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Garbsen Deutlich mehr Radfahrer bei Unfällen verletzt
Umland Garbsen Deutlich mehr Radfahrer bei Unfällen verletzt
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00:22 05.04.2019
In Garbsen hat sich die Zahl der bei Unfällen verletzten Radfahrer im Vorjahr fast verdoppelt. Das geht aus der Statistik vor, die die Polizei vorgestellt hat. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

Die Zahl der bei Unfällen in Garbsen verletzten Radfahrer ist im Vorjahr stark gestiegen. 2017 waren 56 Radfahrer an Unfällen im Stadtgebiet beteiligt, im Vorjahr waren es 103. „Das ist schon auffällig und alarmierend“, sagte Joachim Paul von der Polizei in Garbsen bei der Vorstellung der Unfallstatistik. Paul ist Sachbearbeiter Einsatz und Verkehr – diesen Posten hat er kürzlich von Reinhard Bruns übernommen, der dafür jahrelang zuständig war.

Die Zahl der an Unfällen beteiligten Radfahrer ist gestiegen. Quelle: Polizei Garbsen / Grafik: HAZ

Kaum ein Radfahrer trägt einen Helm

Bei den 93 Unfällen mit Radfahrern sind 76 Menschen leicht und neun schwer verletzt worden, 2017 waren es 44 Leichtverletzte und vier Schwerverletzte. „Schwer verletzt bedeutet für uns, dass sie mindestens 24 Stunden im Krankenhaus verbringen mussten“, erklärte Paul. Dabei hätte aus Sicht der Polizei mindestens ein Teil der Verletzungen vermieden werden können, wenn die Radfahrer einen Helm getragen hätten. „Das Thema ist noch nicht angekommen“, hat Paul festgestellt. Mehr als 80 Radfahrer, die an Unfällen beteiligt waren, trugen keinen Helm. Das ist zwar nicht Pflicht, kann aber Leben retten, sagte Paul: „Gerade schwere Kopfverletzungen lassen sich so verhindern. Das Tragen eines Helms sollte so selbstverständlich werden wie das Anschnallen im Auto.“

Joachim Paul (links) und Ulrich Knappe stellen die Unfallstatistik für Garbsen vor. Quelle: Gerko Naumann

Die steigende Zahl verletzter Radfahrer führen die Ermittler unter anderem auf den langen und warmen Sommer im Vorjahr zurück. Ursache sei aber auch das Fehlverhalten einiger Verkehrsteilnehmer. Immerhin waren die Radfahrer bei fast der Hälfte der Unfälle selbst die Hauptschuldigen, berichtete Paul. „Die häufigsten Vergehen sind das Ignorieren von roten Ampeln, das Fahren auf der falschen Seite des Radwegs und der Blick aufs Handy.“

Polizei plant verstärkte Kontrollen

Darauf wollen die Beamten künftig reagieren. Sie planen verstärkt Verkehrskontrollen im gesamten Stadtgebiet von Garbsen – bei denen sie Auto- und Radfahrer in den Blick nehmen. „Wir wollen die Radfahrer nicht abkassieren, wir wollen sie schützen“, betonte Paul. Dazu brauche es auch Strafen. So kostet beispielsweise das Überfahren einer roten Ampel auf dem Fahrrad 60 Euro, außerdem bekommt der Verkehrssünder einen Punkt in Flensburg. Daneben setzt die Polizei aber auch auf Prävention. Die beginnt schon bei Verkehrsübungen in der Grundschule, es gibt aber Kurse für Senioren – „etwa für den Umgang mit Pedelecs und E-Bikes, die immer beliebter werden“, berichtete Paul.

Die Zahl der an Unfällen beteiligten Radfahrer hat sich in Garbsen fast verdoppelt. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle in Garbsen im Vorjahr leicht gesunken – von 1388 auf 1375 Unfälle. Dafür waren die Folgen schlimmer: Die Zahl der Leichtverletzten stieg von 187 auf 225, die der Schwerverletzten von 17 auf 24. Besonderer Schwerpunkt ist weiterhin die Bundesstraße 6, auf der sich 2018 auch auch zwei tödliche Unfälle ereigneten. Im November starb ein 46-Jähriger, nachdem er nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. Im Dezember kam der Möbel-Unternehmer Robert Hesse sen. ums Leben, als er zwischen Neustadt und Garbsen ungebremst auf einen Anhänger gefahren war.

Überhöhte Geschwindigkeit ist oft Ursache

Unfallursache Nummer eins bei den Unfällen mit Schwerverletzten ist nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit, sagte Ulrich Knappe, Chef der Polizeiinspektion Garbsen. Immer häufiger seien zudem ältere Menschen die Auslöser, weil sie gesundheitliche Probleme haben. Senioren seien – neben Kindern – auch die Gruppe, bei denen die Zahl der schweren Verletzungen nach Unfällen am meisten gestiegen ist. Zusammenfassend appelliert Knappe an die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer: „Wenn alle etwas vorausschauender im Verkehr unterwegs wären, könnten wir die Zahl der Unfälle deutlich senken.“

Weitere Berichte über Einsätze der Polizei in Garbsen lesen Sie in unserem Ticker.

Von Gerko Naumann

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