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Umland Garbsen Nachrichten Politiker wollen zwei Bäder in Garbsen erhalten
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11:39 10.12.2017
So sieht der Badepark vor dem Wiederaufbau aus.
So sieht der Badepark vor dem Wiederaufbau aus. Quelle: Gerko Naumann
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Berenbostel/Auf der Horst

 Aus dem jahrelangen Bäderstreit in Garbsen soll am Montagabend endlich ein Bäderfrieden werden. CDU und SPD haben sich nach teils heftigen und persönlichen Auseinandersetzungen auf einen Kompromiss einer Zwei-Bäder-Lösung geeinigt: Der Badepark in Berenbostel soll wiederaufgebaut werden, das Hallenbad am Planetenring Auf der Horst bleibt dennoch erhalten.

Badepark wird mit fünf Bahnen gebaut

Konkret sieht der Kompromiss vor, den Badepark in Berenbostel mit fünf Bahnen zu bauen. Zwischendurch waren auch mal sechs Bahnen im Gespräch. Das hätte die Option offengelassen, das Hallenbad am Planetenring, dessen Technik marode ist, mittelfristig zu schließen. Sechs Bahnen brauchen Schwimmvereine mindestens.

Der Badepark Berenbostel wird wieder aufgebaut, so viel steht fest. Noch sieht das Gelände aber ziemlich trostlos aus.

Doch sowohl CDU als auch SPD wollen das Hallenbad im Stadtteil Auf der Horst nun erhalten – und zwar als sogenanntes „Funktionsbad“. Im Gegensatz dazu lautet der Arbeitstitel des Badeparks Berenbostel: „Familien- und Freizeitbad“. Außerdem soll die Stadt prüfen, wie die Bäder künftig betrieben werden sollen und was das die Stadt regelmäßig kostet.

Parteien hatten sich völlig zerstritten

CDU-Ratsherr Hartmut Büttner bezeichnete die Lösung im Wirtschafts- und Finanzausschuss als längst überfälligen Bäderfrieden. „Die Stadt und die Parteien haben sich in der Bäderfrage völlig zerstritten. Die Bürger können die Diskussionen nicht mehr hören“, fasste er die Vergangenheit zusammen. Seine Fraktion habe stets für ein Zentralbad in Garbsen-Mitte gekämpft – als „gute Demokraten“ seien die Politiker aber nun zum Kompromiss bereit.

 Auch SPD-Vertreter Martin Fochler sprach davon, dass nun endlich der „Gordische Knoten durchtrennt“ sei. „Ich freue mich, dass wir jetzt eine fast einvernehmliche Lösung gefunden haben.“

Grüne befürchten Steuererhöhungen

Mit dem Begriff „fast“ bezog sich Fochler auf die Grünen. Auch die hatten sich seit Langem für ein Zentralbad ausgesprochen. Als einzige Partei kritisieren sie den nun getroffenen Kompromiss. Der Fraktionsvorsitzende Darius Pilarski macht sich vor allem Sorgen über die Folgen der steigenden Betriebskosten. Das Geld werde sich die Stadt zwangsläufig vom Steuerzahler zurückholen. „Zuerst erhöhen wir die Hundesteuer und demnächst wohl die Grundsteuer. Genau das wollten wir vermeiden“, sagte Pilarski.

Die Zukunft der Bäder in Garbsen ist einer der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Montag, 11. Dezember. Beginn ist um 18.15 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

Von Gerko Naumann