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Umland Garbsen Nachrichten Verletzte nach Streit zwischen rivalisierenden Jugendgangs
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11:34 01.06.2010
Endpunkt Garbsen: Regelmäßig geraten dort verfeindete Jugendgangs aneinander. Quelle: Nico Herzog

Im Streit um die „verletzte Ehre“ greifen sie zu martialischen Waffen: In Garbsen ist der schwelende Konflikt zwischen einer türkischen und einer kurdischen Jugendgang am Wochenende erneut eskaliert. Wie die Polizei erst am Montag mitteilte, gingen in der Nacht zu Sonnabend mehrere Personen an der Endhaltestelle in Garbsen prügelnd aufeinander los. Zwei 20 und 21 Jahre alte Männer sollen ihre Kontrahenten mit einer Axt und einem Schlagring angegriffen haben. Vier Beteiligte im Alter von 17 bis 21 Jahren kamen mit Kopfplatzwunden zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Anwohner hatten gegen 0.40 Uhr den Notruf gewählt und der Polizei von der Prügelei an der Haltestelle berichtet. Dort stießen die Beamten auf die vier Verletzten. Sie gaben gegenüber der Polizei an, Kurden aus dem Garbsener Stadtteil Berenbostel hätten sie mit Fäusten sowie einer Axt und einem Schlagring angegriffen. Nach der Attacke seien die Schläger mit einem BMW geflüchtet.

Die Beamten konnten den BMW kurz darauf in der Liebermannstraße in Berenbostel aus dem Verkehr ziehen. An Bord befanden sich neben fünf Männern im Alter von 17 bis 25 Jahren auch die beiden gefährlichen Schlagwaffen. Die Polizei glaubt nach derzeitigem Ermittlungsstand, dass die Axt und der Schlagring von zwei 20 und 21 Jahre alten Männern eingesetzt wurden. Sie sind in der Vergangenheit bereits wegen zahlreicher Rohheitsdelikte auffällig geworden und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Ihre drei mutmaßlichen Komplizen wurden vernommen und vorerst wieder entlassen. Auch gegen sie ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

„Es geht um einen Streit zwischen Kurden und Türken. Die genauen Hintergründe des Konflikts sind aber noch nicht bekannt“, sagte gestern Jürgen Ermerling, Leiter der Polizeiinspektion Garbsen. Auf Nachfrage der HAZ bestätigte Ermerling, dass Mitglieder der Jugendgangs „Auf der Horst Power“ (ADHP) und „Kurdische Blutsbrüder“ (KBB) an der Prügelei beteiligt gewesen seien.

Der Konflikt zwischen Kurden aus Berenbostel und Türken aus dem Gebiet Auf der Horst ist seit Jahren bekannt. Jugendliche berichten, dass es an der Haltestelle regelmäßig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Gruppen komme. Dabei gehe es vor allem um „Respekt“ und „verletzte Ehre“. Am Montag nun teilte die Polizeidirektion Hannover mit, dass in Zukunft mehr Polizeistreifen in dem Bereich eingesetzt und Verdächtige konsequent kontrolliert werden sollen.

Vivien-Marie Drews

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