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Umland Garbsen Nachrichten Sicherbeitsberater für Senioren passen auf
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19:44 22.06.2016
Von Bernd Riedel
Team für Seniorensicherheit: Erich Pohl (von links), Seniorenberaterin Heike Müller-Schulz, Josef Mutter, Charlotte Lampe, Helmut Päplow, Silke Gottschalk von der Polizei und Karin Krombholz.
Team für Seniorensicherheit: Erich Pohl (von links), Seniorenberaterin Heike Müller-Schulz, Josef Mutter, Charlotte Lampe, Helmut Päplow, Silke Gottschalk von der Polizei und Karin Krombholz. Quelle: Bernd Riedel
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Garbsen

Zusammen mit der städtischen Seniorenberaterin Heike Müller-Schulz und Silke Gottschalk von der Polizeiinspektion Garbsen klären sie ältere Mitmenschen tatkräftig auf. Karin Krombholz und Josef Mutter vom SoVD Osterwald Oberende, Charlotte Lampe von der AWO Berenbostel, Erich Pohl vom SoVD Havelse und Helmut Päplow von der AWO Meyenfeld haben damit schon viel Erfolg gehabt: In Garbsen ist bei den jüngsten Nepp-Kaffeefahrten niemand mehr mitgefahren. In den drei Jahren, seit die Gruppe gegründet wurde, sind sie, sobald solche Kaffeefahrten gemeldet wurden, an die Haltestellen gegangen und haben Leute gewarnt.

Silke Gottschalk ist die Trägerin des Projektes: Sobald neue Betrugsmaschen bekannt werden, informiert sie die Sicherheitsberater, damit diese die Informationen weiter verbreiten. Sie sorgt dafür, dass die Seniorenberater immer auf dem neuesten Stand sind. Sie hat Infomaterial zur Verfügung. Umgekehrt funktioniert das auch, sagt Charlotte Lampe: Wenn zum Beispiel betrügerische Mails kommen, macht sie umgehend die Polizei darauf aufmerksam.

Heike Müller-Schulz ist die Vermittlerin: Sie macht die Sicherheitsberater in den Vereinen bekannt und organisiert immer wieder Informationsveranstaltungen zu relevanten Sicherheitsthemen. Erich Pohl hat im Bereich Havelse schon die meisten Vereine besucht. Er hält dabei keine langatmigen Referate. Das würde bei den Zuhörern schnell zu Langeweile führen. "Besser ist es, im Gespräch mit Frage und  Antwort zu arbeiten. Man muss die Leute beteiligen", sagt er.

Durch die Arbeit als Sicherheitsberater verändern sich nicht nur Sichtweisen, sondern auch der Blick schärft sich: Als kürzlich organisierte Bettler in Garbsen an den Haustüren klingelten, stand auch einer der Bettler vor der Tür von Karin Krombholz: "Ich habe mir jedes Detail gemerkt, die Kleidung, die Haarfarbe", sagt sie. Ihre Aussage bei der Polizei habe später geholfen, die Bande zu fassen. Krombholz' Tipp: sich das Aussehen des mutmaßlichen Betrügers genau einprägen. "Wenn man sich das vornimmt, klappt das sehr gut", sagt sie. Sie spricht immer wieder Menschen an und warnt sie. Das klassische Beispiel sei die Tasche, die man im Supermarkt etwa im Einkaufswagen liegen oder hängen lasse: "Darin sind oft nicht nur Geld, sondern auch die persönlichen Papiere, Auto- und Hausschlüssel."

Das Konzept wird auch in den anderen Polizeiinspektionen umgesetzt. "Wir wollen es flächendeckend umsetzen", sagt Gottschalk. In Garbsen ist damit vor drei Jahren gestartet worden. Die fünf Sicherheitsberater sind in einem viertägigen Seminar auf ihre Tätigkeit vorbereitet worden. Dabei gab es keine Beschränkung auf typische Delikte an Senioren wie Trickdiebstahl, Trickbetrug, Enkeltrick, sondern umfassend: "Die Sicherheitsberater sollen umfangreichere Kenntnisse in Kriminalitätsprävention haben", sagt Gottschalk, und so würden auch andere Delikte wie Einbrüche behandelt.

Wer sich sich einen Sicherheitsberater in den Verein einladen will oder andere Fragen hat, kann sich bei Silke Gottschalk, Telefon (05131) 7014542, oder Heike Müller-Schulz, Telefon (05131) 707291, melden.