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Garbsen Messerstiche waren beinahe tödlich
Umland Garbsen Messerstiche waren beinahe tödlich
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00:17 18.03.2019
Alex D. (l.) wird von Rechtsanwalt Vyacheslav Varavin verteidigt. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Als die Polizeibeamten in dem Hochhaus im Garbsener Stadtteil Auf der Horst eintreffen, sehen sie Blut. Viel Blut, im Treppenhaus über sechs Etagen verteilt. Sie treffen auf einen nackten Mann, der im Keller des Treppenhauses hockt, und eine schwer verletzte Frau. Seit Freitag muss sich Alex D. (40), der Mann aus dem Treppenhaus, vor dem Schwurgericht wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er soll eine 37-jährige Frau mit mehreren Messerstichen in Oberkörper und Arme lebensgefährlich verletzt haben. Der Angeklagte, ein Mann mit schwarzen, gegeltem Haar und Vollbart, machte keinerlei Angaben zu den Tatvorwürfen, auch sein Verteidiger Vyacheslav Varavin gab keine Erklärung ab. Das Opfer entpuppte sich als Zeugin mit einigen Erinnerungslücken.

Gelage in der Nacht

Offenbar handelt es sich bei dem Angriff um eine Tat im Alkoholikermilieu. Bei Alex D. wurde in der Tatnacht ein Promillewert um die zwei herum festgestellt, bei dem Opfer von drei Promille. Zeitweise wurde auch der Ex-Ehemann der Frau verdächtigt, doch schließlich führten die Ermittlungen auf die Fährte des 40-Jährigen. Was genau in jener Nacht zwischen 2 Uhr und 2.45 Uhr geschehen ist, konnte das Gericht unter Vorsitz von Wolfgang Rosenbusch nur mühsam herausarbeiten.

Das Opfer, das im gleichen Haus wie der Täter wohnte, erinnerte sich daran, mit dem Angeklagten getrunken zu haben – Wein, Bier, Wodka – und zwischen den im ersten und fünften Stock liegenden Wohnungen gependelt zu sein. Möglicherweise war D. frustriert, dass die 37-Jährige nicht mit ihm schlafen wollte. Als sie irgendwann wieder vor seiner Wohnungstür in der ersten Etage stand, so ihre Aussage, habe er ohne große Worte mit einem Küchenmesser von 13,4 Zentimeter Klingenlänge auf sie eingestochen. „Er schaute mich sehr aggressiv an“, erklärte die Frau unter Tränen. Wenn er viel getrunken habe, werde er zu einem „Dämon“. Das Opfer flüchtete in die Wohnung des Vaters des Angeklagten, dieser rief die Polizei. Zwei der Stiche verletzten ihre Lunge und ihren Darm; mithilfe einer Notoperation konnten Ärzte ihr Leben retten. Auch der Täter hatte sich im Verlauf des Angriffs mit dem Messer selbst verletzt, allerdings nicht schwerwiegend.

Erneutes Zusammenleben

Die Frau mit der Kurzhaarfrisur hatte mal ihren Ex-Ehemann, mal Alex D. der Tat bezichtigt. Bei ihrer Befragung vor Gericht erklärte sie, dass sie mit dem Angeklagten vor einiger Zeit schon einmal sechs Monate zusammengelebt habe. Als er nach einem Gefängnisaufenthalt wieder in Freiheit entlassen wurde, bezog er – offenbar zufällig – eine Wohnung in dem Hochhaus, in dem auch die Frau wohnte. Dort pflegte das Paar ein Verhältnis, das von gemeinsamen Gelagen und Sex geprägt war.

Der Prozess wird erst am 8. April fortgesetzt.

Von Michael Zgoll

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