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Umland Garbsen Nachrichten Kauroff gewinnt Wahlkreis Garbsen-Wedemark
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00:17 18.10.2017
Von Markus Holz
Glückwünsche um 19 Uhr? Zu früh, sagt SPD-Wahlsieger Rüdiger Kauroff. Aber Zweifel an seinem ersten Landtagsmandat hat er kaum noch. Quelle: Markus Holz
Garbsen

Es sind die Erststimmen, auf die die Kandidaten an einem solchen Abend zuerst blicken. Erststimmen sind Maß für den politischen Einsatz, den Wahlkampf, das persönliche Ankommen bei den Wählern. Sie entscheiden, wer den Wahlkreis gewinnt. Die einfache Mehrheit reicht. Im Wahlkreis 32 Garbsen-Wedemark heißen die klaren Sieger erstmals Rüdiger Kauroff und SPD. Er kann seinen Job bei der Post an den Nagel hängen.

So teilen sich die Erststimmen in Garbsen auf: Rüdiger Kauroff (SPD, 42,1 % / + 0,4 Prozentpunkte); Editha Lorberg (CDU, 32,9 % / -6,3); Manfred Kammler (AfD, 8,1 %); Stefan Birkner (FDP 7,0 % / + 2,3); Dirk Grahn (Grüne, 6,2 % / -1,3); Clemens Strube (Die Linke 3,4 %, +0,8); Martin Schönhoff ( Bündnis C, 0,3 %).

So teilen sich die Erststimmen im Wahlkreis 32 auf: Kauroff (38,8 % / + 0,1 Prozentpunkte gegenüber 2013); Lorberg (35,8 % / -5,7); Kammler (7,2 %); Birkner (7 % / +2,5); Grahn (6,6 % / -2,4); Strube (3,5 % / +1,2); Schönhoff (1%).

Die Wahl entscheidet sich in Garbsen

Kauroff hat im Vergleich zu seiner ersten Kandidatur 2013 in beiden Kommunen nicht zulegen können. Lorberg dagegen hat in Garbsen und der Wedemark klar verloren. Persönliche Niederlage einer Frau, die dreimal hintereinander das Direktmandat holte und zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden aufgestiegen ist? "Nein, wenn ich mir Ergebnisse anderer CDU-Kollegen ansehe, muss ich mich nicht verstecken", sagt Lorberg.  Trotzdem wirkte sie am Sonntag im Kreis der Garbsener Christdemokraten niedergeschlagen und enttäuscht. Wahlkämpfer umarmten sie tröstend, waren selbst aber ähnlich gedrückter Stimmung. Lorberg bleibt mit Platz drei auf der Landesliste zwar im Landtag. "Aber das Ergebnis ist enttäuschend", sagt sie.

Gründe? "Mehrere: Wir haben es als CDU an VW-Standorten grundsätzlich schwer, und Garbsen ist ein VW-Standort. Es spielt vielleicht auch ein Mitleidseffekt für die SPD eine Rolle nach dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl. Und ich habe in Gesprächen festgestellt: Viele Wähler wissen gar nicht, wer da eigentlich kandidiert und um wen es geht", sagte Lorberg in ihrer ersten Analyse. Sie haben eine sehr intensiven Wahlkampf geführt, war fast jeden Tag in Garbsen. Lorbergs Verluste wiegen schwer, sie sind höher als die Zweitstimmenverluste der CDU im Wahlkreis (-0,9 Prozentpunkte). Einziges Pfund für Lorberg: Sie liegt vor ihrer Haustür in der Wedemark (40,5 %) deutlich vor Kauroff (33,4 %). "Darauf bin ich stolz", sagt sie.

Kauroff liegt in Garbsen 2.453 Erststimmen vor Lorberg. Im Gesamtwahlkreis trennen die beiden 1.273 Erststimmen. Kauroff hat die Wahl in Garbsen gewonnen oder Lorberg sie in Garbsen verloren - je nach Blickwinkel. Das hängt mit der Zahl der Wahlberechtigten zusammen. In Garbsen sind es mehr als 44.700, in der Wedemark rund 23.200.

Kauroff und Lorberg hatten nach eigenen Angaben leichteren Zugang zu Wählern als 2013. "Die Menschen waren offener, hatten viele Fragen auch zum Ausgang der Bundestagswahl und zur AfD, leider wenig zu landespolitischen Themen", sagte Lorberg. Kauroff bestätigt letzteres nicht. Themen wie Bildung, Sicherheit und Polizei, Straßennetz und Integration der Flüchtlinge hätten eine wichtige Rolle gespielt. "Aber die Wähler haben offenbar auch die Möglichkeit genutzt, das Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl wieder etwas gerade zu ziehen", sagte Kauroff. "Wähler denken wieder nach über Politik und was da mit der AfD passiert, das ist grundsätzlich gut." Ratsmandat und Parteivorsitz will Kauroff behalten, ebenso seinen Politikstil. Kauroff versteht sich als Übersetzer. "Ich mache Politik nicht für die SPD, sondern für die Menschen im Land. Ich werde oft im SPD-Bürgerbüro anzutreffen sein, weil es mir sehr wichtig erscheint, Politik transparent zu halten. Herzlichen Dank an alle Wähler, ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte er gestern.

Wer zieht in den Landtag ein?

Von den sieben Direktkandidaten zieht außer Rüdiger Kauroff und Editha Lorberg der FDP-Landesvorsitzende Stefan Birkner (FDP) wieder in den Landtag ein. Birkner verbesserte sein persönliches Erststimmenergebnis um 2,5 Prozentpunkte und kam auf sieben Prozent. Er zieht über die Landesliste in den Landtag ein. Manfred Kammler (AfD), Dirk Grahn (Grüne), Clemens Strube (Linke) und Martin Schönhoff (Bündnis C) haben es nicht geschafft.

AfD bleibt im ersten Anlauf einstellig

Mit Spannung beobachteten Politiker aller Couleurs das Abschneiden der AfD. 8,3 Prozent Zweitstimmen hieß das Ergebnis am Ende in Garbsen, im Wahlkreis holte die AfD 7,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl waren es 11,8 Prozent in Garbsen und 10,2 Prozent im Wahlkreis. Es war die erste Landtagswahl mit Beteiligung der AfD. Ihr Kandidat, Manfred Kammler aus Schloß Ricklingen, kam in Garbsen auf 8,1 Prozent der Erststimmen. Die AfD-Hochburg in Garbsen ist - prozentual gesehen - die Horst: Kammler kommt dort auf 12,7 Prozent der Erststimmen. In absoluter Zahl: 124 Stimmen.

Grahn sieht persönliches Ziel erreicht

Dirk Grahn aus Schloß Ricklingen ist ohne Listenplatz in seinen ersten grünen Landtagswahlkampf gestartet. "Ich wollte die grünen Ziele nach vorne bringen. Dass ich hier nicht gewinne, war klar", sagt er. Hat die grüne Wolf-Politik in Garbsen und der Wedemark eine Rolle gespielt? "Nein", sagt Grahn, "zwei Leute haben mich darauf angesprochen. Das ist hier kein Thema." Themen seien Agrarpolitik, Energiewende und E-Mobilität gewesen. Er sehe sein persönliches Ziel - trotz der Verluste - erreicht. Die Grünen sind in Garbsen von 10,5 auf 5,8 Prozent gefallen. "Wir kommen aber von einem extrem hohen Niveau: 2013 haben wir noch vom Fukushima-Effekt profitiert", sagt Grahn.

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