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Nachrichten Weil: Deckel für die A2 klingt vernünftig
Umland Garbsen Nachrichten Weil: Deckel für die A2 klingt vernünftig
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00:16 12.08.2017
Von Markus Holz
1800 Meter: Caren Marks (von links), Ministerpräsident Stephan Weil, Rüdiger Kauroff und Redakteur Markus Holz über der Lücke im Zuge der L 382 zwischen Berenbostel und Schulenburg. Bisher hat niemand eine Lösung gefunden, um die Lücke zu schließen. Quelle: Bernd Riedel
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Garbsen

Bundestagswahl am 24. September, drei Wochen später die vorgezogene Landtagswahl - Politiker wie Weil, Marks und Kauroff von der SPD werden jetzt auffällig oft in Wahlkreisen unterwegs sein. Am Donnerstag tagen die SPD-Vorstände in Garbsen und Wedemark, danach eröffnet Rüdiger Kauroff seine Tour zu den Wählern. "Wir müssen sicher unsere Zeitpläne anpassen," sagt Kauroff, "aber der Wahlkampf wird durch das Vorziehen der Wahl von Januar auf Oktober nicht anders oder kürzer." Letztlich, sagt Weil nicht ohne Ironie, bleibe die Summe der Probleme gleich. "Der 15. Oktober hat allerdings den Vorteil, dass wir die Plakate stehen lassen können und nur neu bekleben müssen", sagt Kauroff.

Als Weil zuletzt am 11. Februar Garbsen besucht hatte, hatte er Hausaufgaben mitgenommen. Der Lückenschluss der L 382 zwischen Berenbostel und Schulenburg zum Beispiel. Im Februar wartete Garbsen aber auch auf die Zusage vom Land, die Straße am Campus umbauen zu dürfen. Jetzt darf sie. In den nächsten Tagen wird das Land dies bestätigen. Nur Geld wird so schnell nicht fließen, weil das Land erst ein neues Förderprogramm auflegen muss. Das alte läuft aus, das Geld ist ausgegeben. "Ich sehe aber niemanden, der etwas gegen ein neues Programm hat", sagt Weil. Sobald dies verabschiedet ist, soll Garbsen 1,8 Millionen Euro erhalten. Bisher war genau dies kniffelig, weil vor einem Baubeginn die Zusage für das Geld vorliegen muss. Die Stadtverwaltung hat in Gesprächen mit dem Land erreicht, dass die Reihenfolge umgedreht werden kann, weil der Umbau unstrittig und förderfähig ist. 

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Weil kennt Garbsen, und er weiß um die Angst vieler Anlieger vor dem achtspurigen Ausbau der A2. Das ist der Plan des Bundesverkehrsministeriums. Weil lässt keinen Zweifel daran, dass das nötig sein wird, "weil die Verkehrsmenge weiter zunimmt." Er ist aber offen, das Thema Lärmschutz speziell in Garbsen unkonventionell anzugehen. Der alte Plan eines Deckels über der A2 "klingt nach einem vernünftigten Ansatz", sagt Weil, "meine Unterstützung hätte die Stadt." Er kann das sagen, weil es letztlich nicht um Geld des Landes geht. Dafür zahlt der Bund. Aber ohne politische Unterstützung, das weiß auch Weil, wird es einen solchen Quantensprung für Garbsen nicht geben.

Ist Caren Marks ministrabel? Die SPD-Politikerin aus der Wedemark ist seit 2002 Berufspolitikerin im Bundestag. Im Dezember 2013 wurde sie zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium unter Manuela Schwesig berufen. Schwesig ist seit dem 4. Juli Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern. Nachfolgerin Caren Marks? Nein, die Wahl fiel auf die SPD-Generalsekretärin Katarina Barlay. Marks streitet nicht ab, im Gespräch gewesen zu sein. "Aber es gibt es viele Gründe, warum jemand zum Minister berufen wird und warum nicht", sagt Weil. "Vielleicht haben wir zu viele gute Niedersachsen in Berlin", sagt Marks mit Augenzwinkern.

Einen Tag vor ihrem 54. Geburtstag stellt sich Caren Marks jetzt zum fünften Mal zur Wahl. Das persönliche Ziel? "Ich will an verantwortlicher Stelle weiter für und mit Menschen Politik machen, dafür bin ich in Berlin", sagt sie im Redaktionsgespräch, bevor sie mit Weil nach Steinhude und Neustadt aufbricht und am Abend in der Wedemark ihren Wahlkampf offiziell eröffnet.