Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Gehrden Dorfbefragung Lemmie 2020: Das wünschen sich die Bewohner
Umland Gehrden

Gehrden: Dorfbefragung Lemmie 2020: Das wünschen sich die Bewohner

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:18 19.07.2019
Kamila Bulut hat an der Umfrage Lemmie 2020 teilgenommen. Die 33-jährige ist vor einem Jahr zugezogen und vermisst einen Bäcker im Ort. Quelle: Mario Moers
Lemmie

Die Fragebögen sind zurück, erste Ergebnisse liegen bereits vor. Die Dorfbefragung Lemmie 2020 erweist sich nach Einschätzung ihrer Organisatoren als geeignetes Mittel, um die Ziele der Dorfentwicklung enger an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. „Wir haben 220 ausgefüllte Bögen zurückbekommen, die Resonanz war sehr gut“, sagt Ortsrat Burkhardt Hennicke. Der Arbeitskreis Lemmie 2020, dem Mitglieder des Ortsrats, der Feuerwehr und der Kita angehören, hatte im Juni 620 Fragebögen an die Einwohner verteilt. Alle Bürger ab zehn Jahren konnten dort angeben, welche Angebote oder Einrichtungen sie gerne im Ort hätten.

Das wollen fast alle

Eine erste Auswertung hat bereits eindeutige Trends ausgemacht. „90 Prozent der Befragten wünschen sich gemeinsame Aktivitäten im Ort“, sagt Hennicke. Vom Dorfkino bis zum regelmäßigen Gesprächskreis reichen die Ideen. Jüngere Bewohner gaben häufig an, dass sie sich mehr sportliche Angebote wünschen. Ältere Teilnehmer sehnen sich offenbar nach einem Dorfgemeinschaftshaus. Die Umfrage soll helfen, der Dorfentwicklung künftig eine fundiertere Grundlage zu verschaffen – basierend auf real existierenden Bedürfnissen.

Die breite Spreizung der angezeigten Wünsche zeigt allerdings auch eine Schwäche der Umfragemethode. „Viele Familien haben einen gemeinsamen Bogen für alle ausgefüllt. Die Idee ist aber, dass wirklich jeder Bewohner zu Wort kommt“, so Hennicke. Der Arbeitskreis will die Befragung nun durch eine zweite Fragerunde präzisieren. Dabei setzt der Arbeitskreis auf die Eigeninitiative der Bewohner. „Wir freuen uns über jeden zusätzlichen Fragebogen und detaillierte Hinweise“, sagt Arbeitskreis-Mitglied Stephen Martin. Wer den Fragebogen nicht bekommen hat oder seine Vorschläge konkretisieren will, wendet sich per E-Mail an Lemmie2020@htp-tel.de.

Burkhardt Hennicke (rechts) und Stephen Martin von dem Arbeitskreis Lemmie 2020 haben die Dorfumfrage mitentwickelt. Quelle: Mario Moers

Ein Bäcker wäre schön

Eine Dorfbewohnerin, die ihren Fragebogen bereits eingereicht hat, ist Kamila Bulut. Die 33-Jährige ist noch neu in Lemmie. Die junge Mutter genießt die Ruhe in dem kleinen Ort, in den sie vor einem Jahr mit ihrem Mann und dem fast zweijährigen Sohn gezogen ist. Was sie seitdem jedoch schmerzlich vermisst, ist ein Bäcker. Frische Brötchen und ein Stück Kuchen würden die Lebensqualität in der neuen Heimat deutlich stärken, findet Bulut. In ihrer alten Wohnung im hannoverschen Stadtteil List hatte sie es nicht weit bis zum Bäcker. Sie ist deshalb froh, dass es die Dorfbefragung Lemmie 2020 gibt. Dort schrieb sie diesen Wunsch nicht als einzige auf den Fragebogen. Angeregt durch die Umfrage, hat sie sogar schon erwogen, ob sie vielleicht selbst mithilft, eine Backstube zu organisieren. „Ich kann mir vorstellen, dass die Leute sich einbringen“, sagt ihre Nachbarin Lilli Hunger. Die 61-Jährige ist in dem Haus aufgewachsen, in das Bulut gezogen ist. Auch als Alteingesessene steht sie der Initiative Lemmie 2020 offen gegenüber. „Veränderung kann gut sein“, sagt sie. An den Bäcker in der Nachbarschaft erinnert sie sich gerne. „Der stand früher dort“, sagt sie und zeigt zur Ecke.

Rund ein Drittel der verteilten Fragebögen zur Umfrage Lemmie 2020 kam ausgefüllt zurück – ein Erfolg, findet der gleichnamige Arbeitskreis. Quelle: Mario Moers

Die Lemmier Sommerkneipe

Auch konkrete Ergebnisse hat die Initiative bereits vorzuweisen. Im Monat nach der Umfrage haben einige Bürger die Veranstaltungsreihe „gemeinsam & draußen – die Lemmier Sommerkneipe“ ins Leben gerufen. Jeden Sonnabend findet dabei an verschiedenen Orten eine Art Dorfpicknick statt. Tische und Stühle werden aufgebaut, ab 18 Uhr kann jeder vorbeischauen. „Die Leute haben bereits begonnen, etwas zu unternehmen“, sagt Hennicke.

Von Mario Moers

Frischer Wind für das Naherholungsgebiet Gehrdener Berg? Der Pächter der alten Mühle will das Gebäude der Stadt zurückzugeben. Ideen für die Nachnutzung gibt es genug.

15.07.2019

Neues Gesicht im Team der kommunalen Jugendpflege: Seit Mitte Mai ist die 27-jährige Lisa-Marie Peth im Dienst.

15.07.2019

Bei der Ferienpass-Aktion Crazy Games hatten die Kinder im Von-Reden-Park viel Spaß. Durch Angebote wie diese will die Freiwilligenagentur Gehrden auf ihr Projekt Chancenstifter aufmerksam machen.

14.07.2019