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Nachrichten Planetencenter soll neu aufgebaut werden
Umland Garbsen Nachrichten Planetencenter soll neu aufgebaut werden
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06:16 02.09.2012
Von Markus Holz
So könnte es 2014 aussehen: An der Straße Auf der Horst liegt ein Riegel mit Wohnungen, hinter der gläsernen Fassade links daneben sollen Dienstleister und soziale Einrichtungen untergebracht werden. Quelle: Unternehmensgruppe Lüder
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Garbsen

Am Mittwochabend hatte die Politik erstmals einen Blick auf das Jungfernkonzept von Unternehmer Sebastian Lüder geworfen. Am Donnerstag informierten Lüder, die Ratsfraktionen und die Verwaltungsspitze die Presse über Konzept, Zeitrahmen und das weitere Vorgehen.

Im Moment gehören Lüder der Karstadtbereich und der neuere Südteil. Über die Mitte wird nicht mehr verhandelt, die Vertragsabschlüsse aber brauchen noch Zeit. „Die Vertreter der Eigentümer sind hochgradig kooperativ und machen sich innerhalb ihrer großen Organisationen stark für eine zügige Abwicklung“, sagte Lüders Partner, der Berliner Anwalt Jan Wehle - „das ist ganz fähiges Bodenpersonal.“

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Die Hildesheimer Unternehmensgruppe Lüder macht Tabula rasa am Planetenring und setzt völlig neue Akzente: Da das Konzept der Wandelgänge in Stadtteilcentern überholt sei, lässt Lüder das gesamte Center abreißen und neu aufbauen.

Der neue Eigentümer hat sich das Center und das Umfeld angesehen und mit seinen Erfahrungen aus anderen Städten, etwa Dortmund, abgeglichen. Fazit: Ein Stadtteilcenter mit Wandelgang wie heute sei nicht mehr zeitgemäß. Anders sortiert ergebe sich ein funktionierendes, attraktives Center, sagte Lüder. Anders heißt: Geschäfte werden um Parkplätze herum gebaut, mal in geschlossenen Fronten, mal als Einzelbauwerke, dazwischen mit Ein- und Ausfahrten, mit Wegen und Plätzen, mit Grünanlagen und Treffpunkten. Konsequenz: Von der heutigen Bausubstanz passt nichts mehr in dieses Konzept - das Center wird voraussichtlich im Sommer 2013 im Ganzen abgerissen.Etwa ein Jahr später soll das Center eröffnet werden.

Lüders Leute sprechen intensiv mit den jetzigen Mietern über Lösungen während der Bauzeit und über die neuen Läden. Bis November stehe das Flächenkonzept und der Mietermix, sagte Lüder - und damit auch die erste handfeste Planung der Gebäude. Was jetzt auf dem Tisch liege, sei eine reelle Idee, keine Endfassung. Klar scheint aber die Gliederung: Zur Stadtbahn und um das Hochhaus herum liegt der Schwerpunkt auf Handel. Entlang der Straße Auf der Horst platziert Lüder etwa 50 seniorengerechte Wohnungen in einem architektonisch abgesetzten Riegel. In einem kleineren Segment dazwischen ist Platz für soziale Einrichtungen, die die Stadt dort bündeln will.

Politik applaudiert zu Lüders Plänen

Die Stadt schnürt derzeit ein Paket, das die Handelsszene im neuen Planetencenter um soziale Einrichtungen ergänzen soll: Die Jugendhilfestation der Region, ein Jobcenter für arbeitslose Jugendliche, die Kindertagesstätte Murmelstein vom Talkamp, die Volkshochschule (derzeit in der IGS) und die Sozialberater vom Pro-Aktiv-Center (Pace) am Eichenpark wären Kandidaten. „Alle haben ihr Interesse bekundet“, sagt Sozialdezernentin Iris Metge. Sie ist mit den Verhandlungen über einen Umzug der Einrichtungen ins Planetencenter beauftragt. Alle Ratsfraktionen haben die Pläne von Sebastian Lüder am Donnerstag einhellig begrüßt. Der Entwurf habe zwar nichts mehr mit dem qualitativ hochwertigen Entwurf des ehemaligen Stadtbaurates Michael Stojan zu tun, sei aber schlüssig. „Das scheint eine machbare Sache zu sein“, sagte Heinrich Dannenbrink (CDU). Die SPD hätte sich eine zügigere Entwicklung gewünscht, „aber der Lüder-Ansatz erscheint uns für die Lage des Centers angemessen zu sein“, sagte Karsten Vogel. Für die Grünen ist der Wegfall des heutigen Wandelganges und die neue Lage der Parkplätze im Inneren des Centers „gewöhnungsbedürftig, aber es ist gut, dass endlich etwas passiert“, sagte Martina Märtz. Für die Unabhängigen wünschte Günther Petrak dem Unternehmen Lüder eine perfekte Bauzeit, auf dass das Planetencenter Kunden für sich gewinne, bevor das Sonae-Center am Rathausplatz öffnet. Bürgermeister Alexander Heuer stellt die Pläne am Freitag im Rahmen einer Bürgersprechstunde von 16 bis 18 Uhr im Bistro Manolya im Planetencenter vor. Bis um 17 Uhr wird auch ein Vertreter der Unternehmensgruppe Lüder vor Ort sein, um Fragen zu beantworten.

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