition für Kapitalanleger. Der Mietvertrag mit der Lübecker Kinogruppe Cinestar soll kurz vor dem Verkauf langfristig verlängert worden sein. Der Gebäudekomplex verfügt über 9000 Quadratmeter Mietfläche und 303 Stellplätze. Ein Großteil der Ladenflächen im Erdgeschoss stand viele Jahre leer. Bekleidungsgeschäfte, Eiscafé, Bistro Viva und andere gastronomische Versuche scheiterten, trotz Mietnachlässen, an der fehlenden Frequenz auf dem Rathausplatz.

Einzig das Spazzo und das Cinestar haben sich von Beginn an halten können. Der Komplex wurde 1999 gebaut. Umbauten hatten im Wesentlichen die Mieter getragen. Mehrfach hatten einige Mieter über Mängel und fehlende Instandhaltung am Gebäude geklagt.

Kenan Cakmak (Spazzo) und sein Neffe Erdem Gül sind 2016 als erste in den Zug mit dem Ziel urbane Stadtmitte eingestiegen. Sie bauen im Kinokomplex auf 400 Quadratmetern das Restaurant Felix. Röther gewinnt mit dem Kauf erheblichen Freiraum zum Planen. Er muss keine Baugrenzen mehr einhalten, kann seine neuen Gebäude am Rathausplatz und das Kino besser aufeinander abstimmen und das Parkplatzproblem im Zentrum aus einer Hand lösen. Aus diesem Grund hatte sich vor Jahren der Investor Sonae Sierra schon um das Kino bemüht, war aber nie zum Abschluss gekommen.

Was plant Röther?

Röther plant für den Bereich zwischen Rathausplatz und Europaallee. Das unternehmerische Standbein ist Einzelhandel. Firmenchef Michael Röther will in der Mitte aber eine Kombination aus Handel, Freizeit, Dienstleistung und Wohnen umsetzen - nicht in einem einzigen Objekt wie Sonae vor zehn Jahren, sondern in vier Häusern. Jedes mit unterschiedlicher Form und so angeordnet, dass Plätze und Gassen entstehen. Ziel der Architekten ist ein wohnlicher Bereich, der Menschen anzieht und in dem sie sich gern aufhalten. Und zwar auch nach Ladenschluss, dafür sollen unter anderem Kneipen und Restaurants sorgen - und die Mieter aus dem Umfeld.

In Röthers Quartier soll Einzelhandel in großen Läden entstehen, weil für kleine Geschäfte kaum Mieter zu finden seien. Röther plant mit den Sortimenten Mode/Textil, Spielwaren, Sport, aber auch Lebensmittel, Drogerie und Buchhandel. Nach dem Rahmen, den die Region vorgegeben hat, stehen Röther maximal 19.600 Einzelhandelsfläche zur Verfügung. In seiner Kalkulation zielt das Unternehmen auf Kunden vor allem aus Garbsen und Nachbarstädten im 20-Kilometer-Umkreis. Das ist deutlich kleiner, als der Radius, den Sonae gezogen hatte. 

Gastronomen sollen an den besonders attraktiven Bereichen des Quartiers angesiedelt werden. Etwa 190 Wohnungen für unterschiedliche Mieterkreise könnten in den oberen Geschossen entstehen, ähnlich wie beim Shopping Plaza.

Wer ist Röther?

Das familiengeführte Unternehmen wurde 1972 als Jeansladen in der Innenstadt von Schwäbisch Hall gegründet und hat in 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Seit 1996 setzt Röther auf das Konzept Modepark: Einzelhandel mit Mode von 400 Marken. In Michelfeld bei Schwäbisch Hall entstand vor 20 Jahren das erste Objekt. 2013 betrieb Röther 27 Standorte, heute sind es 40 Häuser in elf Bundesländern und in Österreich. Röther beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2.100 Mitarbeiter. Die Gesamtverkaufsfläche liegt bei 224.000 Quadratmetern.

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