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Nachrichten Tüftler aus Stelingen erfindet die Klinke für den Fuß
Umland Garbsen Nachrichten Tüftler aus Stelingen erfindet die Klinke für den Fuß
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19:56 03.10.2012
Von Markus Holz
Bitte eintreten: Ein Tritt aufs Pedal und die Tür lässt sich mühelos und ohne Handarbeit öffnen. Sascha Klein unterzieht seine Erfindung zu Hause dem Stresstest.
Garbsen

Wenn Sascha Klein ein Problem hat, raubt ihm das den Schlaf. 2009 hatte der 46-jährige Dachdecker ein Problem und schlaflose Nächte – heute hat er ein Patent für 30 Länder in der Tasche für eine bemerkenswerte Erfindung: Einen Fußtüröffner. Kunden hat er reichlich, nur keinen, der ihm die Erfindung in Serie baut. Das Problem war zwei Meter groß, männlich, jung, dynamisch, aber ohne Manieren. Der Mann hatte im Brauhaus Hannover vor einem Pissoir in einer Urinlache gestanden und danach die Türklinke mit dem Schuh gedrückt. Sascha Klein nahm die Szene im Spiegel wahr. „Ekelhaft – ich habe drei Minuten gewartet, bis jemand die Tür von außen aufgemacht hat, weil ich die Klinke nicht anfassen wollte“, sagt Klein, „das hat mir keine Ruhe gelassen.“ Der Unternehmer ist Tüftler mit Leib und Seele. Zwei Tage später war der erste Prototyp fertig, heute ist der Mechanismus serienreif und vielfach patentiert. 250.000 Euro hat allein das den Erfinder gekostet. „Fodo“ heißt die Erfindung der Fußtürklinke und steht für foot operated door opener (Fußgesteuerter Türöffner). Bei der Hannover Messe haben Chinesen jedes Detail abfotografiert und waren noch so dreist, um eine Demontage und Zerlegung zu bitten. Interessenten aus der Krankenhausbranche, aus Altenpflegeheimen, aus der Türherstellerszene stehen bei Klein vor der Tür. Das Krankenhaus Holzminden und die Medizinische Hochschule Hannover haben die ersten Exemplare den Stresstests unterzogen, so wie Sascha Klein selbst bei sich zu Hause. Immer wieder haben er und sein Kompagnon Stefan Preiß in Nachtschichten die Mechanik verbessert und vereinfacht. „Jetzt ist Fodo ausgereift“, sagt Klein, „der Einbau ist kinderleicht.“ Das Prinzip: Vom unteren Ende der Tür wird ein Stück ausgesägt, ein Pedalmechanismus eingesetzt und mit dem Mechanismus des Türschlosses über einen Seilzug verbunden. Die Tür lässt sich aufstoßen und aufziehen – erster Platz im Design-Wettbewerb, erster Platz im Wettbewerb des Erfinderzentrums Norddeutschland. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hannoverimpuls unterstützt Klein bei der Suche nach Investoren. Selber fertigen kann er Fodo nicht. Der akzeptable Marktpreis liegt bei 350 Euro; ein Prototyp kostet ihn jetzt noch 2500 Euro. „Viele wollen Fodo haben, aber ich kann nicht liefern“, sagt Klein. Er würde das Projekt gern mit einem Metallbaubetrieb aus der Region realisieren. Die Firma MFL von Udo Fenske in Neustadt unterstützt ihn seit Monaten beim Prototypenbau und überlegt jetzt, in die Serienproduktion zu investieren.

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