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19:13 05.05.2013
Am meisten fürchteten die Befragten Einbrüche. Mit fast 83 Prozent steht sie ganz oben auf der Liste der Gefahren. Quelle: dpa
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Garbsen/Seelze

Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Nachbarschaft - unter dieser Überschrift stand unsere Umfrage. Das Ergebnis wirkt beruhigend oder weckt Besorgnis - je nach Betrachtungswinkel: 58 Prozent aller Befragten fühlen sich in ihrer Umgebung ziemlich bis sehr sicher. Aber das Gefühl ist nicht in allen Ortsteilen gleich. Die urbanen Lagen liegen hinten.

65 Prozent der Stimmen im Stadtteil Auf der Horst schreiben: Wir fühlen uns etwas bis sehr unsicher in unserer Nachbarschaft; in Berenbostel sagen das 59 Prozent, in Garbsen-Mitte 52 und in Havelse 50 Prozent. Über Seelzes Ortslagen Almhorst und Döteberg, Harenberg, Lathwehren, Kirchwehren und Velber schreiben das nur 15 Prozent der Befragten. Kein Garbsener Ortsteil kann da mithalten. Auf den gefühlt „sichersten“ Plätzen liegen Osterwald (24 Prozent), Altgarbsen (32) und Schloß Ricklingen (33).

Und wovor haben die Befragten Angst? Es ist die Angst vor Einbrüchen. Mit fast 83 Prozent steht sie ganz oben auf der Liste der Gefahren, vor denen sich die Umfrageteilnehmer in ihrer Nachbarschaft fürchten. Die Zahlen sind nicht repräsentativ, weil dafür nicht genug Daten vorliegen. 368 Garbsener haben geantwortet und 136 Seelzer. Aber sie bestätigen, was die Polizei in ihrer Kriminalanalyse 2007 herausgefunden hatte: In den dicht besiedelten Stadtteilen ist die subjektiv empfundene Furcht vor Kriminellen besonders groß. Die Angst vor einem Einbruch lässt kaum jemanden kalt, besonders in den kleinen Orten wie Seelzes südlichen Stadtteilen sind die Menschen beunruhigt.

In Seelzes südlichen Stadtteilen Almhorst, Döteberg, Harenberg, Lathwehren, Kirchwehren und Velber ist die Sorge, Einbrechern zum Opfer fallen zu können, mit 93 Prozent besonders groß. Es folgen Garbsens Stadtteile Horst mit 91,8 Prozent, Osterwald Unterende mit 91,7 Prozent und Stelingen mit 91 Prozent, Garbsen-Mitte und Osterwald mit jeweils 90 Prozent. Aber auch in Frielingen, Meyenfeld (je 89 Prozent), Havelse, Seelze Kernstadt und Seelze-Süd (je 84 Prozent) sowie Altgarbsen, Dedensen, Gümmer und Lohnde (je 82 Prozent) rangiert die Angst vor Einbrüchen ganz oben in den Umfrageergebnissen. Schloß Ricklingen (78 Prozent), Berenbostel (75 Prozent) und Letter (73 Prozent) sowie Auf der Horst (68 Prozent) liegen im unteren Bereich der Statistik.


In unserem Themenschwerpunkt Sicherheit, einer Serie unserer Zeitung, wollen wir in den nächsten zwei Woche auf Ihre dringendsten Sorgen eingehen. Nicht nur Einbruch spielt dabei eine Rolle: Die Sorge  vor einem Autoaufbruch (43 Prozent), Diebstahl und Betrug an der Haustür (jeweils 38 Prozent) sowie einem Überfall/körperlicher Gewalt (30 Prozent) treibt auch viele Menschen um.

Wir haben Sie auch gefragt, an welchen Orten Sie sich unsicher fühlen; diesen Hinweisen werden wir besonders nachgehen und mit Verantwortlichen wie Einwohnern sprechen. Für Garbsen haben Sie vier „Problemzonen“ oft genannt: Generell die Siedlung Auf der Horst (85) - das überrascht nicht wirklich nach den zahlreichen Vorfällen und der Serie von Bränden in den vergangenen zwei Jahren bis heute. Der Kronsberg wird dagegen nur halb so oft genannt. Für das Unsicherheitsgefühl an diesen Orten werden auch Medien mitverantwortlich gemacht - viele der Antwortenden wohnen dort gar nicht. Sie verfolgen aber die Berichterstattung und fühlen sich allein deshalb unwohl.

Stadtbahnen als große Bedrohung

Überraschend für die Redaktion sind zwei andere Zahlen: 74 Befragte benannten die Stadtbahnendhaltestelle und Stadtbahnen an sich - bei Dunkelheit - als den Ort ihrer größten Unsicherheit. Das sind fast so viele Nennungen wie bei der Horst. Dass es im Umfeld zu Übergriffen kommt, dass der Endpunkt schlecht beleuchtet ist und dort Drogen umgeschlagen werden, wussten wir. Nach Auskunft der Polizei ist die Kriminalitätsrate dort nicht höher, als an vergleichbaren Stellen. Das Gefühl der Menschen an diesem Ort ist aber ein ganz anderes.

Herausragend ist ein zweiter Wert: 35 Befragte meiden bei Dunkelheit die Autobahnbrücken bei Real/Kastorhof und Verlängerung Sperberhorst/Märchenviertel. Schlechte Beleuchtung, dichtes Gebüsch und damit gute Versteckmöglichkeiten und Fluchtwege werden als Gründe für Angst genannt.

Auch Seelze hat solche Schwerpunkte: Das Bahnhofsumfeld in Letter und in Seelze bis zum Obentrautdenkmal und die Heimstättenbrücke - immer nur bei Dunkelheit. Darum die Hauptkritik: Es fehlt an Licht und - oft genannt für Garbsen - an Polizeipräsenz während der späten Abendstunden und nachts.

Immerhin 21 Prozent bescheinigen ihren Nachbarn, sehr aufmerksam zu sein, was besonders häufig in Almhorst, Döteberg, Harenberg und Schloß Ricklingen genannt wurde. Als „aufmerksam, aber kaum da“ beschrieben 43 Prozent ihre Nachbarn - vor allem in Dedensen, Altgarbsen, Havelse, Horst und Letter. Das Prädikat „nicht aufmerksam“ vergaben 20 Prozent an die Nachbarn, häufig aus Auf der Horst und Berenbostel. 16 Prozent konnten nicht einschätzen, ob die Nachbarn aufmerksam sind und Straftäter melden oder vertreiben würden.

In der Umfrage konnten die Teilnehmer auch angeben, was getan werden sollte: Dabei liegen der Wunsch nach mehr Polizeistreifen (68 Prozent) und aufmerksameren Nachbarn (64 Prozent) nahezu gleichberechtigt an der Spitze. Vorkehrungen am Haus halten 33 Prozent für sinnvoll, gefolgt von der Vorsichtsmaßnahme, keine Wertsachen im Haus zu haben (27 Prozent). Eine bessere Straßenbeleuchtung fordern 20 Prozent. Von Videoüberwachung versprechen sich 13 Prozent mehr Schutz, von einer Beratung durch die Polizei oder Stadt zwölf Prozent. Bürgerstreifen halten dagegen lediglich zehn Prozent für wünschenswert.

Nach eigenen Angaben sind in den vergangenen 24 Monaten 47 Prozent der Befragten Opfer einer Straftat geworden, die in den meisten Fällen (91 Prozent) auch angezeigt worden ist. Was es bedeutet, Opfer zu sein, lesen Sie in einer der nächsten Folgen des Themenschwerpunkts Sicherheit.

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