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Garbsen Tausende Besucher genießen „Panoptikum“ im Stadtpark
Umland Garbsen

Parkpanoptikum im Stadtpark Garbsen lockt zu Pfingsten tausende Besucher

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00:15 13.06.2019
An Pfingsten lohnte sich das Schlendern durch den Stadtpark mehr denn je: Beim Parkpanoptikum wartete an jeder Ecke eine andere künstlerische Kuriosität. Quelle: Ann-Christin Weber
Garbsen-Mitte

 Jonglage, Pantomime, Musik-Kabarett und Kultsongs: Wenn am Schwarzen See an jeder Ecke eine neue künstlerische Kuriosität auf Besucher wartet, ist Parkpanoptikum. Mehrere tausend Besucher haben den sommerlichen Pfingstsonntag genutzt, um große Kleinkunst auf vier Bühnen im Stadtpark zu bestaunen. Gäste kamen gezielt oder zufällig, mit Segways und Rädern, Kinderkarre und Picknickdecke. Der Strom ebbte erst gegen Ende ab. Vor der Bühne des Trios Songliner wären die Zuschauer bei guter Musik am liebsten bis in die Nacht sitzen geblieben.

Faszinierende Jonglage

Klirr deluxe. Quelle: Ann-Christin Weber

Egal ob Teller oder ein Tablett mit Getränken – das Duo Klirr deluxe kann scheinbar mühelos jeden Gegenstand jonglieren. Julian Böhme und Pierre Scheffler alias Ron und Salim boten Besuchern ein unglaubliches Schauspiel: Vor der malerischen Kulisse des Schwarzen Sees balancierte Ron sechs Stühle nur auf seinem Kinn – fünf Sekunden völlige Stille, tosender Applaus. Zwischendrin entlockten die kleinen Sticheleien zwischen Ron und Salim – dem herzlich verpeilten Inder – Kindern als auch Erwachsenen herzhaftes Lachen.

Sarah Hakenberg jongliert mit Worten

Auf der Bühne am Steinstuhl saß Sarah Hakenberg am Klavier, sang von Markus Söder, Braunschweiger Fußballfans und vereinsamten Landstrichen und nahm jeden vor die verbale Flinte. Fürs Panoptikums hatte die Kabarettistin eine Neuheit im Gepäck. „Das Lied habe ich letzte Woche erst komponiert. Ihr müsst mir gleich sagen, ob es gut ist“, sagte Hakenberg und gab zu, etwas aufgeregt zu sein. Doch mit dem Lied über die übertriebene Sorge einer Mutter, dass der Mann mit den Kindern nicht alleine klar kommt, traf Hakenberg den richtigen Nerv. Lachen aus vollem Halse nach der Pointe.

Kleinkunst vor Seekulisse: Tausende Besucher erleben am Pfingstsonntag das Parkpanoptikum im Stadtpark auf vier kleinen Bühnen.

Jeder hat die Chance, alles zu sehen

Jede Bühne wurde dreimal vom gleichen Künstler bespielt. So konnte sich jeder Besucher aussuchen, was er zu welcher Zeit sehen möchte. Fast ohne Pause agierten nur die Funny Faces und Oni Maurer. Die Funny Faces mischten sich als bunte Gestalten ohne Gesicht wie aus dem Nichts unter die Besucher, wackelten ansteckend fröhlich tanzend vor dem erstaunten Publikum und wurden von manchem Kind ängstlich, von den Großen lachend bestaunt.

Kleine, feine Kofferkunst

Oni Maurer ist eigens aus Freiburg mit ihrem Kurbel-Koffer angereist, um ihre Geschichte zu erzählen von Müllmassen, Meer und uralten Schildkröten. Quelle: Markus Holz

Oni Maurer aus Freiburg setzte besonders poetische Akzente im Park. Ihr Kurbelkoffer war stets umlagert, die Hörmuscheln gingen von Hand zu Hand. Im Acht-Minuten-Rhythmus lauschten ihre Gäste ihrer Geschichte vom Müll im Meer und dem großen Parlament der Fische, während Maurer hinter ihrem Koffer verschwand und die Leinwandbilder zur Geschichte immer weiter kurbelte. Ganz kleine, feine Kunst mit sehr gefühlvoller Resonanz von den Gästen.

Peter Mims große Gesten

Gefühle waren das große Thema auf der Wiese am Spielplatz. Der Pantomime Peter Mim legte mit jeder Sekunde eine neue Geste, Mine und Bewegung auf, erzählte seine Geschichten vom wilden Maler, dem eigenwilligen Herzen und dem bezaubernden Gesang eines Vogels. Die überraschenden Wendungen in seiner Erzählkunst ließen die Besucher nicht aus dem Bann. In vielen Reihen umlagerten sie die Bühne, staunten, klatschten, ließen sich entführen. „Dafür bin ich hier“, sagte Mim, „um zu sehen, dass die Menschen verstehen, was ich spiele und dass ich sie bewege.“ Das Panoptikum sei übersichtlich, gut organisiert, frei von alkoholisierten, lauten Gästen, sagte Mim lobend.

Zu diesem Event unter der künstlerischen Leitung von Vera Brand gehörten bereits am Sonnabend die Tafelfreuden. 

Von Ann-Christin Weber und Markus Holz

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