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Gehrden So war die erste Fête de la Musique in Gehrden
Umland Gehrden

Gehrden: Erfolg für erste Fête de la Musique in der Burgbergstadt 

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00:17 25.06.2019
Bei der Fête de la Musique können sich Musiker präsentieren –Honorar nehmen sie an diesem Tag traditionell nicht. Quelle: Heidi Rabenhorst
Gehrden

Was für eine Premiere: Die erste Fête de la Musique war erfolgreicher, als es sich der ausrichtende Verein Gehrden feiert Feste (GfF) jemals erträumt hätte. „Eine Veranstaltung mit hohem Niveau“, „Das hat in Gehrden gefehlt“, „Man fühlt sich wie im Urlaub“, „Einfach klasse“, „So etwas muss es jedes Jahr geben“: Das war die einhellige Meinung der zahlreichen Besucher.

Erstmals ist Gehrden an diesem längsten Tag des Jahres zu einer „City of Music“ geworden. Hunderte haben am Freitag vom Steintor bis zum Dammtor die erste Fête de la Musique genossen. An diesem Tag war musikalisch wohl tatsächlich für jeden etwas dabei. Traditionell treten die Künstler bei der Fête de la Musique ohne Gage an. So freuten sich die Besucher an fünf Bühnen über kostenfreie Konzerte, und bislang noch nicht so bekannte Bands aus der Region bekamen die Chance, sich auf einer großen Bühne zu beweisen.

Musik, Sonne und viel los in der Stadt. Am Freitag feierte Gehrden zum ersten Mal bei der internationalen Fête de la Musique mit. Eindrücke von der Premiere.

Und auch das Wetter meinte es gut mit den Gehrdenern. Sonne pur und 25 Grad machten den Konzerttag zu einem richtigen Sommerfest. Dementsprechend früh füllten sich auch die Plätze vor den Bühnen. Für den Beginn des Festes hatten sich Mitglieder des Gehrdener Posaunenchores etwas Besonderes ausgedacht: Vom Turm der Margarethenkirche und vom Balkon der Familie Knölke aus eröffneten sie über den Dächern Gehrdens mit Fanfarenklängen aus einer italienischen Oper das Spektakel. Am Steintor gab es Musik vom Duo JC und von Zweilight. Für beste Unterhaltung vor dem Türmchen sorgten der Posaunenchor Gehrden, die Band Sirinox mit progressivem Metal & Jazz/Latein sowie die Second Star Band mit Swing Musik.

Streicher-Flashmob gehört zu den Höhepunkten

Dicht umlagert auch die Bühne bei den Schweinchen, wo sich unter anderem das Ensemble Jaroco, die Sängerin Michaela Weinberg sowie die Chöre „Poco vivace“ und „Sin(g)fonietta“ der St. Bonifatius Kirche präsentierten. Zu den Höhepunkten des Musikfestes gehörte dort der Streicher-Flashmob der Calenberger Musikschule, bei dem Streicher der Region, ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittene zum Mitmachen aufgerufen waren. Die Homestreetband hatte nicht nur Rockhymnen mitgebracht. Die Männer aus Lemmie hatten auch bekannte deutsche Schlager in ihrem Repertoire.

Eindrücke von der Fête de la Musique in Gehrden. Quelle: Heidi Rabenhorst

Das Programm auf der Bühne am Marktplatz eröffnete der Kinderchor der Margarethengemeinde, gefolgt vom Kammerchor des Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG). Sozusagen als Vorband für die die deutsch-italienische Band Brazzo Brazzone sorgte die Mittelstufenband des MCG gemeinsam mit der Bigband der Schule für Stimmung. Beim Auftritt von Brazzo Brazzone gab es kein Halten mehr. Die Männer in den bunten Anzügen feierten mit dem begeisterten Publikum eine rasante Party. Mit Trompete, Posaune, Wickeltuba, Saxofon und Schlagzeug wurde es richtig laut am Marktplatz, die Stimmung hätte kaum besser sein können.

Die Idee stammt aus Frankreich

Die Fête de la Musique, das Fest der Musik, ist eine Veranstaltung, bei der Amateur- und Berufsmusiker im öffentlichen Raum honorarfrei auftreten. Es wird kein Eintrittsgeld verlangt. Die Fête de la Musique findet jedes Jahr am 21. Juni, dem kalendarischen Sommeranfang, statt – in mehr als 540 Städten weltweit, davon über 340 Städte in Europa. Deutschlandweit beteiligen sich mittlerweile mehr als 50 Städte an dem Fest. Das Fest geht auf eine Initiative von Jack Lang im Jahr 1981 zurück, als er französischer Kulturminister war. Die erste offizielle Fête de la Musique fand am 21. Juni 1982 in Paris statt. Das Fest wird seitdem landesweit begangen und ist im Laufe der Jahrzehnte immer populärer geworden. hr

Viele fröhliche Menschen – keine Kritik

Selten hat man in Gehrden so viele fröhliche Menschen gesehen. Von Kritik war nichts zu hören. Alle Besucher genossen den längsten Tag des Jahres. Mit einem Gläschen Wein oder anderen Getränken schlenderten sie vom Steintor bis zum Dammtor und freuten sich die gelungene Veranstaltung. Zu den Gästen zählte auch Gehrdens Bürgermeister Cord Mittendorf mit seiner Frau Ute. „Heute zeigt sich unsere Stadt im besten Licht. Ich möchte mich ganz herzlich bei Malte Losert und seinem Team für die Organisation bedanken“, sagte Mittendorf. Auch der Erste Stadtrat war mit seiner Familie dabei. „Ich wusste nicht, dass die Gehrdener so toll feiern können. Es ist schön, wie sehr sie dieses Angebot annehmen“, freute sich André Erpenbach. Auch Ratsherr Peter Lübcke kam aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. „Eine hervorragende Veranstaltung, zu der man den Machern rund um Malte Losert nur gratulieren kann“, sagte er.

„Eine hervorragende Veranstaltung“: Viele Besucher kamen auch aus der Umgebung nach Gehrden. Quelle: Heidi Rabenhorst

Läden bis 21 Uhr geöffnet

Der Wunsch der Veranstalter, dass die Besucher durch die Innenstadt flanieren ist also aufgegangen. Und was Losert besonders freute: „Die Geschäfte in der Innenstadt waren von der Idee begeistert und die meisten Läden hatten bis 21 Uhr geöffnet“, sagte er. Für das leibliche Wohl sorgten die heimischen Gastronomen mit kühlen Getränken und leckeren Speisen. Auf auswärtige Händler sei bewusst verzichtet worden. „Wir wollten keine Stadtfestatmosphäre. Die Besucher kamen nicht nur aus Gehrden, sondern auch aus der Umgebung“, so Losert. Es sei Bewegung in die Stadt gekommen. Das Programm habe alle Altersgruppen angesprochen. „Es war die perfekte Uhrzeit für Familien“, fügte Nicola Horndasch vom Verein GfF hinzu. „Das schreit geradezu nach einer Neuauflage im nächsten Jahr“, zog Losert ein durchweg positives Fazit. Und auch aus polizeilicher Sicht gibt es nichts Negatives zu berichten: Es gab keine Einsätze.

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