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Umland Garbsen Nachrichten Neuer Spielplatz ist ein Kompromiss
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09:01 10.08.2017
Die Stadt lässt den  Spielplatz an der Corinthstraße bis Ende des Jahres für rund 200.000 Euro neu gestalten. Quelle: Jutta Grätz
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Berenbostel

Vertreter der Stadt Garbsen und des Landschaftsarchitekturbüros Spalink & Sievers haben die Pläne bei der Nachbarschaftsversammlung für das Quartier Berenbostel-Kronsberg vorgestellt. Baubeginn ist voraussichtlich im September. Bis Ende 2017 sollen die Arbeiten auch abgeschlossen sein. Die Stadt investiert rund 200.000 Euro in die erste Neugestaltung des Spielplatzes im Rahmen des Programms Soziale Stadt Berenbostel.

Ursprünglich sollte der Spielplatz am nordöstlichen Rand des Sanierungsgebietes für Kinder ab zwölf Jahren und Jugendliche geplant werden. Bei mehreren Beteiligungsterminen im Haus der Jugend hatte diese Altersgruppe Ideen für den neuen Treffpunkt gesammelt. "Auf dem Wunschzettel standen die Aktivitäten Spiel und Bewegung, Fitness und Parkour sowie Chillen und Abhängen", erläuterte Inger Johannes vom Planungsbüro Spalink&Sievers das Konzept.

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Besonderes Anliegen der Jugendlichen: Kletter- und Bewegungselemente für die Sportart Parkour und zwar im Freien. In Garbsen gibt es bereits eine Parkour-Szene: An der IGS treffen sich Wagemutige zum Klettern und teilweise spektakulären Springen über Hindernisse - allerdings in der Turnhalle der Schule. Parkour ist mittlerweile auch etabliertes Angebot bei der Garbsener Sportfestwoche.

Die Parkour-Elemente und auch der gewünschte Unterstand sind jedoch nach einer Anwohnerversammlung im Frühjahr und einem weiteren Treffen der Jugendlichen vom Tisch. Nachbarn des Spielplatzes hatten wiederholt Bedenken geäußert, dass sich die Fläche, wie in der Vergangenheit, zu einem reinen Treffpunkt von Jugendlichen entwickele, inklusive möglichem "Vorglühen" mit Alkohol, Drogenkonsum und lauter Musik aus dem Gettobluster bis in die späten Abendstunden.

Diese Sorgen wiederholten einige Anwohner bei der Nachbarschaftsversammlung, zeigten sich jedoch mit dem neuen Entwurf zufrieden. Aber auch die Jugendlichen selbst hätten beim letzten Beteiligungstermin eher einen Platz im Zentrum des Quartiers für das Parkouring favorisiert, so Johannes. Der Wunsch nach einem Parkour-Bereich im Quartier sei aber bei der Stadt angekommen, so die Landschaftsarchitektin. "Der Spielplatz war als Jugendtreffpunkt konzipiert, die Jugendlichen finden sich in dem Entwurf nicht wieder", kritisierte dagegen Ortsratsmitglied Tibor Sostmann von den Grünen.

"Der vorgestellte Entwurf ist ein guter Kompromiss", sagte Beate Butsch, Leiterin der Abteilung Stadtgrün. "Wir haben viele Wünsche erfüllen können - fast alle Spiel- und Bewegungsgeräte richten sich an Jugendliche und schaffen einen neuen Treffpunkt mit einer Mischung aus Bewegung und Chillen", sagte sie. "Weil sie multifunktional sind, bieten sie auch Inspirationen für andere Altersgruppen, die den Spielplatz ebenfalls nutzen."

Auf der rund 1300 Quadratmeter großen Fläche werden unter anderem auch eine Drehscheibe, Fitnessgeräte und eine Ringwaage installiert, bei der sechs Seilpendel an einem drehbaren Stahlring befestigt sind. Diese Geräte hatten sich die Kinder und Jugendlichen ausdrücklich gewünscht. Ein großer Sandspielbereich und eine Hängematte zwischen Palmen schaffen Strandatmosphäre im Quartier und laden, wie eine Jugendbank und verschiedene Sitzmöglichkeiten, künftig zum Entspannen ein. Die orangefarbene Drehwippe, Mobilus genannt, wird abgebaut und am Spielplatz Hegerwisch installiert.

Dennoch diskutierten die Teilnehmer der Nachbarschaftsversammlung kontrovers: "Die Neugestaltung des Spielplatzes ist ein mutiger Schritt – in seinem jetzigen Zustand hätte man ihn schließen müssen", sagte Ortsbürgermeister Werner Baesmann. Viele Glasscherben hätten das Spielen in der Vergangenheit insbesondere für Kleinkinder gefährlich gemacht.

"Ob das Team des Haus der Jugend, die ehrenamtlichen Nachtwanderer oder Projekt X: Um neue Perspektiven für Jugendliche zu schaffen und Familien zu unterstützen, ziehen in Berenbostel viele Partner an einem Strang", sagte Barbara Willhauck-Wilken, Leiterin der städtischen Abteilung Jugend und Integration. "Wir brauchen Möglichkeiten der Begegnung", sagte auch Kathrin Osterwald von ökumenischen Sozialprojekt Neuland. "Es gibt viele neue Bewohner hier im Quartier."

Fotostrecke Garbsen: Neuer Spielplatz ist ein Kompromiss

Von Jutta Grätz