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Umland Garbsen Nachrichten Rat beschließt Planung für ein Zentralbad
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06:07 13.10.2015
Von Markus Holz
Ein letzte leise Demonstration: Schwimmer fordern auf der Tribüne im Ratssaal den Erhalt der beiden Garbsener Bäder.
Ein letzte leise Demonstration: Schwimmer fordern auf der Tribüne im Ratssaal den Erhalt der beiden Garbsener Bäder. Quelle: Holz
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Garbsen

Es war eine überraschend sachliche, aber lange Debatte unter der vollen Zuschauertribüne: Mehr als 70 Schwimmer, Freunde des Badeparks Berenbostel und interessierte Einwohner verfolgten den Schlagabtausch der Fraktionsmitglieder. Schwimmer hatten die Geländer mit blauen Luftballons dekoriert. "Zwei Bäder für Garbsen  - mach mit!" war auf den Ballons zu lesen. Die SPD und Berenbostels Ortsbürgermeister Werner Baesmann als einziger aus der CDU machten mit und sprachen sich gegen den Plan der Verwaltung aus.

Nach dem Beschluss ist die Verwaltung jetzt beauftragt, an der Europaallee in Garbsen-Mitte zwischen Regenrückhaltebecken und Umspannwerk ein Hallenbad zu planen. Acht Bahnen mit je zwei Metern, ein Sprungbecken mit Ein- und Drei-Meter-Turm, Öffnungsmöglichkeiten nach außen. Das ganze auf einem Gelände, das groß genug wäre für ein neues Freibad. Geschätzte Kosten nach Vergleichswerten mit ähnlichen Bädern: 14,1 Millionen Euro. Kommt ein Becken für Kleinkinder dazu, wären es rund 14,8 Millionen Euro.

Die politischen Fronten im Vorfeld waren klar: CDU, Grüne und Unabhängige halten die von der SPD geforderte Zwei-Bäder-Lösung zwar für finanzierbar, allerdings nur den Neubau des Hallen- und Freibades Berenbostel und zusätzlich die Sanierung der Technik im Hallenbad am Planetenring. Das Investment läge bei 24,7 Millionen Euro. "Aber die Folgekosten würden uns niedermachen", sagte CDU-Fraktionschef Heinrich Dannenbrink. 2,52 Millionen Euro jedes Jahr, so hat es die Verwaltung aufgrund der aktuellen Kosten errechnet. "Jeder, der privat investiert, überlegt doch, ob er sich das leisten kann", sagte Martina Märtz von den Grünen. "Genau das haben wir hier getan, wir können uns das nicht leisten."

Zahlenjonglage vom Feinsten, Schmalspurbad in der Pampa, unwahre Schätzungen, der Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Die Worte der SPD-Redner waren deutlich. Sie misstrauen den vorgelegten Schätzungen, sprechen von "Interessen geleiteten Zahlen". "Was kostet denn der Neubau in Garbsen-Mitte genau?", fragte SPD-Chef Rüdiger Kauroff. Für den Neubau in Berenbostel und den Erhalt des Bades am Planetenring  gebe es verlässliche Zahlen, für den Neubauplan in Garbsen-Mitte nur grobe Schätzungen. So könne die SPD nicht entscheiden, und schon gar nicht ohne vorherige Bürgerbefragung.

Zwei, die besonders viel Prügel eingesteckt haben in der hitzigen Bäderdiskussion der vergangenen Wochen, sind der Berenbosteler CDU-Vorsitzende Gunter Koch und Ortsbürgermeister Werner Baesmann (CDU). Denn der Beschluss bedeutet, dass der Badepark Berenbostel eben nicht saniert wird. Das Hallenbad muss ohnehin abgerissen werden, weil er aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. "Kaputtgespart", wie es Martina Märtz ausdrückte. Dafür sollte - so die Linie des Rates bis Anfang diesen Jahres  - ein neues gebaut werden. Berenbostel ohne Bad ist für viele unvorstellbar. "Euch wählen wir nicht mehr", hatten Badeparkfreunde Koch an den Kopf geworfen. "Dann ist das eben so, wenn diesen Leuten die Finanzen der Stadt egal sind", entgegnete Koch. "Wir wollen die Stadt so gestalten, dass folgende Generationen noch den Spielraum haben zu gestalten."

Werner Baesmann kann sich dem nicht anschließen. Er hat den Bau des Bades miterlebt, er hat die vollen Liegewiesen während heißer Sommermonate gesehen. "Wir werden versuchen, einen Eigenbetrieb aufzubauen oder einen Träger zu finden nach dem Vorbild von Wulfelade und Luthe. Ich gebe das Bad nicht auf, und ich lasse mich nicht abspeisen mit: Das geht nicht", sagte Baesmann. Applaus von den Rängen, aber nicht von der SPD. Soweit reicht die Freundschaft denn doch nicht.

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