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Umland Garbsen Nachrichten Fünf Brände an einem Tag in Garbsen
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13:46 21.03.2014
Die Feuerwehr muss am Donnerstag schon wieder zu einem Wohnhausbrand ausrücken.
Die Feuerwehr muss am Donnerstag schon wieder zu einem Wohnhausbrand ausrücken. Quelle: Markus Holz
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Garbsen

Garbsens Feuerwehrleute kommen auch am Donnerstag nicht zur Ruhe. Am Nachmittag waren die Einsatzkräfte mit vier Trupps im Berenbosteleler Kronsberg-Viertel im Einsatz. In einer Tiefgarage an der Liebermannstraße brannte ein Auto aus, ein zweites wurde schwer beschädigt.

Verletzte gab es nach Angaben der Feuerwehr nicht. Bei dem Feuer entstand starker Rauch, der weitere Fahrzeuge in Mitleidenschaft zog. Die Garage hat etwa 20 Plätze, sie ist in der Regel nur für Mieter zugänglich. Die Feuerwehr hatte Probleme, das Rolltor mehr als einen Meter zu öffnen. Offenbar war die Elektrik ausgefallen. Dadurch drang auch nach 30 Minuten noch dichter Rauch aus den Lüftungsschächten oberhalb der Garage. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 50.000 Euro.

Immer wieder Brände in Garbsen: Erst musste die Feuerwehr in einem Wohnhaus Altpapier löschen, danach rückten die Einsatzkräfte zu einer Tiefgarage an der Liebermannstraße aus.

Am Vormittag hatte bereits ein voller Papierkorb in einem Mehrfamilienhaus mit Arztpraxen an der Mozartstraße Feuer gefangen. Zwei Personen mussten mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung behandelt werden. Es entstand ein Schaden von etwa 2500 Euro. In einem Haus an der Berenbosteler Straße war ebenfalls am Vormittag ein Schwelbrand ausgebrochen. Unbekannte hatten an einem Notfallkasten gezündelt. In der Wilhelm-Reime-Straße hatte gegen 12:15 Uhr ein Kinderwagen in einem Hochhaus gebrannt. Die Bewohner konnten das Feuer selbstständig löschen, verletzt wurde niemand.

Erst am Freitag wurde bekannt, dass gegen 10:50 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Georgstraße ebenfalls ein Kinderwagen Feuer gefangen hatte. Ein 39-Jähriger hatte den Brandgeruch bemerkt und den brennenden Buggy im Keller entdeckt. Der Mann konnte den Brand selbst löschen.

Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen Brandstiftung in allen Fällen aufgenommen. Die Ermittler prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen den Taten und den vergangenen Bränden in der Stadt gibt. Zeugen, die Hinweise zu den einzelnen Taten oder den Brandstiftern geben können, werden gebeten sich bei der Kriminalpolizei Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 zu melden. Auch zum Brand am Mittwoch im Hochhaus Auf der Höchte mit 5000 Euro Schaden laufen noch Untersuchungen.

Bürgermeister besorgt

Bürgermeister Axel Heuer zeigt sich besorgt über die Brandserie. In einer Mitteilung ruft er die Einwohner dazu auf, sich besonnen zu verhalten und wachsam zu sein, um sich „dieser Entwicklung gemeinsam entgegenzustellen“.

Der Brief des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
eine Serie von Brandstiftungen hält die Stadt Garbsen in Atem. Im vergangenen Jahr waren wir alle zutiefst erschüttert von dem Brand der Willehadi-Kirche und den zahlreichen Container-Bränden im Stadtteil Auf der Horst. Seit einiger Zeit müssen wir zudem feststellen, dass auch in anderen Stadtteilen Hecken, Mülleimer und Gartenlauben angezündet werden. Besonders gefährlich sind Brandstiftungen von Kinderwagen oder anderen brennbaren Materialien in Mehrfamilienhäusern. Durch die Qualmentwicklung in den Treppenhäusern und ein Ausbreiten des Feuers nach oben sind dabei zahlreiche Bewohner, insbesondere Kleinkinder und ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, stark gefährdet. Dieser Entwicklung müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen:

• Unsere Ortsfeuerwehren leisten unschätzbare und wertvolle Arbeit. Ihnen ist es bisher immer gelungen, Brände rechtzeitig zu löschen, bevor größere Schäden entstehen konnten.
• Die Polizei führt ihrerseits intensive Ermittlungstätigkeiten durch. Spezialisten aus Hannover unterstützen die Polizeiinspektion Garbsen.
• Die Stadtverwaltung kümmert sich um die schnelle Beseitigung von brennbaren Müllablagerungen in bestimmten Problembezirken unserer Stadt. Immobilienbesitzer werden informiert, was zur Prävention getan werden kann. So konnte beispielsweise Auf der Horst erreicht werden, dass Abfallcontainer abseits der Wohngebäude in verschließbaren Boxen aufgestellt werden.
• Seit Jahresanfang ist im Stadtteil Auf der Horst ein sozialpädagogisches Projekt mit mehreren Streetworkern beauftragt worden, um Jugendlichen Perspektiven jenseits von Drogenkriminalität und Vandalismus aufzuzeigen. Allein für dieses Projekt investiert die Stadt Garbsen in diesem und im nächsten Jahr 250.000 €.

Was kann jede Bürgerin und jeder Bürger zusätzlich tun, um die Brandstiftungen und ihre Folgen einzudämmen?
• Lassen Sie Kinderwagen und anderes brennbares Material nicht unbeaufsichtigt in Treppenhäusern oder vor den Hauseingängen stehen.
• Schließen Sie Haustüren von Mehrfamilienhäusern grundsätzlich ab. Sprechen Sie Personen direkt an, die ein Haus betreten und Ihnen unbekannt sind. Soziale Kontrolle ist wichtig.
• Machen Sie Ihren Vermieter oder Ihre Hausverwaltung auf fehlende Brandschutzvorkehrungen, wie beispielsweise Rauchmelder, aufmerksam. Wir empfehlen die Installation von hochwertigen Rauchmeldern in den Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern.
• Bleiben Sie in Ihrer Nachbarschaft und in Ihrem Wohnumfeld wachsam. Informieren Sie Ihre Nachbarn, wenn Ihnen etwas Besonderes auffällt.
• Melden Sie verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit den Brandstiftungen bei der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 - 55 55.
• Informieren Sie die Stadtverwaltung sofort über brennbare Müllablagerungen unter der Telefonnummer (0 51 31) 7 07 - 7 50.
• Rufen Sie im Brandfall sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 an und informieren Sie sofort Ihre Mitbewohner.
• Sprechen Sie mit Ihren Kindern und Ihrem weiteren sozialen Umfeld über die ernsthaften Folgen von unkontrollierbaren Bränden. Bleiben Sie aber dennoch ruhig und besonnen. Unsere Feuerwehr ist jederzeit voll einsatzfähig und löscht alle Brände schnell und effektiv.

lz/sag