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Nachrichten Stadtspitze will A2-Ausbau verhindern
Umland Garbsen Nachrichten Stadtspitze will A2-Ausbau verhindern
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22:52 11.06.2014
Von Markus Holz
125.000 Fahrzeuge pro Tag und Richtung: Das ist die Prognose für A 2 in Garbsen bis 2025. Die sechs Spuren heute reichen dafür nicht aus. Quelle: Grätz
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Garbsen

Neu ist das Vorhaben nicht, aber jetzt wird es konkreter. Der Bund legt 2015 den Bundesverkehrswegeplan neu auf. Das bedeutet: Er listet alle Straßenbauprojekte auf, die bis 2030 finanziert und umgesetzt werden sollen. Die Länder sind aufgerufen, jetzt ihre Prioritäten zu nennen.

Bis 2025 rechnet die Landesbehörde für Straßenbau im Bereich Garbsen mit 102 000 Autos und 23 000 Lastwagen pro Tag und Richtung. Diese endlose Karawane sei auf drei Spuren je Fahrtrichtung nicht unterzubringen, sagt Verkehrsplaner Stephan Köhler von der Landesbehörde für Straßenbau: „Die Kapazität ist überschritten.“ Die Verbreiterung könne außerdem helfen, Unfälle zu vermeiden. Aber das Land wisse auch, dass heute noch vierspurige Autobahnabschnitte wie zwischen Walsrode und Soltau eine höhere Priorität haben werden. „Ob, wann und wo der Bund die A2 umbauen wird, kann heute noch niemand sagen - wir melden nur den Bedarf an“, sagt Köhler.

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Für Garbsen hieße das: Neubau aller Brücken und Verbreiterung der Fahrbahnen von jetzt 31,5 auf 38,5 Meter. Möglicherweise müssen dafür auch Lärmschutzwälle an ihrer Basis gekappt und mit Mauern abgestützt werden. Hoffnung auf höheren Lärmschutz macht die Landesbehörde nicht. Die Anlagen seien auf Zukunft gebaut. „Es müsste um 2,1 Dezibel lauter werden, damit der Lärmschutz verbessert wird - diesen hohen Wert erwarten wir nicht“, sagt Köhler. Das sei letztlich nur mit einer exakten Lärmprognose zu belegen, die fester Bestandteil der Planung ist.

Bürgermeister Alexander Heuer blieb gestern bei seinem Nein, weil sich der zusätzliche Lärm technisch nur noch sehr schwer auffangen lasse. Garbsen sei ohnehin schwer beeinträchtigt durch die großen Verkehrsschlagadern A 2, B 6 und Flughafen.

Von den beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis hat sich gestern Caren Marks (SPD) geäußert, Hendrik Hoppenstedt besucht derzeit die Ukraine. „Die Verkehrssituation lässt den Plan folgerichtig erscheinen. Im Verlauf des Verfahrens wird man sich die Lärmberechnungen und deren Auswirkungen ansehen müssen“, schreibt Marks. Der Lärmschutz müsse entsprechend angepasst werden. Der Bund habe auch abzuwägen, ob Garbsen eher Nachteile oder sogar Vorteile entstehen - weniger Unfälle, weniger Stauverkehr in den Ortschaften.

Markus Holz 10.06.2014
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