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00:15 03.03.2017
Von Bernd Riedel
Mogli Dominik und sein Balu Conner Wolter sind dicke Freunde geworden. Quelle: Bernd Riedel
Auf der Horst

Aus eigenen Mitteln darf das JKG das Projekt nicht bezahlen. Im fünften Jahr bringt es erfolgreich Oberstufenschüler und Grundschüler zusammen, damit sie voneinander lernen. In diesem Jahr ist der namengebende Verein "Balu und du" in letzter Minute als Sponsor eingesprungen. Bis dahin hatte die stellvertretende Schulleiterin Stefanie Miersch von vielen potenziellen Unterstützern einen Korb bekommen.

Vom Verein "Balu und du" stammt die Idee zu dem Projekt, das  bundesweit von der Universität Osnabrück wissenschaftlich begleitet wird. Der Schulleiter des JKG, Dieter Schwandt, hatte die Idee vor fünf Jahren an die Schule gebracht und sie an den Schulbetrieb anpassen lassen. Seither läuft es gut. Grundidee ist: Der Balu (ein Oberstufenschüler) zeigt dem Mogli (Grundschüler), wie man sich "im Dschungel" bewegt und worauf man achten muss.

Die Namensgebung nach Buch und Film "Das Dschungelbuch" legt nahe: Es soll nicht bierernst dabei zugehen. Gefragt, was das Besondere an der Freundschaft mit seinem Balu sei, sagt der 11-jährige  Dominik, "dass wir immer Spaß haben", und sein Balu Conner Wolter sagt: "Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen." Die Bindungen zwischen Balu und Mogli sind oft sehr stark, die Moglis profitieren in vielfältiger Weise davon, das belegen wissenschaftliche Untersuchungen - und das belegen die Reaktionen derjenigen Kinder, die keinen Balu bekommen.

"Wenn wir im Herbst mit den Balus in die Grundschulen gehen, springt der Funke schnell über", sagt Miersch. Es gebe immer mehr potenzielle Moglis als Balus und dann gebe es auch enttäuschte Gesichter, wenn manche Kinder leer ausgehen. "Dann werden wir auch schon gefragt, warum Schwester oder Bruder keinen Balu bekommen", sagt Miersch.

Das Projekt läuft als Seminarfach, das in der Oberstufen zusätzlich zum Unterrichtsplan belegt werden muss. "Es ist ein Fach mit hohem praktischen Anteil", sagt Miersch. Es ist auf zwei Jahre ausgelegt. Balu und Mogli treffen sich alle zwei Wochen für einen Nachmittag und machen etwas zusammen, Basteln, Backen, Ausflüge. Dafür haben sie ein monatliches Taschengeld von zehn Euro. Manche sparen so lange, bis es für einen Kino- oder einen Zoobesuch reicht.

Balus führen über die zwei Jahre ein Tagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Mogli niederlegen. Aus diesen Berichten destilliert sich bald ein besonderer Aspekt, der dann zum Thema einer Facharbeit erhoben wird. "Im Seminarfach sollen die Oberstufenschüler wissenschaftliches Arbeiten lernen", sagt Maria Vollbrecht, Lehrerin für Biologie und Spanisch. "Aber eigentlich geht es darum, Zeit zu schenken."

Am vergangenen Wochenende haben sich die 40 Moglis aus den Grundschulen Havelse und Osterberg mit den 40 Balus aus der 11. und 12. Jahrgangsstufe zum Jahrgangsfest getroffen. Die Zwölftklässler müssen dieses Fest von den Einladungen über die Organisation der Räume bis zum Abholen der Moglis durch die Eltern selbst gestalten. Das gehört mit zu ihren Aufgaben. Am Wochenende gab es eine Schnitzeljagd und viel Kuchen. Zum Abschluss bekam jeder eine Urkunde überreicht.

Das Projekt Balu und du

Das bundesweite Mentorenprogramm "Balu und du" fördert Grundschulkinder im außerschulischen Bereich. Balu, der Bär, hilft Mogli, sich im Dschungel zurecht zu finden. Junge Leute bis 30 übernehmen ehrenamtlich mindestens ein Jahr lang eine individuelle Patenschaft für ein Kind. Sie helfen ihm durch persönliche Zugewandtheit und aktive Freizeitgestaltung, "sich in unserer Gesellschaft zu entwickeln und zu lernen, wie man die Herausforderungen des Alltags erfolgreich meistern kann", heißt es auf der Homepage des Vereins, balu-und-du.de, dessen Hauptsitz in Osnabrück ist und der eine Geschäftsstelle in Köln betreibt.

Die Moglis (Grundschulkinder) profitieren in einem weit gefächerten Spektrum. Folgende Fortschritte seien nach Darstellung des Trägervereins nach einem Jahr der Projektteilnahme (im Vergleich zu einer Kontrollgruppe) festgestellt worden: fröhliche Grundstimmung, bessere Unterrichtsbeteiligung, verbesserte Konzentration, Selbstorganisation, Unternehmungslust, kompetente Konfliktbewältigung, Kommunikationsfreude, realistische Selbsteinschätzung, außerfamiliäre Kontakte.

Es gibt eine strenge Regel, die Irritationen vermeiden soll: Kein männlicher Balu hat ein Mädchen als Mogli. Umgekehrt - eine Elftklässlerin ist Balu für einen Jungen aus der Grundschule - ist es möglich und das funktioniert in der Praxis bisher auch reibungslos.

Die Balus und Moglis treffen sich zum Jahrgangsabschlussfest Quelle: Bernd Riedel

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