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Umland Garbsen Nachrichten Neues Planetencenter öffnet im Februar
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20:03 25.01.2015
Von Bernd Riedel
Bürgermeister Christian Grahl (links) und Gastredner Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität, freuen sich über rund 650 Gäste beim Neujahrsempfang der Stadt Garbsen.
Bürgermeister Christian Grahl (links) und Gastredner Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität, freuen sich über rund 650 Gäste beim Neujahrsempfang der Stadt Garbsen. Quelle: Bernd Riedel
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Garbsen

Die Top-Nachricht ließ aufhorchen: Die Neueröffnung des Planetencenters war ursprünglich für Anfang Dezember geplant, musste dann ins Frühjahr verschoben werden. Hauptgrund: Der südliche Teil mit Mall und Wandelgang sollte auf Wunsch von Politik und Verwaltung erhalten bleiben - nicht die wirtschaftlichste Variante, wie jeder wusste. Baubeginn war im September 2013.

Während die Fortschritte im neu gebauten Teil im Norden des Areals sichtbar wurden, häuften sich die Probleme mit Versorgungsleitungen, Fundament, Brandschutz und anderem im Süden. Jetzt stehen die Termine fest. Aldi und Fachmärkte wie Rossmann, Kik und Takko im neu gebauten Teil stehen in den Startlöchern: Eine Hinauszögerung bis Mai hätten sie kaum akzeptiert. „Die Mieter in der Fachmarkt-Meile wollten nicht mehr warten“, bestätigte Lüder-Geschäftsführer Carl Matthias Rathgen. Sobald die Parkplätze fertig seien, könne es losgehen. „Im Südteil brauchen wir noch etwas länger“, sagte Rathgen. Dort habe es „kleinere und größere Probleme“ gegeben, deren Lösungen Zeit gekostet hätten.

650 Gäster bei Neujahrsempfang

Rund 650 Gäste hatten die Einladung in die Aula des Schulzentrums am Planetenring angenommen - trotz der geringen Zahl an Sitzplätzen. Der Charakter eines Neujahrsempfangs soll, anders als in den Vorjahren, wieder mehr betont werden. Für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement wurden gestern Helga Henze, der Vorstand des Anglerclubs Berenbostel, Hatun Tuku und Efstathios Chytis geehrt.

Die Stadt und ihre Bürger könnten optimistisch und selbstbewusst ins neue Jahr gehen, sagte Grahl in seiner Ansprache. Vorsichtig positionierte er sich in der Diskussion um den Badepark Berenbostel. Er betonte, dass auch die Standortfrage – ob weiterhin in Berenbostel oder doch neu in der Neuen Mitte – ausreichend beleuchtet werden müsse. Die Tatsache, dass der Erhalt auch des Hallenbads am Planetenring den städtischen Haushalt über Gebühr belasten würde, sodass die Stadt ihren Kurs des Schuldenabbaus werde verlassen müssen, sei nicht zu unterschätzen. Er stellte sowohl für die Bäderfrage als auch für die Planung der Neuen Mitte bis zum Sommer Lösungen in Aussicht.

Garbsen haben keine Gewerbeflächen mehr, und Baugebiete gebe es auch nicht in ausreichendem Maß. „Viele Interessenten reagieren erstaunt und verärgert“, sagte Grahl. Es müsse ernsthaft in Erwägung gezogen werden, die Planung für Baugebiete wieder in kommunale Hände zu nehmen.

Gastredner war Prof. Volker Epping, kürzlich neu gewählter Präsident der Leibniz-Universität. Er appellierte an das Land, die Finanzierung weiterhin zu sichern. Die frühere Grundfinanzierung reiche längst nicht mehr aus. Er appellierte auch an die Region, zügig die nötige Infrastruktur (Stadtbahnanbindung), und an die Stadt Garbsen, ein angemessenes Umfeld für die erwarteten 5000 Studenten zu schaffen.

Am Ende des offiziellen Teils eine kleine Überraschung: Die Kellerbühne, vertreten von Stefanie Kropp und Birgit Ehlers, spendete der Ortsfeuerwehr Garbsen 600 Euro aus ihren Erlösen und übergaben sie Ortsbrandmeister Thomas Cremer. Die großartige freiwillige Leistung der Feuerwehr, sagte Kropp, müsse ab und zu richtig gewürdigt werden – und das war dem Publikum einen Applaus wert.

Tuku fördert die Integration

Seit 1987 lebt die Jesidin Hatun Tuku in Deutschland, seit 2007 ist sie in Garbsen heimisch und hat in der Integrationsarbeit Vorbildliches geleistet: unter anderem als Initiatorin und Mitbegründerin der internationalen Frauengruppe, als Mitarbeiterin in den Projekten „Miteinander in Toleranz“ und „Migrantinnen in Deutschland“ und als Mitglied des Integrationsbeirates. Mit ihrem Buch „Zwischen zwei Welten – Die Geschichte einer Jesidin in Deutschland“ habe sie ihre Geschichte und damit exemplarisch die Biografien vieler zugewanderter Frauen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sagte Bürgermeister Christian Grahl.

Beistand für Migranten

Ungeplant war seine Übersiedlung nach Deutschland: Als sein Vater 1966 einen schweren Unfall hatte, kam Efstathios Chytis 21-jährig aus seiner Heimat Griechenland, um seinen Eltern beizustehen. Freiwillig war und ist sein Engagement für das Miteinander von Migranten und Einheimischen: Seit den Neunzigerjahren engagiere sich der gelernte Maschinenschlosser für seine zugewanderten Mitbürger und bemühe sich in diesem Zusammenhang um die Annäherung der Migrantengruppen untereinander, sagte Grahl. Seit mehr als 15 Jahren ist er im Garbsener Integrationsbeirat aktiv, fast die gesamte Zeit über als dessen Vorsitzender.

Ehrenamt aus Dankbarkeit

Von Göttingen nach Garbsen zog Helga Henze, Grundschullehrerin und Mutter von vier Kindern, 1972. Hier habe sie sich als Vorsitzende des Beirats der Diakoniestation, als Mitglied im Vorstand des Vereins für Erziehungs- und Lebensfragen sowie als langjähriges Mitglied im Kirchenvorstand der Willehadi-Kirchengemeinde große Verdienste und großen Respekt erworben, sagte Garbsens Ortsbürgermeister Franz Genegel. „Ehrenamt macht Spaß“, sagte die 80-Jährige, sie sei dankbar für Frieden und Wohlstand und wolle auf ihre Weise etwas von diesem „unverdienten Überfluss“ zurückgeben.

Stilles Wasser Anglerclub

Im Namen aller Mitglieder des Anglerclubs Berenbostel nahmen Gewässerwart Manfred van Malder (von links), Schatzmeister Udo Rast und Vorsitzender Horst Bornhausen am Sonntag die Ehrung für ehrenamtliches Engagement von Ortsbürgermeister Werner ?Baesmann entgegen. 1962 gegründet, kümmert sich der Verein um den Schwarzen See, den Berenbosteler See und eine sechs Kilometer lange Flussstrecke der Leine. In diesem Jahr will der Verein ein außergewöhnliches Projekt angehen: Die Angler wollen in die Drogenprävention für Jugendliche einsteigen, nach dem Leitsatz: Wer angelt, braucht keine (anderen) Drogen.