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Umland Garbsen Nachrichten Verbraucher müssen mehr für Wasser zahlen
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19:49 03.12.2014
Von Markus Holz
Foto: Das Trinkwasser in Garbsen und Neustadt wird im kommenden Jahr teurer.
Das Trinkwasser in Garbsen und Neustadt wird im kommenden Jahr teurer. Quelle: dpa
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Garbsen

Nach einer Beispielrechnung des Verbandes bedeutet die Erhöhung eine Verteuerung von 2,20 bis 2,50 Euro pro Person und Jahr. Der Verband rechnet mit Mehreinnahmen von rund 250.000 Euro. 130.000 Euro muss er als Wasserentnahmegebühr an das Land abführen.

Hintergrund der Preiserhöhung ist auch das Millionenprogramm zur Erneuerung des 885 Kilometer langen Rohrnetzes. Derzeit reichen Geld und Personal, um jährlich 0,6 Prozent des über 60 Jahre alten Netzes zu erneuern. „Wenn wir das nicht aufstocken, brauchen wir 166 Jahre - das geht nicht“, sagte Verbandsvorsteher Wilfried Aick am Mittwoch. Der Verbandsanteil an den Mehreinnahmen fließt bis 2017 noch in die Modernisierung technischer Anlagen und Gebäude sowie in einen seit der Gründung in der Bilanz stehenden Verlust. Ab 2017 fließt dann mehr Geld in die Erneuerung des Netzes. „Wie sich Bau- und Strompreise bis dahin entwickeln, können wir nur schwer vorhersehen“, sagt Geschäftsführer Reinhard Niemeyer.

1000 Liter Wasser kosten im Bundesdurchschnitt netto 1,69 Euro. Der Preis für Wasserverbandskunden liege im niedersächsischen Mittelfeld, sagte Niemeyer. Die letzte Preiserhöhung datiert vom 1. April 2014: plus 18 Cent auf 1,24 Euro pro Kubikmeter, plus 55 Cent für haushaltsübliche Zähler. „Wir werden auch in Zukunft nicht von einer Senkung des Preises sprechen“, sagte Aick. In der Vergangenheit sei der Zustand des Netzes teils auch aus politischen Gründen nicht einkalkuliert gewesen. Jetzt könne man die Augen nicht mehr verschließen. „Es geht nicht mehr nur um die Förderung und Lieferung von Wasser, sondern auch um die Infrastruktur für die nächsten 50 Jahre“, betonte Aick.

Um die derzeit hohen Tiefbaukosten der Fremdfirmen zu umgehen, will sich der Verband eine eigene Tiefbauabteilung zulegen. Drei neu eingestellte Ingenieure übernehmen bereits die Planungsarbeiten. „Das spart uns richtig Geld, und wir sind immer auf dem neuesten technischen Stand,“ sagte Niemeyer.