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Garbsen Nach Schlägerei bei Kreispokalfinale: Sehnder bezeichnen Garbsener als Aggressoren
Umland Garbsen

Pattensen: Schlägerei beim Kreispokalfinale in Koldingen: Sehnder bezeichnen gewaltbereite Fans des TSV Schloß Ricklingen als Aggressoren

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00:15 16.06.2019
Vor Beginn des Kreispokalfinales werden am Spielfeldrand verbotene Bengalos gezündet. Quelle: privat
Koldingen/Sehnde/Garbsen

Aufregung und Empörung rund um das Kreispokalfinale an Himmelfahrt zwischen SuS Sehnde und TSV Schloß Ricklingen (Garbsen) dauern an. Das Spiel, das mit einem Sieg für Sehnde endete, wurde auf dem Gelände des Koldinger SV in Pattensen-Koldingen ausgetragen. Schon vor Spielbeginn hatten vermeintliche Fans am Spielfeldrand verbotene Bengalos gezündet. Kurz nach Ende des Spiels, während der Siegerehrung, kam es zu einer Schlägerei zwischen Anhängern von Sehnde und Garbsen. Die Polizei musste eingreifen. Es wird jetzt wegen zwei Fällen von gefährlicher Körperverletzung ermittelt, außerdem wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamten und Beleidigung. Die Ermittlungen der Polizei, die weitere Zeugen sucht, dauern an.

Eine Spielszene vom Kreispokalfinale zwischen Sehnde und TSV Schloß Ricklingen an Himmelfahrt. Quelle: Debbie Jayne Kinsey

Augenzeugen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, schildern erschreckende Szenen. Während Spieler und Fans von SuS Sehnde den Sieg feierten, sollen sich mit Zahn- und Gesichtsschutz ausgestattete Garbsener Fans in den Gästebereich geschlichen haben und die Sehnder Fans „mit immenser Wucht“ geschlagen und getreten haben. Es sollen Dutzende von Kindern vor Ort gewesen sein, die die Schlägerei voller Schrecken mit ansehen mussten. „Eine junge Mutter musste mitsamt ihrem Kind von Sehndern aus dem Pulk gerettet werden“, schildert ein Besucher. Die als „Hooligans“ bezeichneten Garbsener Fans hätten sich beim Eintreffen der Polizei schnell verteilt und unter den friedlichen Besuchern versteckt.

Mehrere Zeugen berichten auch von Personen auf Seiten der Garbsener Fans, die den Ultras von Hannover 96 zuzurechnen seien. Sie seien unter anderem an ihren Tätowierungen zu erkennen gewesen. Bei einer ersten Presseanfrage dieser Zeitung am Tag nach dem Kreispokalfinale hatte die Pressestelle der Polizei ausdrücklich erklärt: „Es waren keine 96-Ultras.“ Eine erneute Anfrage blieb am Mittwoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Sehnde wehrt sich gegen Verdächtigungen

Durch die öffentliche Berichterstattung sieht der SuS Sehnde sich und seine Fans zu Unrecht an den Pranger gestellt. In einer offiziellen Stellungnahme betont Pressewart Vincent Janizki, dass „vom Sehnder Anhang keine Gewalt“ ausging. Das verbotene Feuerwerk sei von Garbsener Fans auf das Gelände geschmuggelt und gezündet worden. Janizki teilt weiter mit: „Auch der Vorstand von Schloss Ricklingen entschuldigt sich für die Geschehnisse bei unserem Präsidenten und bestätigt, dass die Aggressoren zu dem erweiterten Umfeld von Schloss Ricklingen gehören.“

Auf Anfrage dieser Zeitung beim TSV Schloß Ricklingen sprach Vorstandssprecher Jörg Blum von „unschönen Aktionen einiger weniger Personen“. Weiter teilte er mit: „Zwischen dem SuS Sehnde und unserem Verein wurde über die Vorkommnisse gesprochen, und der TSV wird diesen Randalierern, die nicht aus unserem Verein kommen, keinesfalls noch mehr Wertigkeit zukommen lassen. Daher wird unser Verein keine weitere Stellungnahme hierzu abgeben.“

Von Kim Gallop

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