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Umland Garbsen Nachrichten Nach Einbruch in Schule: Schaden ist hoch
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00:15 14.01.2017
"Das ist wirklich ärgerlich": Schulleiter Dieter Schwandt zeigt das zerstörte digitale schwarze Brett.
"Das ist wirklich ärgerlich": Schulleiter Dieter Schwandt zeigt das zerstörte digitale schwarze Brett. Quelle: Gerko Naumann
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Auf der Horst

Auf ihrem Weg durch das Schulgebäude haben die Einbrecher eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Den größten Schaden richteten sie in der Pausenhalle an. Dort zerschlugen sie den Bildschirm des sogenannten digitalen schwarzen Brettes, auf dem unter anderem der aktuelle Vertretungsplan zu sehen war. Allein dieses Gerät hat einen Wert von rund 4000 Euro. "Besonders ärgerlich ist, dass der Förderverein der Schule das Geld dafür mühsam gesammelt hat", sagt Schwandt. Für ihn und seine Kollegen bedeutet das, dass sie zumindest vorübergehend wieder auf Zettel zurückgreifen müssen. Schwandt hofft, dass die Versicherung den Schaden möglichst schnell bezahlen wird.

Die Polizei hat mittlerweile herausgefunden, dass die Einbrecher durch ein Fenster im Musikraum ins Gebäude gelangten. Sie schlugen dort ein kleines Loch hinein, griffen mit der Hand hindurch und öffneten so das Fenster. Hier ließen die Kriminellen ihre Wut auch gleich an einer Gitarre aus, deren Saiten sie zerschnitten. Viele kleine schwarze Flecken am Tatort zeugen noch davon, dass die Polizei reichlich Fuß- und Fingerabdrücke genommen hat. "Es wurde sogar Blut gefunden, vermutlich hat sich einer der Täter am Glas geschnitten", sagt Schwandt.

Schmierereien richten sich gegen die Polizei

Das hielt sie jedoch nicht davon ab, weitere Glasscheiben in diversen Türen und im Pausenverkaufsraum zu zerschlagen. Außerdem beschmierten sie auf ihrem Weg zahlreiche Wände - mit eindeutigen Parolen, die sich gegen die Garbsener Polizei richten. Diese Tatsache lässt Schwandt vermuten, dass es die Täter nicht konkret auf die Schule abgesehen hatten. Aus seiner Sicht waren junge Leute am Werk, die "ihre diffusen Aggressionen rauslassen" wollten. Mit welcher Rücksichtslosigkeit und Brutalität sie dabei vorgingen, erschreckt ihn aber schon. Zum Einschlagen der Fenster rissen sie unter anderem Feuerlöscher aus ihren Halterungen.

Dass dass JKG-Schüler waren, kann sich Schwandt nicht vorstellen. Die Jugendlichen selbst gehen mit dem Verbrechen erstaunlich gelassen um. Das imponiert Schwandt: "Sie haben sich die Arbeit der Polizei natürlich interessiert angesehen, lassen sich ihren Alltag aber nicht von ein paar Kriminellen durcheinanderbringen." Und so sind auch die meisten Spuren des Einbruchs beseitigt, der Unterricht geht wie gewohnt weiter.

Kann ein Zaun helfen?

An einen Einbruch solchen Ausmaßes kann sich Schulleiter Dieter Schwandt nicht erinnern. Mit kleineren Delikten rund um die Schule haben die Verantwortlichen aber immer wieder zu kämpfen. Mal brennt ein Container, mal werden die Wände mit Graffiti beschmiert und im Sommer liegen nach Saufgelagen auf dem Schulhof bergeweise Flaschen herum. Deshalb haben Schwandt und seine Kollegen von der Caroline-Herschel-Realschule und der Hauptschule Nikolaus Kopernikus schon vor einer Weile angeregt, einen Zaun um die Bereiche die Schulhöfe zu ziehen. Die benachbarten Sportvereine würden dann für die Tore einen Schlüssel bekommen. "So könnten wir eine höhere Hürde für Straftaten auf unserem Gelände schaffen", sagt Schwandt.

Die Stadt Garbsen hat diese Idee der Schulleiter aufgenommen und arbeitet an einer Umsetzung. "Es sollen mehrere Zäune errichtet werden", heißt es aus der Verwaltung - unter anderem wie gefordert zwischen Realschule und Gymnasium. Der eingezäunte Bereich wird ausdrücklich als Schulgelände gekennzeichnet und darf ab 22 Uhr nicht mehr betreten werden. „Wir haben für diese Projekte Haushaltsmittel für 2017 angemeldet“, sagt Monika Probst, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kinder und Jugend, Sport und Kultur bei der Stadt Garbsen.

Fotostrecke Garbsen: Nach Einbruch in Schule: Schaden ist hoch

Von Gerko Naumann