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Umland Garbsen Nachrichten Stadt will Füttern von Enten und Schwänen verbieten
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18:01 11.04.2013
Von Markus Holz
Verboten: In Garbsen soll das Füttern von Enten und Schwänen verboten werden.
Verboten: In Garbsen soll das Füttern von Enten und Schwänen verboten werden. Quelle: Franke
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Garbsen

Ob Eis oder kein Eis liegt auf dem Schwarzen und dem Berenbosteler See, spielt keine Rolle: Jeden Tag kommen Kinder, Jugendliche, Rentner, Hundehalter und schütten den Wasservögeln tütenweise Brot und Brötchen vor die Schnäbel.

Und die Tiere fressen - die Fütterung erspart ihnen die mühsamere Suche nach Larven, Algen, kleinen Fischen. Und wehe, es spricht jemand die Fütterer an, die meinen, Gutes zu tun. „Man wird übel beleidigt und beschimpft“, sagt der CDU-Politiker Christof Wenzel aus eigener Erfahrung. Angelsportvereinen und Naturschützern ergeht es ähnlich. Und darum hat kaum noch jemand Lust, fütternde Parkbesucher anzusprechen.

Wenzel hat deshalb die Initiative ergriffen und beantragt, was Naturschützer schon lange fordern: Hört mit dem Füttern der Enten, Blässhühner und Schwäne auf. Es ist wider die Natur und eine falsch verstandene Hilfeleistung für die Vögel. Tiere und Gewässer, leiden, schreibt Wenzel in seinem Antrag

Dabei droht das künstliche Futter das natürliche Gleichgewicht zwischen Nahrungsangebot und Anzahl der Tiere aus dem Lot zu bringen. Norbert Kummerfeld, Wildvogel-Experte an der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover: „Die Natur hat es anders vorgesehen. Brot, Cornflakes, Nudeln - nichts davon steht auf dem natürlichen Speiseplan der Tiere und belastet deren Stoffwechsel extrem.“ Das Futter belastet zudem die Seen. Das Wachstum von Botulismus-Bakterien wird gefördert; sie produzieren ein Nervengift. Wer sie mit der Nahrung aufnimmt, der stirbt.

Der Rat soll im Mai das Fütterungsverbot beschließen und Schilder aufstellen lassen. Wie das Verbot kontrolliert wird, konnte Bürgermeister Alexander Heuer am Mittwoch noch nicht sagen.