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Garbsen Schleppjagd lockt Reiter aus ganz Deutschland
Umland Garbsen

Schleppjagd in Heitlingen lockt Reiter aus ganz Deutschland nach Garbsen

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16:41 13.10.2019
Die Pferde werden vor der Jagd warm geritten. Zuschauer beobachten das Spektakel von Traktoranhängern aus. Quelle: Ann-Christin Weber
Heitlingen

Unruhig scharrt Gisela ihre Hufe auf der trockenen Erde. Das Jaulen der Jagdhunde, die wenige Meter weiter in einem Transportwagen auf den Beginn der Jagd warten, macht die Oldenburger Stute nervös. In wenigen Minuten eröffnet die Fahrgemeinschaft Eichenhof in Heitlingen am Sonnabend die traditionsreiche Schleppjagd. Jagdreiter aus ganz Deutschland sind zu Gast. Die herbstliche Schleppjagd ist die vermutlich anspruchsvollste in der Region.

Giselas Unruhe überträgt sich auf Reiterin Ella Henning. „Ich fühle da immer mit“, sagt die 24-Jährige aus Hannover und streichelt sanft über ihre Stute. Es ist ihre erste Schleppjagd in Heitlingen – und die hat bereits mit dem Stelldichein, dem Sammeln der Reiter, begonnen. Nach und nach treffen Reiter und Zuschauer auf Gut Heitlingen bei Gastgeber-Familie Thiele ein.

Kailing: Die Topjagd in ganz Deutschland

Auch in diesem Jahr fällt die traditionelle Schleppjagd der Fahrgemeinschaft Heitlingen unter das Motto „Ladies first“. „Frauen wurden im Reitsport lange Zeit benachteiligt. Um zu zeigen, dass das Vergangenheit ist, reiten bei unseren Schleppjagden nur Frauen an der Spitze“, sagt Jagdleiter Wolfgang Kailing.

Sonja Woost führt das erste Feld mit den eher fortgeschrittenen Reiterinnen an. Sie folgen den 24 Foxhounds der Niedersachsen-Meute. „Die Hunde jagen einer künstlichen Fährte, einer Schleppe, hinterher, da müssen wir mithalten und jedes Hindernis meistern“, sagt Woost. „Das ist bei 20 Kilometern Strecke mit 50 Hindernissen und vier Gräben wirklich sehr anspruchsvoll.“ Jagdleiter Wolfgang Kailing spricht sogar von der Topjagd in ganz Deutschland.

Annika Kellner (links) und Sarah Haefeker sind extra aus Bremen angereist, um bei der Heitlinger Schleppjagd dabei zu sein. Quelle: Ann-Christin Weber

Für Annika Kellner und Sarah Haefeker ist es die erste Schleppjagd überhaupt. Sie reiten im zweiten Feld mit, wo schwere Hindernisse ausgelassen werden können. Die beiden Reiterinnen sind für die Jagd durch den Wald und die Senffelder von Heitlingen und der umliegenden Dörfern extra aus Bremen angereist. „Wir kommen eigentlich aus einer anderen Reitsportart. Die Schleppjagd ist eine Tradition, die wir noch nicht erlebt haben. Das macht es so interessant“, sagt Kellner.

„Hier geht es nicht um Wettkampf“

Für Susanne Wehrmann ist der Sonnabend sehr ungewohnt. Die Jahre zuvor saß sie im Sattel. Doch die Hamelnerin hat kein jagdfähiges Pferd. Von einem der Anhänger hinter den Traktoren wird sie das Spektakel verfolgen. „Das Herzstück sind die Leute, die Pferde und die Natur. Das Herbstlaub toppt das Ganze noch“, sagt Wehrmann. Und genau das ist der Grund, warum Organisator Volker Tegtmeyer Jahr für Jahr keine Mühen scheut, damit die Schleppjagd in Heitlingen stattfinden kann. „Das ist kein Reitturnier. Hier geht es nicht um Wettkampf“, sagt Tegtmeyer, als das Jagdhorn geblasen ist und die Niedersachsen-Meute ihre Suche nach dem falschen Fuchs beginnt. „Das sind alles Freunde, die wollen zusammen reiten, hinterher essen und Spaß haben.“

Die Heitlinger Schleppjagd gibt es seit 1867. Reiter und Zuschauer reisen aus ganz Deutschland an. Und weil „Ladies first“ gilt, übernehmen Frauen die Spitze.

Von Ann-Christin Weber

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