Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Neuer Ortsbürgermeister ist tief verwurzelt
Umland Garbsen Nachrichten Neuer Ortsbürgermeister ist tief verwurzelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 25.02.2017
"Wir haben hier sehr viel Potenzial": Der neue Ortsbürgermeister Peter Hahne steht vor der Fläche, auf der Frielingen wachsen soll. Quelle: Gerko Naumann
Horst

Der kalte Wind pfeift. Eine Tasse Kaffee zum Aufwärmen ist jetzt genau das Richtige. Peter Hahne empfiehlt eine kleine Bäckerei um die Ecke. Er öffnet die Tür, ein Glöckchen klingelt. Ein Mann, der an der Theke auf seine Brötchen wartet, dreht sich um und grüßt fröhlich: "Hallo, Peter." Wenig später betritt ein Handwerker im Blaumann den Raum. Im Vorbeigehen klopft er Hahne freundschaftlich auf die Schulter. Man kennt sich halt.

"Genau das schätze ich so am Leben auf dem Dorf", sagt Hahne. Der 46-Jährige ist in Meyenfeld aufgewachsen und zur Schule gegangen. Heute ist er Unternehmer, arbeitet als Dachdeckermeister und Sachverständiger. Er kennt viele, viele kennen ihn. Hahne sagt von sich selbst, er sei in der Gegend tief verwurzelt. Damit meint er außer Meyenfeld auch Horst, Schloß Ricklingen und Frielingen. Für diese vier Orte und ihre etwa 10.000 Einwohner hat er auch deshalb mit seiner Wahl zum Ortsbürgermeister mehr Verantwortung übernommen.

Knapper Sieg in geheimer Wahl

Dabei kam das Ergebnis Mitte Dezember für manchen Beobachter ein wenig überraschend zustande. Einige hatten damit gerechnet, dass Daniela Grunwald-Galler von der SPD an die Spitze des Gremiums gewählt werden würde. Immerhin waren die Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl vor der CDU gelandet - wenn auch nur hauchdünn mit 1,1 Prozent Vorsprung. Am Ende setzte sich dennoch Hahne in einer geheimen Kampfabstimmung mit 5:4 Stimmen durch. Zu seinem Stellvertreter wurde mit Björn Tegtmeier ebenfalls ein CDU-Mann gewählt.

Der konstruktiven Zusammenarbeit im Ortsrat steht das Ergebnis nicht entgegen, versichert Hahne. Auch die neue Zusammensetzung mit fünf Parteien - neben SPD und CDU sind das Grüne, AfD und Unabhängige - sieht er nicht als Problem. Im Gegenteil: "Das ist doch eine bunte Mischung. Wir gehen kollegial miteinander um und pflegen eine gute Diskussionskultur." Seine Wahl sei das Ergebnis einer völlig normalen demokratischen Wahl gewesen. Ohnehin befasst sich Hahne lieber mit der Zukunft als mit der Vergangenheit. Und die hat für den Ortsrat Horst jede Menge spannender Themen zu bieten.

In Horst entsteht ein Treffpunkt

Im Ort Horst selbst fällt dem Ortsbürgermeister da natürlich zuerst der Dorfplatz ein. Die Pläne der Landschafts- und Freiraumplanerin Kerstin Holznagel für die Fläche hat er auf seinem Smartphone gespeichert. Er wischt über den Bildschirm und nickt zufrieden. "Es war schon lange der Wunsch vieler Bürger und des Arbeitskreises Dorfentwicklung, dass der Bereich zwischen der Feuerwehr, der Kirche und dem Stadtarchiv aufgewertet wird", sagt er. Und genau das passiert jetzt: Auf den Plänen sind Grünflächen und Beete rund um den Platz zu sehen. Die Fläche wird außerdem neu gepflastert. Der Gedenkstein am Stadtarchiv wird mit einem Sockel erhöht. Für die Bürger sind neu Sitzmöglichkeiten sind vorgesehen. Zum Abschluss erhält der Platz einen drei mal drei Meter großen Pavillon. Dieser kann mit einer Plane abgedeckt und von Vereinen für Veranstaltungen genutzt werden. Die Bänke darin werden fest verankert. "Für Horst wird dieser Platz ein großer Gewinn", sagt der Ortsbürgermeister. Im Vorbeigehen fällt sein Blick auf das Stadtarchiv. "Das war früher das Standesamt. Hier habe ich vor 25 Jahren geheiratet", sagt Hahne. Wieder ein Beweis dafür, wie wohl sich der 46-Jährige in "seinen" Dörfern fühlt.

Mehr Sicherheit auf der Leistlinger Straße

Deshalb will er sich auch darum kümmern, die Sorgen der Menschen zu erfahren und etwas dagegen zu tun. Mit Blick auf Meyenfeld will der Ortsbürgermeister deshalb das Thema Verkehrssituation an der Leistlinger Straße in den Vordergrund stellen. Dort gibt es immer wieder gefährliche Situationen in Höhe Kindergarten und Dorfplatz. Erst kürzlich, berichtet Hahne, habe er mit einer besorgten Mutter gesprochen. Die habe ihm geschildert, dass es erst kürzlich zwei Fälle gab, in denen Kinder nur jeweils ganz knapp einem Unfall entgangen sind. "Es ist einfach nicht verständlich, warum hier nicht zügig etwas passiert, um mehr Sicherheit zu schaffen", sagt Hahne und kritisiert damit auch die Region Hannover. Die hatte als obere Verkehrsbehörde im vergangenen Jahr einen Ratsbeschluss kassiert, wonach an der Kita eine Ampel aufgestellt werden sollte. In den nächsten Monaten will sich der Ortsrat Horst deshalb an der Suche nach einer anderen Lösung beteiligen, verspricht Hahne: "Das Thema liegt uns massiv am Herzen."

Südlink-Trasse wäre eine "Katastrophe"

Gleiches gilt für den Verlauf der geplanten Stromtrasse Südlink. Gleich mehrere Orte im Bereich des Orstrats Horst wären von einer möglichen Variante des Netzbetreibers betroffen. Aus Sicht von Hahne wäre der Bau an dieser Stelle "eine Katastrophe für ganz Garbsen." Denn sie könnte die geplante Entwicklung von Wohnflächen und damit das Wachstum der Ortschaften behindern. "Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass die Trasse woanders gebaut wird", sagt Hahne. Wie wichtig Baugebiete für die Entwicklung der Orte sind, zeigt Hahne am Beispiel von Frielingen. Dort entstehen ab Herbst 2017 im Klüterfeld mit 50 neuen Wohneinheiten. "Zusammen mit der guten Infrastruktur und dem tollen Nahverkehrsangebot haben wir hier sehr viel Potenzial", sagt Hahne. Für den Ortsbürgermeister ein wichtiger Schritt, um vor allem junge Familien anzulocken. Damit auch die die Vorteile des Lebens auf dem Dorf erleben können. 

Von Gerko Naumann

Die Stadt Garbsen hat für das Jahr 2017 noch keinen Haushaltsplan. Das ist ungewöhnlich spät, hat aber seine Gründe: Zunächst verzögerte sich das Verfahren aufgrund der Neuwahlen zum Rat und der anschließenden Reorganisation der Gremien Ende des vergangenen Jahres.

Bernd Riedel 22.02.2017

Der SPD ist es zum zweiten Mal gelungen, in einer geheimen Abstimmung eine Mehrheit im Rat hinter sich zu scharen, die sich für Neubau und Sanierung des Badeparks in Berenbostel ausspricht. Die Abstimmung vom 12. Dezember war wegen eines Formfehlers als rechtswidrig und unwirksam eingestuft worden.

Bernd Riedel 21.02.2017

Ein Unbekannter hat am Dienstagmorgen gegen 6.15 Uhr einen 27-Jährigen mit einer Schreckschusswaffe bedroht. Damit schoss er an der Haltestelle Friedhof/Auf der Horst zunächst auf den Boden, dann richtete er die Waffe auf sein Opfer. Er forderte den Hannoveraner auf, ihm Geld und Handy zu geben.

21.02.2017