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Nachrichten Schimmelverdacht in Schule
Umland Garbsen Nachrichten Schimmelverdacht in Schule
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08:12 20.03.2015
Von Bernd Riedel
Kommt der Schimmel von ganz unten? Schulleiterin Angelika Riemer zeigt einen der Lüftungsschächte der Grundschule, die vergrößert wurden. Quelle: Bernd Riedel
Garbsen

Gegeneinander abzuwägen sind zwei Standpunkte: Auf der einen Seite haben mehrere von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten festgestellt, dass keine Gefahr vorhanden ist. Auf der anderen Seite steht dagegen ein Gutachten, das das Kollegium in Auftrag gegeben hat - und das Hinweise auf Schimmelpilzbelastung sieht. Nach Ansicht von Gutachter Klaus-Peter Böge gibt es dringenden Handlungsbedarf. „Dieses Gutachten wird von der Stadt aber nicht anerkannt“, sagt Schulleiterin Angelika Riemer. Denn die angewandten Methoden seien nicht alle etabliert. Unter anderem hatte Böge einen Schimmelspürhund eingesetzt.

Riemer ist seit 2002 Schulleitern. „Seitdem hat es Krankheitsfälle im Kollegium gegeben“, sagt sie. Sechs Kolleginnen seien im Lauf der Zeit krankheitsbedingt ausgefallen und versetzt worden. „Offiziell aus dienstlichen Gründen“, sagt Riemer. Zuletzt sei eine junge Kollegin langfristig erkrankt und kehre gerade in einer anderen Stadt langsam ins Arbeitsleben zurück.

Bei zwei Kindern sei eine Schimmelpilzallergie festgestellt worden, bei fünf weiteren bestehe ein Verdacht. „Aber das ist alles sozusagen im statistischen Rahmen, hat man uns mitgeteilt“, sagt Riemer. „Solche Allergien kommen vor, und sieben Kinder gelten nicht als alarmierend.“ Die Symptome seien denen einer Erkältung oft ähnlich: Halsschmerzen, Halsentzündungen, vereiterte Nebenhöhlen, Hustenanfälle, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und mehr.

Unstrittig ist, dass aufgrund starker Feuchtigkeit des sumpfigen Bodens im Kriechkeller Schimmelpilz entstanden ist oder war. 2004 stellte der TÜV Nord die Belastung fest und forderte, dass der Kriechkeller geschlossen und versiegelt werden müsse. Das sei zwar geschehen, aber immer wieder sei der Keller geöffnet worden, sagt Riemer.

Zuletzt hatte die Stadt vier Lüftungsschächte erneuert und vergrößert, um die Luftzirkulation zu verbessern. In den Jahren 2012/13 seien PC-Netzkabel in der ganzen Schule gelegt worden, sagt Riemer, und der Keller sei über Wochen hinweg geöffnet gewesen.

„Selbstverständlich nehmen wir die Sorgen und Ängste ernst“, sagt Schuldezernentin Iris Metge. Deshalb seien zum heutigen Elternabend alle betroffenen Akteure eingeladen worden. „Sollte es aus Sicht dieser maßgeblichen Fachleute weiteren Handlungsbedarf geben, werden wir natürlich umgehend aktiv“, versichert sie.

Im August des vergangenen Jahres hatte nach Angaben der Stadt das Landesgesundheitsamt keine Auffälligkeiten festgestellt. Bisher stand noch die medizinische Bewertung aus. Diese soll nun heute Abend letzte Klarheit bringen.

Von Bernd Riedel

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